Landrat Thomas Karmasin trat nicht mehr an

Katrin Staffler zur CSU-Kreischefin gewählt

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Vorgänger mit Nachfolgerin: Landrat Thomas Karmasin (vorne links) hat den Vorsitz der Kreis-CSU an Katrin Staffler (daneben) abgegeben. Deren Posten als Stellvertreter übernimmt nun Benjamin Miskowitsch (vorne rechts).

Es war ein Erdrutschsieg: Satte 97,4 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen erhielt Katrin Staffler bei der Wahl zur Kreisvorsitzenden der CSU. Sie tritt damit die Nachfolge von Thomas Karmasin, der sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatte.

Der scheidende Kreischef und Landrat Thomas Karmasin erklärte bei der Versammlung der Kreisvertreter im Mammendorfer Bürgerhaus ausdrücklich, dass er das Wortspiel mit der Übergabe des „Staffler-Stabes“ nicht bringen wolle. „Denn das Wesen eines Staffellaufes ist es, dass der abgebende langsam ausläuft.“ Er sieht seine Amtsübergabe aber vielmehr als Ballabgabe, nach der er selbst noch einmal einen Sprint hinlegt: „Ich will noch einmal Landrat werden“ – natürlich vorbehaltlich seiner Nominierung durch die Parteimitglieder. Karmasin hatte seine Nachfolgerin selbst vorgeschlagen, weil Staffler „nicht nur als Abgeordnete etabliert, sondern auch in der Partei gut vernetzt ist“. 

Trennung zwischen seinen Ämtern als Landrat und CSU-Kreischef

Er begründete seine Nicht-Kandidatur damit, dass die Trennung zwischen seinen Ämtern als Landrat und CSU-Kreischef in der Öffentlichkeit nicht immer wahrgenommen worden sei. „Meine politischen Aussagen wurden oft mir als Landrat, aber nicht als Kreisvorsitzender zugeschrieben.“ Das würde dem Kreisverband nicht gerecht. Die Mitglieder gaben Karmasins Nachfolgerin Katrin Staffler letztlich insgesamt 152 Stimmen. „Das Ergebnis hatte ich bei einer ersten Kandidatur nicht so erwartet“, sagte Staffler erfreut. Mit ihrer Bewerbungsrede traf sie offenbar den Nerv der Parteimitglieder im Landkreis – auch wenn um den Sinn ihrer Rede erst einmal geschäkert wurde. 

Staffler rief zur Standortbestimmung auf

Auf die Aufforderung von Wahlleiter Reinhold Bocklet, sich der Versammlung vorzustellen, meinte Staffler mit einem Augenzwinkern: „Vorstellen muss ich mich ja hoffentlich nicht mehr.“ Auch auf die große Politik auf Bundesebene wollte sie nicht eingehen. Stattdessen konzentrierte sie sich auf die eigene Partei. „Nach den gefühlten und tatsächlichen Niederlagen bei den jüngsten Wahlen könnte man auch auf andere als Schuldige zeigen“, sagte sie. Doch so einfach dürfe es sich die CSU nicht machen. Staffler rief zur Standortbestimmung auf, die sie selbst kürzlich vorgenommen habe: „Ich habe mich gefragt, was die Gründe waren, dass ich der CSU beigetreten bin.“ Daraus leitete sie ihren Anspruch als Kreisvorsitzende ab, der lautet: „Die Arbeit der CSU im Landkreis weiterzuentwickeln.“ Um das zu erreichen, setzt die Bundestagsabgeordnete aus Türkenfeld auf die Marschroute Einigkeit. Dazu zählt sie die Vernetzung auf allen Ebenen. 

Faire und offene Debatte auf Landesebene

Die Ortsverbände sollen das Know-how und die Erfahrung der Kreis-CSU verstärkt nutzen. Ebenso fordert Staffler, dass sich die Ortsvorsitzenden und die Bürgermeisterkandidaten der Union vor der anstehenden Kommunalwahl im kommenden Jahr besser untereinander vernetzen. Einigkeit bedeutet für die neue Kreisvorsitzende aber auch, einen wertschätzenden Umgang in den eigenen Reihen zu pflegen. Den Brucker Kreisverband nahm sie davon zwar ausdrücklich aus. „Aber auf Landesebene haben wir eine faire und offene Debatte nicht immer geschafft.“ Die viel beschworene Einigkeit, die die CSU immer stark gemacht habe, sei in der Vergangenheit „ein wenig geschleift“ worden. „Wir müssen wieder zu ihr zurückkehren.“ Stafflers Posten als stellvertretende Kreisvorsitzende übernimmt künftig der Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch.

Weitere Mitglieder

Ihm zur Seite stehen Gabriele Dietrich, Andreas Lohde und Dieter Rubenbauer, die als Stellvertreter wiedergewählt wurden. Schatzmeister bleibt Ralf Biniek, als Schriftführer wurden Monika Hösch und Stefan Klose gewählt. 

Andreas Daschner

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