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Kollektiv Raumstation Wien gastierte eine Woche lang in der Unteren Bahnhofstraße in Germering

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Von: Claudia Becker

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Eine Woche lang wurde in einem Teilabschnitt der Unteren Bahnhofstraße geforscht.
Eine Woche lang wurde in einem Teilabschnitt der Unteren Bahnhofstraße geforscht. © Becker

Germering – Eine Woche lang war viel los an der Unteren Bahnhofstraße – und das anders, als sonst. Die Aktionswoche „Institut für Wertschätzung“ gastierte in einem Teilabschnitt der Straße zwischen dem Kleinen Stachus und der Bahnunterführung. Das Projekt – eine Kooperation des Kollektivs Raumstation Wien und der Stadt Germering –wurde durch die Regierung von Oberbayern/Städtebauförderung im Rahmen des Sonderfonds „Innenstädte beleben“ gefördert.

Mit Abschluss der Aktionswoche war auch der Tag der Städtebauförderung erreicht worden. Bereits seit mehreren Jahren hatte Petra Tech, Leiterin der Standortförderung, geplant, an diesem Tag etwas Besonderes stattfinden zu lassen. Heuer gelang das gemeinsam mit dem Wiener Kollektiv. Das Kollektiv gibt es unter anderem auch in Berlin und Weimar. Junge Leute haben sich hier zusammengeschlossen, um Städte kritisch zu betrachten und spielerisch und kreativ neu zu bewerten. Eine Woche lang wurden zwei Parkbuchten in eine Raumforschungsstation umgewandelt, um zu diskutieren, zu forschen oder beispielsweise Workshops für Schlulklassen oder Senioren stattfinden zu lassen – immer mit dem Ziel, die Untere Bahnhofstraße aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und die Aufenthaltsqualität zu bewerten.

Germering neu entdecken bei einem Wahrnehmungsspaziergang

So konnten Teilnehmer das Zentrum Germerings bei einem Wahrnehmungsspaziergang neu entdecken oder in einem Bauworkshop Hocker bauen, die neben Blumenkästen als Verweilorte zunächst vor der Geschäftszeile verbleiben sollen. Auch werden Entfernungen eingeschätzt und nachgemessen oder der Dezibelwert gemessen. „Die Menschen waren offener als gedacht“, erklärt Lilly Seiler vom Kollektiv aus Wien. Die Germeringer kamen nicht nur gezielt zu den Workshops an den Stand mit der Überschrift ‚Institut für Wertschätzung‘, sondern sprachen die Mitglieder des Kollektivs auch spontan an. Eine große Veränderung auf einmal sei schwierig, so Seiler, „lieber kleine nach und nach“. „Die Straße ist sanierungsbedürftig. Warum also nicht Ideen der Bürger im Vorfeld mit einfließen lassen“, erklärt Tech. Auch die Stadtverwaltung und die ansässigen Gewerbetreibenden wurden mit ins Boot geholt und befragt.

Emotionskartierung

Mittels einer Emotionskartierung, konnten sich die Germeringer gezielt mit den Problemen der Unteren Bahnhofstraße auseinandersetzten.
Mittels einer Emotionskartierung, konnten sich die Germeringer gezielt mit den Problemen der Unteren Bahnhofstraße auseinandersetzten. © Becker

Auf der anderen Straßenseite war ein langer Tisch aufgebaut, auf dem mithilfe einer Emotionskartierung Daten erhoben werden konnten, damit sich die Germeringer gezielt mit den Problemen der Unteren Bahnhofstraße auseinandersetzten. Es wurden Gefahrenquellen wie „rücksichtsloses Einparken von Autofahrern“ bemängelt oder Verbesserungsvorschläge wie „mehr Grün“, „Sitzplätze schaffen“ und „fahrradfreundliche Gestaltung“ oder „Tempo runter“ gemacht. Eine finale Analyse wird dann noch an die Stadt geliefert.

Claudia Becker

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