Duftendes Ferienprogramm

Kinder kreieren auf dem Jexhof bei Schöngeising ihre eigenen Seifen

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Aus Kernseifen, ätherischen Ölen und Deko-Artikeln lassen sich ganz einfach neue Seifen zaubern.

Schöngeising - Wie stellt man aus einfachen Kernseifen, neue Seifenkreationen her? Im Rahmen des Ferienprogramms auf dem Jexhof konnten Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren nun selbst Hand anlegen: Im Kurs „Duftende Schönheiten“ zeigte die Kräuterpädagogin Daniela Gottstein den sieben teilnehmenden Jungen und Mädchen, wie man Kernseifen mit Blüten, Farben und Düften verfeinert

Dafür ist einiges an Zutaten und Zubehör nötig: 250 Gramm Seifenstücke, Blüten, Lavendelblätter, ätherische Öle, Gold und Silberstaub, Liebesperlen sowie Plätzchenausstecher breitete die Kursleiterin auf einem Tisch aus. Die Kinder brachten von zu Hause eine Käsereibe, eine Plastikschüssel und eine Unterlage mit. Zuerst kam die Käsereibe zum Einsatz. Damit sollten die jungen Teilnehmer die Seife ganz fein reiben – ähnlich wie Parmesankäse. „Das geht ein bisschen schwer, weil man die Kernseife fest hindrücken muss“, erklärte Daniela Gottstein. Anschließend gibt man ein bisschen Wasser, ätherische Öle und nach Belieben Farbstoffe hinzu und knetet die Masse zu einem flachen Teig, bis man ihn mit den Lieblingsförmchen ausstechen kann. Zum Schluss dekorierten die Kinder ihre Seifen noch mit unterschiedlichen Verzierungen wie Rosenblüten oder Liebesperlen. Wichtig ist, dass man die Seifen ungefähr zwei Wochen trocknen lässt, damit sich kein Schimmel bildet. 

Die Seife und ihre Geschichte 

Erste Hinweise zur Seifenherstellung kommen aus Babylonien (etwa 2.500 v. Chr.). Dort vermischte man Pflanzenasche aus Datteln oder Tannenzapfen mit tierischen und pflanzlichen Ölen. Allerdings wurden diese „Seifen“ nicht zum Reinigen, sondern zum Heilen von Verletzungen und bei Hauterkrankungen verwendet. Die Römer wuschen sich erst mit „Bimsstein“, veränderten dann die Rezepturen und benutzten sie zur Körperpflege. Im Mittelalter gab es bei uns Badehäuser, wo man Seifen benutzt hat, allerdings wurden die Seifensieder vor die Stadtmauern verbannt, da das Kochen und Herstellen von Seifen mit üblen Gerüchen verbunden war. (Rindertalg, Schweineschmalz oder Ziegenfett verkocht). 

Adelige verwendeten gegen Gestank Puder

Der Ausbruch von Pest und Cholera führten dazu, dass sich die Menschen aus Angst vor Ansteckung gar nicht mehr wuschen. Dies wiederum führte zu noch mehr Krankheiten, von Läusen, Flöhen und anderem Getier ganz abgesehen. Die Adeligen verwendeten gegen den penetranten Gestank Puder und Parfüm. Erst im 17. Und 18. Jahrhundert belegten die Ärzte dieser Zeit, dass Waschen sehr wichtig ist und vor Krankheiten schützen kann. 

Nicole Burk

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