Klinikärzte: Keinen Streik auf der Hollywoodschaukel - Auch Fürstenfeldbrucker Mediziner schließen sich dem Arbeitskampf des Marburger Bundes an

Unter einem Prozent pro Jahr und Nullrunde 2012 - das sei kein Angebot für die Fürstenfeldbrucker Klinikärzte: Die Gewerkschaftsmitglieder unter ihnen folgen dem Streikaufruf des Marburger Bundes. Ab Montag, 17. Mai 2010 startet der Arbeitskampf mit einer Großkundgebung in München, bis Freitag 21. Mai wollen auch die Fürstenfeldbrucker Klinikärzte für bessere Arbeitsbedingungen an den Krankenhäusern, eine anständige Bezahlung ärztlicher Arbeit und eine bessere Vergütung der Bereitschaftsdienste in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen, auf die Straße gehen. Das kündigte für den Landkreis Fürstenfeldbruck der Kreisvorsitzende des Marburger Bundes, Dr. Holger Geißler an. Der Chirurg ist zugleich Personalratsvorsitzender an der Kreisklinik FFB. Eine Notfallversorgung werde während des Streiks gewährleistet.

Ausgenommen vom Ärztestreik seien natürlich Notfälle/Unfälle, Kinder und Jugendliche, betont Dr. Geißler. Ansonsten fordern die Ärzte an den kommunalen Kliniken: "Schluss mit den Zumutungen". Auf der Mängelliste des Marburger Bundes stehen: Tausende unbesetzte Stellen, steigende Arbeitsbelastung, Nachtdienste zu Dumpinglöhnen, Minusstunden nach Bereitschaftsdienst, unbezahlte Mehrarbeit. Die lineare Erhöhung der Ärztegehälter um fünf Prozent stehe dabei an letzter Stelle, so Geißler. Die 117. Hauptversammlung des Marburger Bundes stand bereits im Zeichen des Arbeitskampfes an den kommunalen Kliniken. Diesmal solle es keine Streikpausen geben, man wolle - so der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, dass es vom ersten Streiktag an zu "spürbaren Erlösausfällen für die Arbeitgeber" komme. Denn, so argumentiert auch Dr. Geißler in einem Info-Schreiben an Patientinnen und Patienten am Klinikum Fürstenfeldbruck: "Wir Ärztinnen und Ärzte des Klinikums Fürstenfeldbruck sichern Ihre medizinische Versorgung - 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Das hohe Niveau der ärztlichen Versorgung kann schon jetzt nur noch durch das persönliche Engagement der Ärzte - weit über die reguläre Arbeitszeit hinaus - aufrechterhalten werden. Unsere Arbeitsbedingungen sind geprägt durch Personalnot, Steigende Arbeitsbelastung, unbezahlte Mehrarbeit, Nachtdienste zu Dumpinglöhnen. Für die Erschwernisse in der Nacht gibt es im Bereitsschaftdienst keine Zulage, lediglich bei Vollarbeit und da liegt der Nachtzuschlag bei gerade einmal 1,28 Euro pro Stunde. Das muss sich ändern: Wer 24 Stunden arbeitet, muss auch anständig bezahlt werden."

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