In Fürstenfeldbruck, Puchheim und Germering

#KeinGradweiter: Hunderte Bürger gingen für das Klima im Landkreis auf die Straße

Hunderte Bürger gingen für das Klima im Landkreis auf die Straße
+
Über 250 Teilnehmer zogen mit Transparenten und Trommeln durch die Fürstenfeldbrucker Innenstadt am Rathaus vorbei zum Volksfestplatz und trotzten dabei dem Dauerregen.

Landkreis – Für einen entschiedeneren Klimaschutz durch die Politik zogen am 25. September im Landkreis mehrere hundert Bürger auf die Straße. Während sich in Germering Bürger zu einer Menschenkette formierten, veranstalteten die Menschen in Puchheim eine Klimawache und in Fürstenfeldbruck zog ein Demozug durch die Innenstadt.

Es war kalt, es war nass und es war windig – doch davon ließen sich die Teilnehmer weder in Fürstenfeldbruck noch Germering und Puchheim abhalten. Anlässlich des globalen Klimastreiktags, der unter dem Motto #KeinGradweiter von der Bewegung „Fridays for Future“ ins Leben gerufen wurde, verliehen die Teilnehmer ihren Forderungen mit Plakaten, Transparenten und zum Teil durch Trommeln Ausdruck. Nicht fehlen durfte bei jeder Veranstaltung natürlich auch die Mund-Nasen-Bedeckung. Den Anfang machte Germering.

Klimakrise darf nicht in Vergessenheit geraten

Rund 120 Menschen trafen sich am Freitag vor der Stadtbibliothek und bildeten eine Menschenkette.

Um Punkt 13 Uhr versammeln sich rund 120 Germeringer, spannen Schnüre und Bänder zwischen sich und demonstrieren mit einer Menschenkette gegen die Folgen des Klimawandels. In den letzten Monaten war es still geworden um die Fridays for Future-Aktivisten. Coronabedingt konnten viele Veranstaltungen nicht stattfinden, die Menschen hatten andere Sorgen, so beschreibt es auch Germering for Future Mitgründer Michael Lorenz. Dennoch dürfe die Klimakrise nicht in Vergessenheit geraten. „Der Klimawandel kommt auf uns zu, das müssen wir weiter im Blick behalten“, sagt der Pfarrer der evangelischen Dietrich Bonhoeffer Kirche, der mit der Aktion auch in Germering wieder auf die aktuelle Lage aufmerksam machen möchte. Im Vordergrund stehen hierbei starke EU-Klimaziele, der Kohleausstieg bis 2030 sowie eine sozial-ökologische Wende. Auch eine Gruppe von aktuellen und ehemaligen Schülern des Carl-Spitzweg-Gymnasiums sind vor Ort. „Der Klimawandel ist während Corona fast untergegangen“, sagen die 17- bis 20-Jährigen. Sie unterstützen die Aktion von Germering for Future vor allem aus dem Grund, da es sich um ihre Stadt handelt und sie hier erste Schritte umgesetzt sehen möchten.

Demo in München wegen hoher Zahl an Neuinfizierten abgesagt

Während in München die groß angekündigte Demonstration aufgrund der hohen Neuinfizierungen abgesagt werden musste, waren die Klimabefürworter im Landkreis Fürstenfeldbruck stark vertreten – Jung und Alt. Den Anfang am Klimastreiktag machte die Menschenkette in Germering mit Trommelklängen der Gruppe

Demonstration symbolisch um fünf vor zwölf

Nicht nur die Jugend war an diesem Tag aktiv.

Sambavaria, die später auch in Fürstenfeldbruck mitlaufen sollten. Coronakonform, mit ausreichend Abstand und Maske, trafen sich die zeitweise 120 Aktivisten in Germering zu einem besonnenen Protest und bildeten eine Menschenkette entlang der Unteren Bahnhofstraße, die von der Landsberger Straße bis zum Kreisverkehr an der Post reichte. Die Uhrzeit wurde in Germering bewusst auf 13 Uhr gelegt. Im letzten Jahr fand die Demonstration noch symbolisch um fünf vor zwölf statt. Heute sollten insbesondere die Schüler die Chance haben, teilzunehmen, erklärt Mitinitiator Michael Lorenz. Der Jugend eine Stimme geben, das unterstützt auch die 68-jährige Germeringerin Ingeborg, die sich an ihre Jugend zurückerinnert fühlt, in der demonstrieren zum guten Ton gehörte, und aus der Perspektive einer Großmutter spricht. Auf ihrer Brust prangt ein großes Schild mit den Worten „Omas For Future“. „Bei sich selber anfangen und das auch nach Außen hin zeigen“, sagt sie. Konkret hat die 68-Jährige ihren Fleischkonsum verringert, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach installieren und eine Pelletheizung einbauen lassen.

Demonstrationszug zieht durch die Brucker Innenstadt

„Es ist schön, dass ihr alle da seid, auch wenn wir wissen, dass das Wetter nicht das Beste ist“, wurden die mehr als 200 Teilnehmer gegen 16 Uhr in Fürstenfeldbruck bei der rund 30-minütigen Auftaktveranstaltung auf der Münchner Straße im Bereich der Oskar-von-Miller-Straße begrüßt. Nach verschiedenen Redebeiträgen, unter anderem einem Gedicht über den Rothschwaiger Forst, setzte sich der Zug – immer in Sichtweite der Polizei – in Bewegung. Mit den ersten Schritten setzte allerdings dann auch der Regen ein, der zunächst nur tröpfchenweise auf die Regenschirme und Jacken der Teilnehmer niederging. Tapfer zogen die Aktivisten mit Hund, Plakat oder Fahrrad am Landratsamt vorbei über die Amperbrücke bis vor das Rathaus, wo eine kleine Kundgebung stattfand, bis es dann zum ausgewählten Ziel, dem Volksfestplatz gehen sollte.

Über 40 Bürger bei der Klimawache am S-Bahnhof Nord in Puchheim.

Klimawache in Puchheim

Zum Abschluss des Klimastreiktags gegen 17 Uhr organisierten die Aktiven von Puchheim for Future eine „Klimawache“ mit über 40 Bürgern am S-Bahnhof Nord, um besonders die Anliegen der jungen Generation zu unterstützen. Manche Aktive erschienen in schwarzer Kleidung, um ein Zeichen zu setzen, dass ein verzögerter Kohleausstieg dazu beitrage, das Klima für Kinder und Enkel zu schädigen. Dabei unterstützten sie nicht nur die Forderungen von Fridays for Future nach einem Kohleausstieg bis 2030, 100 Prozent erneuerbarer Energieversorgung bis 2035 und das Ende der Subventionen für fossile Energien, sondern auch die Rechte der Kinder auf Gesundheit und intakte Umwelt.

Becker/Hamann

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Fürstenfeldbruck: 55 neue Fälle - Inzidenz von 157,73
Corona im Landkreis Fürstenfeldbruck: 55 neue Fälle - Inzidenz von 157,73
Lockdown light: So lauten die verschärften Corona-Maßnahmen ab Montag
Lockdown light: So lauten die verschärften Corona-Maßnahmen ab Montag
Hoher Zulauf: Teststrecke am Hardtanger testet nun auch an zwei Sonntagen
Hoher Zulauf: Teststrecke am Hardtanger testet nun auch an zwei Sonntagen

Kommentare