Kompakt WC-Anlage am Germeringer S-Bahnhof geht in Betrieb

Wenn's pressiert: Das blaue Wunder am Bahnhof

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Oberbürgermeister Andreas Haas (links) und Sebastian Reichpietsch vom Stadtbauamt inspizieren das neue futuristische Bahnhofs-WC.

Germering – Ihr blaues Wunder erleben ab sofort alle, die den S-Bahnhof Germering-Unterpfaffenhofen besuchen, ob Reisende oder Einheimische. Immer von 5 Uhr morgens bis 24 Uhr ist das stille Örtchen nutzbar – lange wurde darauf hingefiebert, immerhin handelt es sich um eine Investition der Stadt von etwa 240.000 Euro, die jährlichen Instandhaltungskosten nicht mit einberechnet.

Es sollte so einfach sein, immerhin gehört das Gelände, auf dem sich die neue Kompakt Anlage befindet nicht auf städtischem, sondern auf dem Gelände der Deutschen Bahn. Nach jahrelangen und dementsprechend erfolglosen Diskussion haben sich die Germeringer Stadträte im Juli 2019 dazu durchgerungen das Problem selbst in die Hand zu nehmen. Oberbürgermeister Andreas Haas betitelte die hohen finanziellen Ausgaben mit den Worten, dass es der Stadt wert sein sollte. Zum Schmunzeln brachte er dann die zur feierlichen Eröffnung gekommenen Stadträte mit den Worten von Wilhelm Busch: „Die Spannung steigt, der Drang wird groß – Nur still! gebt acht! – gleich drückt er los!“ Wenn es sich bei Busch auch um das Niesen handelt, so ist die Verbindung zur Toilette naheliegend – wenn man muss, dann muss man eben, egal ob auf die Toilette oder beim Niesen. Und nichts erscheint da logischer als eine öffentliche und zudem kostenlose Toilette am Bahnhof zu installieren. Die Entscheidung, diese kostenfrei anzubieten, haben die Stadträte im Vorfeld lange diskutiert wie Stadtbaumeister Jürgen Thum erzählt. „Um Störungen zu verhindern, wenn Menschen etwas anderes als Münzen in den Schlitz werfen, haben wir uns dagegen entschieden“, sagt Thum. Knapp ein Jahr nach dem Beschluss ist es dann soweit und die Spülung im blauen hochtechnologisierten Bahnhofs-WC kann gedrückt werden. Zwei Kabinen warten folglich auf die Germeringer. Alles ist vollautomatisch und behindertengerecht konzipiert worden. „Die Sitzbrille wird nach jeder Benutzung gereinigt und desinfiziert und der Boden nach jeder zehnten“, so erklärt es Sebastian Reichpietsch vom städtischen Bauamt. Zudem sieht jeden Tag ein Serviceteam nach dem rechten. Auch sei die Anlage selbst aus Stahlbeton, um Vandalismusversuchen Stand zu halten. „Wir haben extra Edelstahltüren und Glasplatten benutzt, damit auch Graffiti leichter abgeht“, sagt er weiter. Die jährliche Wartung sei nicht zu unterschätzen, etwa zehn Prozent der Erstinvestition nehme sie in Anspruch, so die Experten. In späteren Schritten solle auch etwas mit dem stillgelegten Gebäude neben dem WC sowie dem Bahnhofsgebäude geschehen, zunächst wären aber weitere Arbeiten in Harthaus angedacht, wie Haas erklärt.

Claudia Becker

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