„ Nicht mit zu vielen Gewürzen spielen“

Kindergarten-Köchin Gerdi Link geht nach 32 Jahren in Rente

Gerdi Link verabschiedet sich in den Ruhestand.
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Gerdi Link verabschiedet sich in den Ruhestand.

Germering – Seit dem 1. April 1989 arbeitet Gerdi Link für den Don Bosco Kindergarten in Germering. Anfangs half sie nur das Geschirr zu spülen, da im Kindergarten Hilfe benötigt wurde. Doch schnell wurde klar, dass sie eine wichtige Rolle in der Küche spielen würde. 

Link wuchs in einem Gastronomiehaushalt auf, wodurch es ihr von Anfang an das größte Anliegen war: weg von Fertiggerichten, hin zu frischem, gesundem Essen, das schmeckt. Denn, ein Essen, wie sie es selbst in ihrer Kindheit im Internat erlebt hatte, wollte sie auf keinen Fall für ihre Kindergartenkinder. Sie entwickelte Pläne, wie sie dies mit dem vorhandenen Budget umsetzen könnte.

Zahl der Kinder stieg mit den Jahren

Zu Beginn bekochte sie mit ihren Kolleginnen 30 bis 35 Kinder, konnte Fingernudeln mit den Händen ausrollen und Grießschnitten zubereiten. Doch es sprach sich schnell herum, wie gut das Mittagessen im Don Bosco Kindergarten schmeckt und so kamen mehr und mehr Mittagsessenskinder dazu. Heute bekocht sie mit ihrer Kollegin Imola Porombovics, die die Leitung der Küche ab Oktober übernehmen wird, täglich 80 Kinder.

Schon früh am Morgen trifft man Link beim Einkaufen. Die frischen Lebensmittel besorgt sie gerne selbst. Die Rezepte haben sich ein wenig geändert, da für die Anzahl der Kinder andere Mengen zubereitet werden müssen. Dennoch ist sie ihrer einfachen Hausmannskost treu geblieben und so finden die Eltern stets eine große Abwechslung auf dem Speiseplan. Die wohlverdiente Auszeichnung zur Vier-Haubenköchin spiegelt den Erfolg ihrer Küche wider. Auf die Frage, was ihr großes Geheimnis sei, antwortete Link, man dürfe einfach nicht mit zu vielen Gewürzen spielen, weniger, ist oft mehr. Außerdem machen die großen Mengen den Unterschied. Vielleicht sind es auch die besonderen Namen, wie Zaubersoße oder Frühlingsspätzle die den Kindern Spaß machen. Dennoch verriet sie mit einem Lächeln: „Meine Kinder haben auch immer lieber bei den Nachbarn gegessen.“ Aber in der Gemeinschaft sind die Kinder oft mutiger und probieren neue Dinge schneller aus. Für die Eltern wurde nun nochmals das Kindergartenkochbuch mit Gerdis Geheimnissen zum Verkauf angeboten, damit ihre Gaumenfreuden auch lange in Erinnerung bleiben.

Höhepunkt das Martinsfest

Die größte Freude im Jahr bereitete der Köchin aber das St. Martinsfest. „Es ist ein Fest, bei dem die Kinder von nichts überrascht werden, sie sind so entspannt, weil sie wissen was auf sie zukommt“, so Link. Aus diesem Grund steht sie gerne früh morgens in der Küche und knetet mit den Kolleginnen die Unmengen an Teig, damit anschließend über 500 Martinsmännchen gebacken werden können. Der Duft durchzieht das ganze Haus und die Kinder strahlen um die Wette.

Nun verlässt die Köchin Ende Juli nach 32 Jahren den Kindergarten. Am meisten wird sie wohl das Lachen vermissen. „Sie glauben nicht, was wir hier im Haus lachen“, so Link. Link interessierte sich für jedes Kind und jeden Mitarbeiter, besuchte die einzelnen Gruppen und kannte die 100 Kinder meist alle beim Namen. Ihr großes Herz wird der Kindergarten sehr vermissen.Trotz aller Freude blickt Gerdi Link zuversichtlich auf den verdienten Ruhestand. Ihr Mann und sie haben keine großen Pläne, sie wollen die Zeit einfach genießen.

red

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