Mit Leserumfrage

Bruck fällt bei "fahrradfreundliche Kommune" durch

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Viele Punkte wurden von der Kommission sehr positiv bewertet – so etwa die Rad-Servicestation am Bahnhof Fürstenfeldbruck.

Vier Jahre nach der Vorbereisung durch die Bewertungskommission der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK), bei welcher Handlungsempfehlungen für die Stadt Fürstenfeldbruck ermittelt wurden, was noch alles zu tun ist, um als „Fahrradfreundliche Kommune“ vorgeschlagen und anschließend durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr zertifiziert zu werden, stand am 7. Oktober nun die sogenannte Hauptbereisung an. Hier prüfte die Kommission, ob nun alle 36 Bewertungskriterien erfüllt sind.

Fürstenfeldbruck - In einer zweistündigen Präsentation durch die Radverkehrsbeauftragte der Stadt, Claudia Gessner, wurden alle Bewertungskriterien ausführlich dargestellt und diskutiert. Am Nachmittag verschafften sich die drei Vertreter der Kommission sowie Vertreter der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck, der Landes- und Kommunalpolitik sowie Mitarbeiterinnen der Verwaltung einen persönlichen Eindruck bei einer Radl-Exkursion durch das Stadtgebiet. 

Viele Punkte wurden positiv bewertet

Vor allem der im Juli getroffene Grundsatzbeschluss mit dem Ziel, den Radverkehrsanteil bis zum Jahr 2025 von derzeit 16 auf 25 Prozent zu erhöhen sowie das Angebot an öffentlichen Luftpumpen im Stadtgebiet und die Rad-Servicestation am Bahnhof Fürstenfeldbruck verdeutlichen die Unterstützung des Radverkehrs. Auch die gute Kommunikation aufgrund des regelmäßig tagenden Runden Tisch Radverkehr und zwischen den Radverkehrszuständigen im gesamten Landkreis Fürstenfeldbruck wurde sehr gut beurteilt. Mit dem von der Stadt und dem Bauhof erarbeiteten Winternetzplan, welcher jetzt auch zeitnah veröffentlicht werden soll, wird das Radfahren auch in der kalten Jahreszeit gefördert. 

Radwegekonzept des Landkreises und Schadensmelder-App

Weiterhin positiv bewertet wurden die Tätigkeiten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Service, wie etwa das Engagement beim Stadtradeln, die Mängelmeldungsmöglichkeiten mittels RADar! und der Schadensmelder-App sowie die für Bürger kostenlosen Radl-Sicherheitschecks. Auch die Durchführung der eigenen Verkehrsschauen zum Thema Fahrrad sowie die politischen Beschlüsse zu Fahrradstraßen, Schutzstreifen, besserer Radverkehrsführung an Knotenpunkten erfüllen die entsprechenden Bewertungskriterien einer fahrradfreundlichen Kommune. Mit der engagierten Beteiligung an den Projekten des Landratsamtes „Radwegekonzept im Landkreis Fürstenfeldbruck (inklusive Fahrradwegweisung)“, „Auf- und Ausbau multimodaler Schnittstellen (inklusive Fahrradverleihsystem)“ und „Machbarkeitsstudie für einen Radschnellweg Muc-FFB“ ist auch die Radverkehrsförderung in diesen Bereichen nachgewiesen. 

Fehlendes Radverkehrskonzept und Beschilderung

Die fehlende Umsetzung der wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr, welche ursprünglich auch in den vier Jahren hätte erfolgen müssen, wurde jedoch negativ gesehen. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist ein vorliegendes Radverkehrskonzept, welches das Radverkehrsnetz, vorhandene Netzlücken und geplante Maßnahmen in den vier Säulen der Radverkehrsförderung (Infrastruktur, Information/Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation, Service) schriftlich dokumentiert. 

AGFK: Mehr Kapazitäten für den Radverkehr

Dessen Erstellung ist Bestandteil des Projektes „Integrierter Verkehrsentwicklungsplan für FFB“, das sich aber noch in Bearbeitung befindet. Weiterhin wurde durch die Kommission angeraten, die verkehrsrechtliche Radverkehrsbeschilderung im Stadtgebiet zu prüfen. Diese drei Punkte sollen nun bis zum Spätsommer des kommenden Jahres nachgewiesen werden, dann erhält die Stadt Fürstenfeldbruck das Zertifikat „Fahrradfreundliche Kommune“. Die AGFK empfahl außerdem, mehr Kapazitäten für den Radverkehr zur Verfügung zu stellen, da auch im Hinblick auf die im Verkehrsentwicklungsplan erarbeiteten Radverkehrsmaßnahmen eine Betreuung und Kontrolle gesichert sein sollte. Insgesamt ist Fürstenfeldbruck also auf einem guten Weg.

red

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