96 Prozent der Delegierten stimmen für die CSU-Kreisvorsitzende

Staffler erneut CSU-Direktkandidatin für Bundestag

CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler bei ihrer 
Wahlrede.
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CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler bei ihrer Wahlrede.

Fürstenfeldbruck – Katrin Staffler geht im Herbst 2021 zum zweiten Mal für den Wahlkreis Fürstenfeldbruck/Dachau als Direktkandidatin der CSU für den Deutschen Bundestag an den Start.

Als einzige Bewerberin erhielt die in Türkenfeld lebende Bundestagsabgeordnete und CSU-Kreisvorsitzende am vergangenen Donnerstag von den 151 anwesenden Delegierten mit 144 (96 Prozent) von 150 abgegebenen Stimmen einen überwältigenden Vertrauensbeweis. Sechs Delegierte stimmten mit nein, eine Stimme war ungültig.

Die rechtlichen Hürden bei der Nominierung von Bundestagskandidaten sind aufgrund wahlgesetzlicher Regelungen ohnehin sehr hoch. Deshalb hatte sich die CSU dazu entschlossen, ihre Bewerberin trotz Pandemie in einer Präsenzveranstaltung zu küren. Und so avancierte die Versammlung schon zu einer denkwürdigen Veranstaltung. Essen und Trinken sowie Small-talk waren diesmal nicht angesagt, und so war die Versammlung auch nach knapp einer Stunde schon wieder beendet.

Größtmöglicher Gesundheitsschutz während der Veranstaltung

Diesmal galt es aufgrund der Pandemie aber zusätzliche weitere Hürden zu meistern, um einen größtmöglichen Gesundheitsschutz zu gewährleisten. Die Sorge, die die gebürtige Dachauerin während der einstündigen Veranstaltung deshalb mit sich herumtrug, war jedoch unbegründet. Vom Schnelltest vor der Veranstaltung, Maskenpflicht während der gesamten Versammlung bis hin zu den Abstands- und Hygieneregeln, war alles bestens organisiert. Zudem gewährleistete der Stadtsaal, der normalerweise Platz für 600 Menschen bietet, für die 151 Delegierten ausreichenden Abstand.

Was hat sich sonst noch geändert gegenüber ihrer ersten Nominierung, als sich Staffler im November 2016 um die Nachfolge von Gerda Hasselfeldt, die nach 30 Jahren nicht mehr antrat? Vor fünf Jahren lautete ihr Name noch Katrin Mair, und sie musste sich gegen drei Bewerber durchsetzen. Das schaffte sie schließlich in der Stichwahl gegen den CSU-Fraktionsvorsitzenden im Dachauer Stadtrat Florian Schiller. Inzwischen hat Staffler den Türkenfelder Bürgermeister Emanuel Staffler geheiratet und ist diesmal die einzige Kandidatin, über die die Delegierten abzustimmen hatten. Zudem hat sich der Versammlungsort geändert. Fand die Nominierungsveranstaltung damals im Theatersaal des ASV Dachau statt, so versammelten sich diesmal die Delegierten im Stadtsaal des Veranstaltungsforums Fürstenfeld.

Für den ordnungsgemäßen Ablauf der Versammlung sorgten die beiden Landtagsabgeordneten aus Bruck und Dachau, Benjamin Miskowitsch als Versammlungsleiter und Bernhard Seidenath als Wahlleiter. „Ich kann mir niemanden anderen vorstellen, als unsere Katrin Staffler“, schlug überraschend nicht Brucks Landrat Thomas Karmasin, sondern Dachaus Landrat Stefan Löwl dann Staffler als Kandidatin vor. „Du hast unsere volle Unterstützung.“

Staffler lässt ihre erste Amtszeit Revue passieren

In ihrer Wahlrede ließ Staffler die knapp vier Jahre ihrer ersten Amtszeit im Deutschen Bundestag Revue passieren. Mehrmals wurden ihre Ausführungen dabei von den Delegierten mit Beifall bedacht. Sie berichtete über turbulente Jahre, in denen man gefühlt von einer Krise in die nächste geschlittert sei. Sie erinnerte an die langwierige Regierungsbildung, den fraktionsinternen Streit über die Asylpolitik bis hin zur größten Krise, die die Welt seit langem erlebt hat, die Corona-Pandemie.

Staffler rief aber auch Positives in Erinnerung, wie beispielsweise das Baukindergeld, Erhöhung der Mütterrente, die Wiedereinführung der Meisterpflicht für viele Gewerke, oder auch die teilweise Abschaffung des Soli. Auch habe sie die Kandidatur von Markus Söder als Kanzlerkandidat unterstützt. Dabei ging ihr es nicht um die Person, sondern um die Themen, die Inhalte und Überzeugungen, mit denen die CSU in den Wahlkampf ziehen will.

Staffler hofft nach der Bundestagswahl auf eine Zukunft, die nicht mehr so tonangebend durch die Corona-Pandemie bestimmt wird, spricht von einer „neuen Normalität“. „Ich trage meine Heimat – die Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck – im Herzen und werde in Berlin mit allem, was ich habe, dafür kämpfen, dass wir stark aus dieser Krise in eine positive Zukunft gehen“, bat Staffler am Ende ihrer Rede, ihr das Vertrauen zu schenken. Das erhielt die 39-Jährige, wie auch der anhaltende Applaus ihr dann auch noch akustisch bestätigte. Versammlungsleiter Miskowitsch warf ihr mit der Bemerkung „wie bei einer Hochzeit“, aber ganz coronakonform, einen Blumenstrauß zu.

Dieter Metzler

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