Klimawandel ist auch in den Wäldern angekommen - Experten beurteilten Lage im Landkreis

Die Folgen des Klimawandels sind bereits in den Wäldern Bayerns spürbar. Die in unserer Region weit verbreiteten Fichtenreinbestände halten den klimatischen Veränderungen nicht stand und müssen in stabile Mischbestände umgebaut werden. Darüber sind sich Vertreter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus Fürstenfeldbruck sowie vom Verein der Waldbesitzervereinigung Fürstenfeldbruck einig. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist dabei die Wildbewirtschaftung. Die waldbauliche Zielerreichung hängt in großem Maße von der Wilddichte ab. Aufgrund der flächenmäßig großen Verbreitung und den spezifischen Ernährungsansprüchen verursacht das Rehwild die stärksten Verbissschäden. Durch die verursachten Schäden wird der Waldumbau in Richtung naturnaher Bestände umso schwerer.

In dem rund 22 Hektar großen Wald von Josef und Thomas Karl aus Längenmoos erläuterten die Experten bei einem Pressetermin, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Wälder für die Zukunft fit zu machen. Josef Karl, der langjährige Vorsitzende der Fürstenfeldbrucker Waldbesitzervereinigung will nicht warten, bis der auch im Landkreis zunehmend zu beobachtende Klimawandel mit Trocken und Hitzeperioden, starken Stürmen oder Borkenkäferbefall sein waldbauliches Handeln bestimmt. Er hat die Zeichen der Zeit erkannt und zusammen mit seinem Sohn Thomas frühzeitig mit dem Umbau seiner reinen Fichtenbestände bei Längenmoos begonnen. So haben die beiden in den vergangenen zwei Jahren über 10.000 junge Buchen und Tannen gepflanzt. Obwohl die alten Fichten derzeit noch gut wachsen, ist die Familie Karl überzeugt, dass nur artenreiche Mischwälder dem Klimawandel standhalten können. Damit der dringliche Waldumbau gelingt und sich die Investition lohnt, müssen aber auch die örtlichen Jäger ihren Beitrag leisten, weil die jungen Pflanzen gern vom Rehwild gefressen werden. Hans-Jürgen Gulder, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, hofft, dass das Beispiel der Familie Karl auch bei anderen Waldbesitzern Schule macht. „Im Landkreis überwiegen immer noch die Fichtenreinbestände, in denen der Waldumbau schnellstmöglich beginnen muss.“ Er rät daher interessierten Waldbesitzern, sich vor Ort von den Förstern über die staatlichen Förderprogramme beraten zu lassen. So wird beispielsweise der Buchenvoranbau in Fichtenaltbeständen mit bis zu 5.000 Euro je Hektar unterstützt. Praktische Hilfe beim Umbau können die Waldbesitzer bei der Waldbesitzervereinigung Fürstenfeldbruck erhalten. Diese bietet für ihre rund 660 Mitglieder die fachgerechte Ausführung aller Arbeiten an, die im Zusammenhang mit Pflanzung, Pflege, Ernte und Vermarktung des anfallenden Holzes stehen. Laut Gottfried Haug, dem neuen Vorsitzenden der Waldbesitzervereinigung, „verfolgen sein Verein und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das gleiche Ziel, nämlich die Begründung und Pflege standortsgerechter, klimatoleranter Mischwälder. Die Erfolge sind mittlerweile unübersehbar. So wurden in diesem Frühjahr annähernd genauso viele junge Laubbäume wie Fichten gepflanzt. Wenn dieser Trend anhält, sind unsere Wälder gut gerüstet für die Zukunft.“

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