250.000 Tonnen fallen im Landkreis jährlich an

Kommunale Kläranlagenbetreuer unterzeichnen Absichtserklärung zur Klärschlammverwertung

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Ein Klärbecken des Amperverbandes bei Geiselbullach.

Landkreis Fürstenfeldbruck - Alle kommunalen Kläranlagenbetreiber der Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck haben eine Absichtserklärung zur Klärschlammverwertung unterschrieben.

Mittels dreier Infoveranstaltungen machten die Koordinatoren AmperVerband als größter Abwasserzweckverband der Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck und GfA als Betreiber des benachbarten Abfallheizkraftwerks Geiselbullach die kommunal Verantwortlichen beider Landkreise auf die Herausforderungen der zukünftigen Klärschlammverwertung aufmerksam. Durch die Verschärfung der rechtlichen Anforderungen an die zukünftige Verwertung von Klärschlamm, ausgelöst insbesondere durch die Novelle der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) aus dem Jahr 2017, werden kommunale Betreiber von Kläranlagen zum dauerhaften Umdenken gezwungen. 

Zudem erhält die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm zukünftig eine zentrale Bedeutung, da sie jetzt gesetzlich vorgeschrieben ist. Die daraus resultierende Nachfrageerhöhung nach thermischen Verwertungsmöglichkeiten in Verbindung mit der langfristig sinkenden Zahl an Mitverbrennungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Kohlekraftwerken, lässt die Entsorgungspreise je Tonne Klärschlamm seit einigen Jahren signifikant steigen. Die Resonanz der umliegenden, kommunalen Kläranlagenbetreiber war sehr hoch. Miteinander wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und gemeinsam finanziert. Die Studie sollte Aufschluss darüber geben, ob der in den beiden Landkreisen anfallende Klärschlamm (rund 25.000 Tonnen pro Jahr) regional verwertet werden kann und wenn ja, welche Verfahrensschritte und Technologien geeignet erscheinen.

Das Ergebnis der Studie

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein regionales Management und eine ökologisch vorteilhafte Verwertung der Klärschlämme in der Region zu den derzeit marktgängigen Kosten in Geiselbullach möglich sind. Unter anderem kann dadurch die jährliche Distanz, welche Lkw zurücklegen müssen, um den Klärschlamm der beiden Landkreise zur jeweiligen Verwertungsstätte zu bringen, von 450.000 Kilometern (km) auf 31.000 km gesenkt werden. Den Berechnungen zufolge sinkt allein dadurch der jährliche Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um 270 Tonnen. Marktgängige Kosten können jedoch nur dann erreicht werden, wenn sich genügend kommunale Verantwortungsträger dazu entscheiden, ihren Klärschlamm in diesen gemeinsamen Verbund einzubringe. Aus diesem Grund wurden die Kläranlagenbetreiber gebeten, eine Absichtserklärung zu unterzeichnen, mittels derer sie sich zu einem interkommunalen Verbund der Klärschlammverwertung bekennen. Mittlerweile steht fest: Alle Betreiber der beiden Landkreise haben ihre Beitrittsabsicht schriftlich bekundet, die Entscheidungsgremien votierten jeweils einstimmig. Damit wandeln sich Ideen und Vorschläge in den konkreten Auftrag, den Klärschlammverbund ins Leben zu rufen. 

Wie es nun weiter geht?

In einem nächsten Schritt wird nun eine Verbandssatzung erarbeitet und der Kommunalaufsicht zur Prüfung vorgelegt. Anfang kommenden Jahres soll dann der Zweckverband gegründet werden. „Noch nie zuvor schlossen sich alle kommunalen Kläranlagen der beiden Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck für ein Projekt zusammen – das wird ein Erfolgsmodell“, sagt Thomas König, Sprecher des Vorstands der GfA – Betreiber des Abfallheizkraftwerks. „Dieses Ergebnis ist ein starkes Signal des kommunalen Zusammenhalts in der Region. Gemeinsam wird vor Ort Verantwortung übernommen“, fügt Frederik Röder, Verbandsvorsitzende des AmperVerbandes, an. 

red

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