Sparkassenchef informiert Stadtrat

Fusion: Mehr Fragen als Antworten

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Die Brucker Sparkasse - bald Teil einer neuen Amper-Lech-Sparkasse?

Eine Stunde lang versucht Klaus Knörr, Vorstandsvorsitzender der Fürstenfeldbrucker Sparkasse, die Stadträte auf ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause über den aktuellen Stand der Sondierung einer Sparkassenfusion zu informieren. Es wird viel geredet und wenig gesagt – manchen Stadträten entschieden zu wenig. Am Ende stehen mehr Fragen als Antworten im Raum.

Fürstenfeldbruck – Die Diskussion um den Zusammenschluss der Sparkassen Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg-Dießen nimmt allmählich Fahrt auf. Nachdem lange im Verborgenen sondiert und verhandelt wurde, stand das Thema letzte Woche auf der Agenda von Stadtrat und Kreistag. Sollten beide Gremien einer Fusion nicht zustimmen, wäre das Thema vom Tisch. Zwar wird der Verwaltungsrat der Sparkasse voraussichtlich im Oktober einen Entschluss über einen möglichen Zusammenschluss fassen, jedoch ist dieser nicht bindend, da die Träger des öffentlich-rechtlichen Geldinstituts Stadt und Landkreis Fürstenfeldbruck sind und bei einer anstehenden Entscheidung auch das letzte Wort hätten.

Entlassungen werden ausgeschlossen

Knörr referiert eingangs der Sitzung über die Konsolidierung im Bankensektor, die auch vor den Sparkassen nicht Halt mache. Um zukunftsfähig zu bleiben, müsse man „die Betriebsgröße an die veränderten Markt- und Wettbewerbserfordernisse anpassen.“ Nur so erhalte man entsprechenden Zugang zu den Kapitalmärkten. Auch lassen sich die steigenden regulatorischen Anforderungen an die Banken laut Knörr gemeinsam besser auffangen. Zudem erwarte man Synergieeffekte, wie beispielsweise dem Zusammenlegen von Abteilungen und den damit einhergehenden Personaleinsparungen und eine Reduzierung der laufenden Kosten. Entlassungen schließt der Vorstandsvorsitzende allerdings aus. Der Personalabbau soll einzig über in Ruhestand gehende Mitarbeiter vollzogen werden.

Kein Handlungsdruck

Im Falle einer Fusion würden die Vermögenswerte der Brucker, wie auch der Landsberger Sparkasse, auf die zwar kleinere, aber aufgrund des großen Immobilienbesitzes höher bewertete Dachauer Sparkasse übertragen werden. Alternativlos sei ein Zusammenschluss jedoch nicht. „Wir haben da überhaupt keinen Handlungsdruck“, so Knörr. Für ihn macht eine Fusion nur dann Sinn, wenn am Ende für alle Beteiligten ein Mehrwert herauskommt. Um das herauszufinden, hat die Brucker Sparkasse auch ein sogenanntes „Mehrwertgutachten“ an eine externe Beratungsgesellschaft vergeben, dessen Ergebnisse bis Ende September vorliegen sollen.

Knörr bittet um Vertrauensvorschuss

Zum Schluss gab es bei den Räten mehr Fragen als Antworten. „Ich bin so schlau wie vor einer Stunde“, zeigte sich Herwig Bahner (CSU) sichtlich konsterniert. Ihm fehlen „harte Fakten“. Auch Alexa Zierl (Ausschussgemeinschaft) hatte „recht wenige Details raus gehört.“ „Wir werden unsere Geschäftsstrategie nicht in der Öffentlichkeit debattieren“, konterte Knörr immer wieder. Zahlen könnten erst nach Veröffentlichung des Mehrwertgutachtens genannt werden. Der Sparkassenchef bittet hier um „einen gewissen Vertrauensvorschuss“ in die dafür verantwortlichen Gremien.

Die Materie sei für Außenstehende viel zu komplex

Ebenso wie Jan Halbauer (Grüne) machte Zierl zudem darauf aufmerksam, dass bei einer Fusion der Einfluss der Kommune auf das neue Institut schwinden würde, da Bruck nur noch ein paar wenige Vertreter in den gemeinsamen Verwaltungsrat entsenden könnte. Kleinere Fraktionen oder Ausschussgemeinschaften wären gar völlig außen vor. Auch dringen beide auf ein eigenes Gutachten durch den Brucker Stadtrat, da zum einen das Mehrwertgutachten aus Sicht der Sparkasse erstellt wird und zum anderen die Materie für Außenstehende, die nicht vom Fach sind, viel zu komplex sei.

Man darf gespannt sein. Ein von der Kreistagsfraktion der Grünen in Auftrag gegebenes Gutachten (wir berichteten letzte Woche davon) sieht keine zwingenden Gründe für einen Zusammenschluss.

Peter Fischer

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