Insgesamt 156 Corona-Patienten behandelt

Klinikum FFB zur aktuellen Corona-Lage: Zukünftig wird Personal mehr getestet

Der Eingang der Notaufnahme des Fürstenfeldbrucker Klinikums
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Patienten, welche ins Klinikum FFB kommen werden in drei Kategorien eingeteilt, um Corona-Infektionen innerhalb des Krankenhauses zu vermeiden.

Fürstenfeldbruck - Die steigenden Infektionszahlen in der Bevölkerung seit Oktober machen sich auch im Klinikbetrieb bemerkbar.

Stand 26. November sind im Brucker Klinikum 16 Personen mit Covid-19-Erkrankung in Behandlung: drei davon liegen auf der Intensivstation, einer von ihnen muss beatmet werden. Insgesamt hat das Fürstenfeldbrucker Krankenhaus in der zweiten Welle bisher über 60 Covid-Patienten versorgt, seit März waren es bis dato 156.

Patienten werden in drei Kategorien unterteilt

Bereits seit der ersten Phase der Pandemie werden die Patienten in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) strikt in drei Kategorien unterteilt: bestätigter Fall – positiver Test liegt vor; Verdachtsfall – Symptome könnten auf eine Covid-19-Erkrankung hinweisen; Screening – kein Hinweis auf eine COVID-19-Erkrankung; alle Patienten werden mit einem PCR getestet und liegen bis zum Erhalt des Ergebnisses auf einer gesonderten Station. Patienten, die zu geplanten Behandlungen aufgenommen werden, müssen vorab einen aktuellen negativen Coronatest vorlegen.

Ausbruchsgeschehen in Stationen

Die Klinik-Mitarbeiter haben seit der ersten Phase der Pandemie die Möglichkeit, sich entsprechend der bayerischen Teststrategie regelmäßig an den Fürstenfeldbrucker Teststrecken auf COVID-19 untersuchen zu lassen. „Trotz dieses strengen Regimes kam es in den letzten Wochen auf unterschiedlichen Stationen zu Ausbruchsgeschehen“, informiert Beate Brix, Sprecherin des Brucker Klinikums. Das bedeutet, dass entweder ein bereits negativ getesteter Patient in einem Kontrollabstrich positiv auf SARS-CoV-2 getestet wird oder dass wenigstens zwei Mitarbeitende einer Station innerhalb kurzer Zeit positiv getestet wurden.

Quarantäne und Reihentestungen

Im Falle eines solchen Ausbruchsgeschehen wird die betroffene Station unverzüglich für Neuaufnahmen geschlossen. Alle Patienten und Mitarbeiter, die mit der positiv getesteten Person Kontakt hatten, werden in einer Kontaktpersonenliste erfasst. Sie müssen sich in den nächsten 14 Tagen, je nachdem wie eng der Kontakt war, zwei bis drei Mal einem SARS-CoV-2 Abstrich unterziehen. Alle Mitarbeiter und Patienten der Station, die keinen Kontakt zu der positiv getesteten Person hatten, werden einer sogenannten Reihentestung unterzogen. Dieses Vorgehen wird in Abstimmung mit dem örtlichen Gesundheitsamt durchgeführt, alle Unterlagen der Testungen gehen ebenfalls an das Gesundheitsamt.

Bisher zehn infizierte Mitarbeiter

„Bei der Testung unseres Personals folgen wir den Vorgaben der Testverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit. Um Infektionen unverzüglich feststellen zu können, existiert bereits seit dem Sommer unsere interne, täglich erreichbare Abstrichambulanz, an die sich die Mitarbeitenden wenden, wenn sie unklare Symptome bei sich feststellen“, erläutert Brix. Seit Ende Oktober kommen hier neben PCR-Tests – je nach medizinischer Indikation - auch Schnelltests zum Einsatz. Ab Dezember sollen die regelmäßigen Reihentestungen unter dem Personal noch verstärkt werden. Bisher hatte das Klinikum in der zweiten Pandemie-Phase zehn infizierte Mitarbeiter aus dem ärztlichen beziehungsweise pflegerischen Bereich zu verzeichnen.

Positive Mitarbeiter könnten bei Personalengpass weiterarbeiten

Kommt es zu Infektionen bei einzelnen Mitarbeitern, werden deren Kontaktpersonen der Kategorie 1 (gemäß RKI-Definition) ebenfalls sofort ausfindig gemacht und für 14 Tage in Quarantäne geschickt. Auch durch Kontakte mit positiven Personen im privaten Umfeld entstehen immer wieder Quarantänesituationen bei Mitarbeitenden. „Diese beeinträchtigen natürlich die Personalversorgung in allen Stationen, dennoch sind sie aus Sicherheitsgründen unbedingt notwendig“, schildert die Kliniksprecherin und betont außerdem „bei einem ausgeprägten Personalengpass können wir eine Weiterarbeit von Kontaktpersonen beim Gesundheitsamt beantragen. Die Tätigkeit in der Klinik darf dann nur unter festen Vorgaben stattfinden.“ Eine Weiterarbeit von COVID-19-positiven Mitarbeitern ist nach den Regularien des RKI prinzipiell möglich, das Brucker Klinikum schließt dies jedoch in der aktuellen Versorgungslage kategorisch aus. „Bisher konnten wir durch Umverteilung die medizinische und pflegerische Versorgung in allen Bereichen sicherstellen und wir sind zuversichtlich, dass uns das auch weiterhin gelingt“, sagt Beate Brix.

Krisenstab im Klinikum berät sich täglich

Weiterhin würde sich der interner Krisenstab des Klinikums, der unter anderem aus der Geschäftsleitung, dem Pflegedirektor, dem Ärztlichen Direktor und dem Pandemiebeauftragten besteht, täglich über die aktuelle Lage beraten, um schnellstmöglich auf neue Entwicklungen reagieren zu können.
red

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