Kleinod Spielberg - Festgottesdienst mit Weihbischof Dr. Franz Dietl

Das hätten sich die ehemaligen Schlossherren und nachfolgenden Klosterschwestern der Franziskanerinnen nicht träumen lassen, dass innerhalb von nur sieben Jahren ein großartiges kirchliches wie auch gemeindliches Zentrum in Spielberg erstehen würde. Die umfangreichen Vorbereitungen zum Pontifikalamt mit zahlreichen (Neu-)Segnungen fanden ein ungeahntes Besucher-Echo. Nicht zu vergessen dabei die von den Gemeindebürgern beigesteuerte, ehrenamtliche Leistung von rund 2000 freiwilligen Arbeitsstunden sowie zahlreiche Geld- und Sachspenden. So stiftete die Spielberger Familie Wolf die neue Glocke für die wiedererstandene (komplett restaurierte) Kajetankapelle, ehemals ‚Schloßkapelle’, von 1574. Diese Glockenspende geschah in familiärer Absprache, denn „Spielberg, das ist die Heimat.“

Im Juni 2009 verfolgten rund 40 interessierte Bürger den Guß der Glocke „Zur Heiligen Familie“ beim Hersteller in Innsbruck. Zuletzt entstanden in intensiver, nur 2jähriger Bauzeit Kajetankapelle, Klosterkirche (renoviert nach Bauschäden) und Benefiziatenhaus (von 1750, renoviert). Zum Tag des offenen Denkmals 2009 konnte nunmehr ein komplettes, denkmalgeschütztes Ensemble in der Nutzung des ehemaligen Kloster-Areals vorgezeigt werden: Das Schlossgebäude (heute Rathaus und Abwasserzweckverband), das Pflegeheim Casa-Reha, das (neue) Feuerwehrgerätehaus, die Klosterkirche, das Benefiziatenhaus (künftig Pfarrheim) und die Kajetankapelle als lebendiger Beweis für Bürgersinn und Tatkraft. Schon der verstorbene, ehemalige Kreisheimatpfleger Alexander Zeh hatte speziell die Kapelle als „einmalig im Landkreis“ bezeichnet. Alles, was Menschen zusammenführt, ob gemeindlich oder kirchlich, ist nunmehr in Spielberg versammelt zu einem großen Bogen. Finanziert - Baukosten in Höhe von 565.000 Euro - wurde das übergebene Ensemble überwiegend durch die öffentliche Förderung (70%), wobei der besondere Dank dem Spielberg-Förderer Dr. Thomas Goppel gilt. Anerkennung auch für die Arbeit der gestaltenden Architektin Annette Primpke, beraten durch die Kreisbaumeisterin Reinhilde Leitz und die Kreisheimatpfleger Toni Drexler und Sepp Kink. 1998 hatte die Gemeinde Oberschweinbach in einem finanziellen Kraftakt das gesamte Areal mit allen sanierungsbedürftigen Gebäuden von den Reutberger Franziskanerinnen erworben, wobei die Kajetankapelle den Schwestern zuletzt als Leichen- und Lagerhaus gedient hatte. Nun brachte die eingeladene, ehemalige Spielberg-Oberin Sr. Maria Raphaela mit den begleitenden Schwestern Maria Jakobe und Maria Faustina einige Bestandteile aus dem früheren Spielberger Inventar zur sakralen Ausstattung der restaurierten Kapelle zurück. Hinzu kam bei der erneuten Einweihung/ Segnung der Einbau einer wieder-aufgefundenen Reliquie aus dem Jahre 1707 in den Altar. Sie hatte jahrhundertelang verborgen unter Putz gelegen. Die Bemühungen um den „neuen Spielberg“ sind ein besonderer Verdienst des 2002 gegründeten Fördervereins Klosterhof Spielberg e.V. und damit von Altbürgermeister und Vorstand Hans Hartl. Gleichwohl hat der amtierende 1. Bürgermeister in der Gde. Oberschweinbach, Bernhard Schulze, Visionen zur künftigen, vielfältigen Nutzung des Ensembles, „neben einer stilvollen, standesamtlichen Trauung auch die direkte Gelegenheit zur kirchlichen Zeremonie“. Weihbischof Dr. Dietl bezeichnete das insgesamt bewiesene Engagement als Rettungsgroßtat. „Ohne Ihren Einsatz könnte das alles nicht gesegnet und geweiht werden.“ Es ginge hierbei nicht ausschließlich um den Denkmalschutz, sondern auch um Orte der Einkehr und stillen Besinnung. Kirchen dürften nicht zu Museen verkommen und ausschließlich von „Radlfahrern und sonstigen touristischen Besuchern vereinnahmt werden …“ Zum „runderneuerten“ Spielberg steuerte der Förderer Dr. Thomas Goppel einige beifällig aufgenommene, anekdotisch/historische Verse bei: Die letzten von ihm noch während der Einweihungszeremonie an Ort und Stelle verfasst. Er wählte diese etwas andere Form statt der erwarteten ‚Festansprache’, damit „wir nach all dem Feierlichen auch wieder im Alltag ankommen …“

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