Koordinierungscenter (KC FFB) für Flüchtlingsfragen

Landesweit einzigartiger digitaler Wegweiser für Geflüchtete im Landkreis vorgestellt

+
Sie stellten den Wegweiser Integration vor (von links): Michael Schankweiler von der Agentur für Arbeit, Integrationsbeauftragte Tatjana Auer vom Jobcenter, Landrat Thomas Karmasin und Petra Pauli, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt vom Jobcenter.

Flüchtlinge im Landkreis stehen vor einem Dschungel an Anlauf- und Beratungsstellen. Egal ob Sprachkurs, Arbeitssuche, Asylverfahren oder die Anerkennung einer beruflichen Qualifikation aus dem Heimatland:

Fürstenfeldbruck – Es gibt keine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen. Ein Wegweiser im Internet soll nun Licht ins Dunkel bringen.

Gleiche Rahmenbedingungen und damit eine gleichwertige, qualifizierte Beratung für alle Geflüchtete – das war das Ziel des bayernweit einzigartigen Koordinierungscenter (KC FFB) für Flüchtlingsfragen im Brucker Landkreis. Das KC FFB wurde am 1. April 2017 unter der Schirmherrschaft von Landrat Thomas Karmasin ins Leben gerufen und wird vom Bund finanziert. Die Beteiligten haben sich seitdem regelmäßig getroffen. „Dabei entstand die Idee zu einem digitalen Wegweiser“, sagte Petra Pauli, Beauftragte für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, vom Jobcenter bei der Präsentation des Wegweisers Integration.

Keine Antworten nur Verweisungen

Der Wegweiser bietet selbst keine Antworten, sondern weist – wie der Name schon sagt – den Weg zu den Helfern, Vereinen und Behörden. Auf der Internetseiten gibt es Kontaktdaten zu Anlaufstellen, die unter anderem folgende Fragen beantworten: Wo bekomme ich Rechtsberatung bei einem abgelehnten Asylantrag? Wer zahlt mir Zuschüsse für einen Kindergartenplatz? Wie kann ich meine ausländische Berufsqualifikation anerkennen lassen? Aber auch: Wo bekomme ich als Arbeitgeber einen Eingliederungszuschuss, wenn ich einen Flüchtling anstelle?

In 18 Treffen geschaffen

„Der Wegweiser bringt Licht ins Dunkel der zahlreichen Anlaufstellen“, sagt Michael Schwankweiler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit. Erarbeitet wurde die Plattform in 18 monatlichen Sitzungen, zu denen 14 ständige Mitglieder des Koordinierungscenters zusammenkamen – darunter das Landesnetzwerk MigraNet, verschiedene Asylhelferkreise, die Caritas und IHK sowie Handwerkskammer.

In elf Bereiche untergliedert

Zu elf Bereichen wurden Beratungsstellen zusammengetragen: Asylverfahren, Lebensorganisation, Gesundheit, Familie, soziale Integration, Sprache, allgemeine Bildung, berufliche Bildung, Qualifikationsfeststellung, Arbeitsmarktintegration und Arbeit. Alle Punkte sind weiter untergliedert und nennen zahlreiche Organisationen, Vereine und Behörden, die in den jeweiligen Fragen zuständig sind.

Wegweiser wird ständig aktualisiert

„Wir haben versucht, alle Aspekte zu berücksichtigen“, sagt Tatjana Auer, Integrationsbeauftragte des Jobcenters und ebenfalls im Koordinierungscenter. Der Wegweiser sei aber „lebendig und entwicklungsfähig“. Tipps zu weiteren Anlaufstellen würden gerne entgegen genommen, der Wegweiser werde beständig weiter gepflegt, ergänzt Pauli. Landrat Karmasin bezeichnet den Wegweiser sehr gelungen: „Es ist einmalig, dass alle haupt- und ehrenamtlichen Helfer in einem Landkreis vernetzt werden.“

Der Wegweiser Integration kann über die Internetseite des Jobcenters unter www.jobcenter-ffb.de aufgerufen werden. Links finden sich am Fuß der Homepage sowie im Untermenü „Flucht und Integration“.

Andreas Daschner

Auch interessant

Meistgelesen

+++ Blaulicht-Ticker für den Landkreis Fürstenfeldbruck
+++ Blaulicht-Ticker für den Landkreis Fürstenfeldbruck
Brandstiftung am Skaterpark: Unterstand völlig abgebrannt
Brandstiftung am Skaterpark: Unterstand völlig abgebrannt
Neue Themenroute eröffnet: Räuber-Kneißl-Radweg durch zwei Landkreise
Neue Themenroute eröffnet: Räuber-Kneißl-Radweg durch zwei Landkreise
Landratsamt packt Päckchen für "Urlaub dahoam"
Landratsamt packt Päckchen für "Urlaub dahoam"

Kommentare