Keine blinden Kälber mehr und die Raubvögel kamen zurück - Agenda 21 in Olching hatte strahlenbetroffene Landwirte eingeladen

Hans und Christoph (Sohn) Sturzenegger aus der Schweiz trugen ihre Erfahrungen zur Mobilfunk-Strahlung im Olchinger KOM vor: Im Bild mit Christina Fürst u. Hanne Szöts vom AK Mobilfunk der Agenda 21 Olching. Foto: Günter Schäftlein

Das Thema „Mobilfunk-Strahlung“ in ihrer Auswirkung auf Lebensabläufe von Mensch, Tier und Pflanze ist nach wie vor hochaktuell. Der Arbeitskreis Mobilfunk der Agenda 21 in Olching lud jetzt ein ins KOM zum Vortrag der strahlenbetroffenen Landwirte Hans und Christoph Sturzenegger mit Familie, zuhause auf dem Rütlihof in Reutlingen bei Winterthur, nahe der Autobahn Zürich - St. Gallen.

Den Mobilfunkmast auf dem Rütlihof hatte der Betreiber ORANGE 1998 direkt neben der Scheune eingerichtet. In den folgenden Jahren - so Hans Sturzenegger – „verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Menschen und vielen Tieren auf dem Hof. So kamen immer wieder blinde Kälber zur Welt; sie litten alle am grauen Star.“ Sturzenegger hat die Erkrankungsverläufe und Verhaltensänderungen in der Tierwelt fast minutiös dokumentiert – was nach seiner Meinung allen ähnlich Betroffenen dringend anzuraten ist. „Sonst kann man diesen Kampf gegen Mobilfunkbetreiber nicht gewinnen.“ Prüfinstitute, Behörden, Gerichte - alle würden zuerst nach schriftlich fixierten Unterlagen fragen. Für die beiden Schweizer Landwirte in Reutlingen schrillten die Alarmglocken, als Anfang Juni 2000 das erste Kalb mit weißer Pupille geboren wurde. Es war blind. Bis zum Abbau der Antennenmastanlage im Juni 2006 sollten insgesamt 50 Kälber in dieser Weise geschädigt zur Welt kommen. Dazu hatten die Kühe Probleme am Körper in Form von Abszessen (sogar im Herzmuskel) und Entzündungen: 5 Kühe verendeten oder mussten notgeschlachtet werden, 2 weitere wurden nach veterinärmedizinischen Untersuchungen im Universitätsspital geschlachtet.Ab 2001 wandten sich die Rütli-Bauern an das Tierspital in Zürich; ab 2002 erfolgten regelmäßige Tieruntersuchungen durch einen Hoftierarzt. Alle institutionellen und tierärztlichen Befunde ergaben, dass das Erkrankungssymptom von außen in den Stall und Tierbestand hereingetragen wurde - und seit dem Zeitpunkt der Antenneneinrichtung bestand. Ein jahrelanger Kampf um den Abbau der Mobilfunkantenne begann, verbunden mit den Tierverlusten, den Kosten für Ärzte und Untersuchungen, den persönlichen Aufwand für verlorene Arbeitszeit. Auffällig und ebenso sorgfältig dokumentiert - bestätigt durch den Ornithologischen Verein Winterthur - das Verhalten von Raubvögeln wie Schleiereule und Falken sowie von Flugenten als „Gäste“ des Hofes in Brut und Aufzucht: Zwischen 1999 und 2006 verendete der Nachwuchs nach dem Schlüpfen oder wurde nicht mehr betreut, wurden die im Hof befindlichen Nester/Kasten über einige Jahre nicht mehr belegt. Was die eigene Familie in ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung selbst betraf, waren ärztlich erkennbar die Verhärtung des Fettgewebes, Verspannungen der Muskeln, Ohrensausen und Schwindelanfälle. Ab 2001 stellte man zum wachsenden Konsum von Schmerzmitteln und Psychopharmaka auch noch ein untypisches Weichteilrheuma fest. Ein Naturarzt ermittelte während der Betriebszeiten der Antennenmastanlage eine Verklumpung der roten Blutkörperchen. Dank der wissenschaftlichen Begleitung (Feldstudien) durch die Professoren Bernhard Spiess und Michael Hässig, Universität Zürich und Schweiz. Archiv der Tierheilkunde, zu den Auswirkungen elektromagnetischer Felder und nach zähen Verhandlungen mit dem Mobilfunkbetreiber erfolgte der Abbruch der Antennenanlage im Juni 2006, obwohl die Laufzeit bis 2019 vereinbart war. Es gab danach keine blinden Kälber mehr und die Raubvögel kamen zurück. 2009 wurden die wissenschaftlichen Untersuchungen zum Vorgang „Rütlihof Reutlingen“ abgeschlossen. Hans Sturzenegger: „Die Mobilfunklobby und das BAKOM bestreiten immer noch jeden Zusammenhang mit der Antennenstrahlung:“ Mail: antennenhof@gmail.com Hans-Sturzenegger-Stump, Meisterlandwirt, CH-8404 Reutlingen, Tel. 0041-52 242 92 38

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