Gläubiger Spaziergang

80 Teilnehmer wandern bei "Langer Nacht der Christen" durch Bruck

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Die Teilnehmer unterwegs beim Überqueren des Sulzbogens.

Mit Kerzen in der Hand wanderten rund 80 Gläubige in der Langen Nacht der Christen durch den Fürstenfeldbrucker Westen.

Fürstenfeldbruck – Als sich die Haupt- und Ehrenamtlichen der christlichen Gemeinden der Stadt und des Christenrates, welche die diesjährige „Lange Nacht der Christen“ seit Januar vorbereitetet hatten, auf das Jeremiaswort „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie“ als Motto einigten, stellten sie fest, dass die Zahl der „besten“ Begegnungsorte in Bruck viel zu groß ist, um sie in einer Nacht zu Fuß zu besuchen. Schließlich verständigte man sich darauf, heuer zu Begegnungsorten im Brucker Westen zu gehen, nachdem man in den vergangenen Jahren vorwiegend in der Altstadt unterwegs war.

Musikalische Einstimmung

Bereits zum Start um 19 Uhr am Geschwister-Scholl-Platz hatten sich an die 60 Teilnehmer aus Bruck und Umgebung eingefunden und wurden von Robert Reischmann von der Neuapostolischen Kirche zu dieser „Stadtführung der besonderen Art“ begrüßt und von Kirchenmusiker Simon Probst hier und bei den weiteren Stationen mit dem Akkordeon oder den Kirchenorgeln musikalisch eingestimmt.

Von Schulkindern bis zu einer 89-Jährigen

Anschließend ging die Gruppe weiter zur Geschäftsstelle der Diakonie in der Buchenauer Straße 38. Dort erläuterte Helmut Wurm von der Freien evangelischen Gemeinde Fürstenfeldbruck deren Angebote an Sozialberatung und -hilfe in schwierigen Lebenslagen. Mit frei formulierten Gebeten einiger Teilnehmer und einem Lied endete diese Station, worauf die inzwischen fast 80 Teilnehmer jeden Alters – von Schulkindern bis zu einer 89-Jährigen – weiter zum Stadtteilzentrum am Sulzbogen 56 zogen.

Gebete, Lieder und Brot

„Leben ist Begegnung – LiB“ ist das Motto dieser Einrichtung im Mehrgenerationenhaus, deren vielfältige Angebote von Marlene Gnam, Geschäftsführerin der Ökumenischen Nachbarschaftshilfe Fürstenfeldbruck/Emmering, vorgestellt wurden, während Gerd Goller und Dieter Pimiskern vom Pfarrgemeinderat St. Magdalena mit Gebeten, Liedern und dem Teilen von Brot auf den religiösen Charakter von „Begegnung“ hinwiesen.

Kerzen der Hoffnung

Nächste Station war die Gnadenkirche, welche die Teilnehmer mit brennenden Kerzen in den Händen erreichten. Dort erinnerte Pfarrerin Ursula Leitz-Zeilinger und Vera Gedon vom Christenrat an die vielen Menschen, die ihre Heimat verloren haben und auch heute immer noch verlieren und verglich dies mit der Situation der Israeliten in der Babylonischen Gefangenschaft, in welcher der Prophet Jeremias ihnen das Wort Gottes verkündete und sie im Glauben Heimat fanden. Die brennenden Kerzen einer Lichterkugel sollten die Hoffnung symbolisieren. 

Lebendig durch Kirche im Zentrum

Die letzte Station der christlichen Nachtwanderer, die St. Bernhard-Kirche, wurde gegen 21 Uhr erreicht. Friedrich Deschauer, Chronist der Gemeinde, erzählte zunächst von der Besiedlung des bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs fast völlig unbewohnten Brucker Westens, vorwiegend durch Heimatvertriebene aus früheren deutschen Ostgebieten, und dass eine lebendige Gemeinde erst entstand, als sie mit der St. Bernhard-Kirche 1964 ihr Zentrum erhielt, deren Architekt das schlichte, moderne Gotteshaus weitgehend nach den Vorgaben des Kirchenpatrons aus dem 12. Jahrhundert errichtet hat. 

Suppen zum Aufwärmen

Im Pilgerschritt zogen die Gläubigen dann singend in den Altarraum, wo Gemeindereferentin Simone Kuhbandner und Ursula Müller vom Vorbereitungsteam Fürbitten für die Menschen der Stadt sprachen. Nach einem Segensgebet und einem Schlusslied, zu dem vom Altar duftender Weihrauch aufstieg, endete der religiöse Teil der „Langen Nacht“, die schließlich bei stärkenden und wärmenden Suppen in geselliger Runde im Pfarrheim St. Bernhard ihren Abschluss fand.

red

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