Ehemaliger Kultusminister Maier hielt Festvortrag 

Brucker Forum feierte 40 Jahre 

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Festgäste beim 40-jährigen Jubiläum des Brucker Forums

Fürstenfeldbruck - Nach dem Vesper-Gottesdienst in der Klosterkirche wurde bei einem Festakt das 40-jährige Bestehen des Brucker Forum gefeiert. Der Bayerische Staatsminister a.D. Hans Maier erläuterte im Festvortrag zum Thema "Staat - Kirche - Bildung" die Bildungswege durch Staat und Kirche seit dem frühen Mittelalter. 

Leider  waren  durch   Krankheit verhindert  Dekan Pfr. Bauernfeind und der Forum-Vorsitzende  Wolfgang Trauner. Die 2. Vorsitzende Madeleine Mayer-Gehlen und Gf. Christine Höppner führten durch das musikalisch vom Multiple Jazz Trio umrahmte Programm.

 

Der 1. Vorsitzende der KEB München-Freising, Pater Alfons Friedrich, bescheinigte der lokalen Arbeit in der Brucker Zentrale und den zahlreichen Landkreis-Einrichtungen in Pfarreien und Pfarrverbänden eine breite, fruchtbare Basis - ermöglicht in Adelshofen, Alling, Althegnenberg, Aufkirchen/Egenhofen, Eichenau, Emmering, Esting, Germering, Gernlinden, Günzlhofen/Hattenhofen, Kottgeisering, Maisach, Mammendorf, Moorenweis, Olching, Schöngeising, Türkenfeld und in den eigenständigen Ortsgruppen Forum Gröbenzell und Puchheimer Podium. Pater Friedrich lobte „eine hohe Qualität und Kompetenz!“ und sah sich zu weiterem Optimismus veranlasst: „Wir haben noch viele Visionen.“ Landrat Thomas Karmasin sprach in seinem Grußwort die nachträgliche Erwachsenenbildung vor 40 Jahren als „noch sehr niederschwellig“ an. Und für die Jetztzeit, die Jugend und die weitere Zukunft eine eher mehr in die Elektronik („Iphon“) verlagerte Wissensaufnahme. Karmasin unterstrich die im Brucker Forum verwirklichten christlichen Wertevorstellungen und dankte für den jahrzehntelangen Mut, das für ein persönliches Fundament zu vermitteln. Mit einem Augenzwinkern richtete er an den nachfolgenden Festredner Prof. Dr. Hans Maier den Hinweis: „Wir waren zusammen auf der Schule. Ich als Schüler - und Sie als Kultusminister.“


Der Bayerische Staatsminister a.D. Hans Maier ging in seinem Festvortrag zu „Staat - Kirche - Bildung“ ausführlich auf die Bildungswege durch Kirche und Staat seit dem frühen Mittelalter ein: Neben der schriftlich-wissenschaftlichen Leistung in Klöstern mit dem universalen Lernziel christliche(s) Lehre und Leben stand die ritterlich-höfische Kultur des Reitens, Tanzens, Fechtens auf Burgen und Schlössern. Was sich dann im ausgehenden Mittelalter mit der Gründung von religionsunabhängigeren Universitäten als neuen staatlichen Bildungsweg verschob: Nach 1500 und mit den neuzeitlichen Jahrhunderten übernahm der Staat zusehends die verbindliche Allgemeinbildung aus der Hand der Kirche mit allen „entscheidenden Veränderungen“, gefördert durch die Erfindung des Buchdrucks. „Schule wurde zumindest in ihren elementaren Formen eine Sache der Allgemeinheit.“ Mit Lehrplänen.


 Prof. Dr. Maier erörterte das Wachstum der Bildungseinrichtungen bis zur Moderne mit der kritischen Feststellung, „dass das Leistungsprinzip in Schulen und Hochschulen inzwischen den Rückzug antrat, dass die alte, aufklärerische Strenge, das Lernen, Üben, Exerzieren verschwand und an vielen Stellen durch Meditationskurse und pädagogische Heublumenbäder ersetzt wurde …“ Er mahnte an, „dass die Türen der Schulen und Hochschulen für fremde Gäste nicht verschlossen bleiben. Die Bildungseinrichtungen sollten in einer Zeit totaler Verfügbarkeit Platz lassen für das Unverfügbare.“ Langer Beifall folgte für eine umfassende, historische Themen-Aufarbeitung. Die Forum-Gf.  Christine Höppner und Dr. Helmut Schnieringer organisierten zu den 40 Jahren eine kleine Rückschau mit Zeitzeugen: So mit „Gründervater“ Pfr. Anton Schwaiger zum Gründungstermin des Forums am 28. Febr. 1972 und der ersten Zeit danach. 


Der damalige Kaplan im Landschulheim Grunertshofen und Jugendseelsorger im Dekanat Egenhofen war in der ersten Zeit viel unterwegs in den Landkreisen FFB/Dachau und kümmerte sich um Themen und Anerkennung für die neue Bildungseinrichtung der Erzdiözese München u. Freising. Ausführlicher auch die Darstellung alltäglicher und besonderer Aufgaben - wie die Annäherung an das Brucker Land-Programm und die Beteiligung an Gesundheitstagen ab 2004 - durch den langjährigen Gf. Dieter Soller. Rosemarie Fahmüller sprach für das Puchheimer Podium, Heinrich Wunram für das Forum Gröbenzell, das bereits seit 1964 dort „Kulturarbeit“ leistete. Regina Scheibenzuber übernahm 2004 die Frauenarbeit in FFB und Kerstin Jäger 2008 das sozialpädagogische Eltern-Kind-Programm (EKP). Eberhard Ernsting wurde in der Brucker Zentrale mit dem neuen Millenium zuständig für den „Reichtum christlicher Spiritualität“. Abschließend stellten die Fachreferentin Dr. Birgitta Klemenz und Verlagsleiter Dr. Albrecht Weiland die neue Fürstenfeldbrucker Publikation „Der Landkreis FFB - Ein Führer zu seinen Kunststätten“ vor.

Günter Schäftlein 

 

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