Der Klosterwirt mit seinem denkmalgeschützten Stadel ist ein zentraler Identifikationspunkt für die Menschen in Grafrath – Sie sollen entscheiden 

Bebauungsplan Klosterwirt in Grafrath – Bürgerentscheid

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Das heruntergekommene Klosterwirt-Gebäude in Grafrath mit dem denkmalgeschützten Stadel (hintere Ansicht)

Grafrath – Die Entscheidung, ob die Real-Treuhand Immobilien Bayern GmbH, den Klosterwirt in Grafrath samt Stadel sanieren und das dahinter liegende Wiesengelände bebauen wird, macht die Real-Treuhand als Investor vom Ergebnis des Bürgerentscheids am ersten Dezember abhängig.

 Das teilte der Geschäftsführer der Real-Treuhand, Günther Deml, bei einem Pressegespräch am 21. Oktober im Gasthof Dampfschiff mit. Den bevorstehenden Bürgerentscheid fasst der Investor nicht einmal negativ auf. „Als Vorhabensträger können wir diesen Schritt nur begrüßen. Wir sind zuversichtlich, dass eine breite Mehrheit unser Vorhaben unterstützt. Ein positives Votum festigt die Legitimation unserer Planungen“, meinte Deml dazu. Vor vier Jahren kam die Real-Treuhand erstmals mit dem Klosterareal in Kontakt, nachdem der Gemeinderat aufgrund des finanziellen Risikos darauf verzichtete, das Gelände von einer Erbengemeinschaft selbst zu erwerben und zu vermarkten. 

In dieser Zeit entstand eine Planung, um die seitdem im Gemeinderat gestritten wird. Das nun die Bürger das Wort haben, ist für den Geschäftsführer der Real-Treuhand „ganz gut so“. Sollte aber die Planung von der Bevölkerung abgelehnt werden, so sehe die Real-Treuhand allerdings keine Perspektive mehr. Im Kaufvertrag für das Grundstück sei mit der Erbengemeinschaft ein Rücktrittsrecht vereinbart, auf das man dann zurückgreifen werde. „Der Klosterwirt mit seinem denkmalgeschützten Stadel ist ein zentraler Identifikationspunkt für die Menschen in Grafrath. Umso wichtiger ist deshalb, dass man dieses Ensemble nicht nur behutsam saniert, sondern auch die umliegenden Flächen städtebaulich aufwertet“, erläuterte Deml die Sanierung des Klosterwirts sowie die geplante Wohnbauentwicklung und nahm damit die von vielen geäußerten Befürchtungen, die Real-Treuhand wolle den Klosterwirt gar nicht sanieren, den Wind aus den Segeln. 

Ob allerdings eine rein gastronomische Nutzung infrage komme, oder ob eine Mischnutzung mit einem Dorfladen, Büros und Wohnraum möglich sei, stehe noch nicht fest. Gemäß dem Landesamt für Statistik benötigt die Gemeinde in fünf bis sieben Jahren aufgrund der sich verändernden Bevölkerungsstruktur und der Wohnflächenentwicklung zusätzlich ca. 135 Wohneinheiten. Der neue Bebauungsplan trage diesem Bedarf Rechnung. Er realisiere ca. 60 Wohneinheiten. Die Mischung aus Doppel-, Reihen-, und Kettenhäusern sowie drei Geschosswohnungsbauten biete Wohnraum für jeden Geldbeutel und entspreche der Grafrather Siedlungsstruktur und der Umgebungsbebauung, so Deml.

 Nicht nachvollziehen kann der Real-Treuhand-Geschäftsführer das Hauptargument der Planungsgegner, dass die derzeitige Planung eine zu hohe Baudichte enthalte. „Wir haben die gleiche Nutzfläche wie das Vorgängerprojekt auf einem größeren Umgriff“, teilte Deml mit. Daraus ergebe sich zwangsläufig eine geringere Baudichte. Zu der Forderung, der Investor habe die Folgelasten zu tragen, führte Deml aus: „Die Gemeinde hat eine entsprechende Untersuchung dieser Kosten beim äußeren Planungsverband in Auftrag gegeben. Die Kosten sind klar vom Bauträger zu übernehmen.“ Am 15. November veranstaltet die Real-Treuhand einen Informationsabend in Grafrath, bei dem sie die Bevölkerung über alle Planungen informieren wird. Darüber hinaus wird eine Website über den Bebauungsplan „Am Klosterwirt“ aufklären und die Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, Fragen direkt an den Investor zu stellen. 

 Dieter Metzler

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