Die Große Kreisstadt will die Nachbargemeinden in die Planungen mehr einbinden

Horrorszenario befürchtet: Konflikt um Brucker Fursty-Planungen

Hauptwache des Fliegerhorsts in Fürstenfeldbruck.
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Voraussichtlich 2026 werden die letzten Einheiten den Fliegerhorst verlassen (im Bild ist die Hauptwache zu sehen).

Fürstenfeldbruck – Konversionsmanagerin Nadja Kripgans-Noisser stellte auf der jüngsten Sitzung des Konversionsausschusses den geplanten Ablauf des städtebaulichen Wettbewerbs für die zivile Nachnutzung des Fliegerhorstareals vor. Überschattet wurde die Debatte allerdings von dem Konflikt mit den Nachbarkommunen, die ein eigenes Verkehrsgutachten in Auftrag geben wollen.

Ziel der Verwaltung ist, noch in der ersten Jahreshälfte den Auslobungstext für den Architektenwettbewerb „in Abstimmung mit der Öffentlichkeit und den Nachbargemeinden zu erarbeiten“, erklärt Kripgans-Noiser. Wichtig dabei sei, dass der Text auf breite Akzeptanz stößt, „sonst wird uns das immer wieder vor die Füße fallen.“ Momentan werden noch die Ergebnisse diverser Studien wie etwa der Altlastenerkundung oder den Szenarien-Hochrechnungen im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans in den Auslobungstext eingearbeitet. Im zweiten Halbjahr könne dann voraussichtlich das eigentliche Wettbewerbsverfahren starten.

Auch CSU-Fraktionschef Andreas Lohde betont, dass eine neue Ebene der Zusammenarbeit mit den Anrainerkommunen gefunden werden müsse, nachdem ein angestrebter Zweckverband am Brucker Veto gescheitert ist. „Wir müssen abwenden, dass die Nachbarkommunen eigene Gutachten erstellen.“

Verkehrsentwicklungsplan führt zu Diskussionen

Grund für den Konflikt sind Zahlen aus dem Brucker Verkehrsentwicklungsplan (VEP). Im Dezember hatte die Stadt den Bürgermeistern von Maisach, Emmering und Olching im Rahmen eines Online-Workshops Details aus dem VEP vorgestellt. In diesem wurden unter anderen drei Szenarien für die Anzahl künftiger Wohnungen und Arbeitsplätze auf dem 360 Hektar großen Areal, das auf Brucker Flur liegt, durchgerechnet. Die Maximal-Modellrechnung geht von 5.000 Einwohnern und 5.000 Arbeitsplätzen aus – für die Nachbargemeinden ein Horror-Szenario, denn diese fürchten, dem daraus resultierenden Verkehrsaufkommen nicht mehr Herr zu werden.

„Es ist wichtig zu wissen, was unsere Region an Verkehr verträgt.“

Andreas Magg, Bürgermeister Olching

Olchings Bürgermeister Andreas Magg etwa hält „es für wichtig zu wissen, was unsere Region noch an Verkehr verträgt.“ Auch wenn Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) und Zweiter Bürgermeister Christian Stangl (Grüne) unisono betonen, dass niemand einen Molloch wolle und von diesem „worse-case-Szenario“ ausgeht, bemängelt Lohde, dass die Untersuchungen des VEP an den Brucker Stadtgrenzen aufhören. Das beauftragte Konsortium habe „versäumt, die Nachbargemeinden mit einzubeziehen.“ Dies soll nach dem Willen der Ausschussmitglieder nun nachgeholt werden und für die Ausformulierung des Auslobungstextes will man sich genügend Zeit nehmen. „Wenn wir uns nicht sicher sind, dass dieser auch im Sinne der Anderen ist, verschieben wir das nochmal. Wir werden das nur gemeinsam schaffen“, sendet Raff versöhnliche Töne an seine Amtskollegen.

Peter Fischer

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