Mit kreativer Feder - Puchheimer Senioren-Schreibtisch stellte 8. Band seiner Seniorenbuchreihe vor

Der Senioren-Schreibtisch (ohne die verhinderten Hildegard Louis u. Olga J. Merthan) v.li.: Hans Brückner, Gerhard Lüddecke, Brigitte Walter, Manfred Meier, Ulrike Brennich, Josef Lohner, Christel Stepper, Renate Weidauer (Gast), Wendelin Rasenberger, Peter Weinhold. Foto: Günter Schäftlein

Die schreibende Gemeinschaft von 11 festen Mitgliedern - seit 2009 ergänzt durch Christel Stepper und Manfred Meier - hat zum 8. Mal eine Anthologie ihrer Geschichten, Gedichte und Kurzzeiler vorgelegt. Sonderkapitel behandeln darin „Warum ich schreibe?“, Nachkriegserinnerungen und auch amüsant „Teuflisches“.

Zusammen kamen auf 195 bedruckten Seiten 119 ihrer sehr unterschiedlichen Beiträge als eine lebhafte, bunte Mischung, kurzweilig, zum Durchstöbern und auch längerem Verweilen. Sechs weitere, in der Schreibszene bekannte Autoren sandten ergänzende Texte ein: Maria Dragotin, Jochen Hager, Christel Walter, Veit-Peter Walther, Renate Weidauer und Rupert Witzmann. Im Rahmen der Präsentation im ‚Bürgertreff’ übergab Dr. Peter Weinhold die Leitung des Seniorenschreibtischs an seinen Nachfolger Manfred Meier. Begrüßt wurden die zahlreichen Zuhörer-Gäste der Probe-Lesungen von Kuno Saatze, dem Vorsitzenden des Puchheimer Seniorenbeirats, der die Buchveröffentlichung sponsert. Dem neuen Schreibtisch-Vorstand, Manfred Meier, merkt man seine Freude am Schreiben im Dialekt an: „Kimm hoid“, „Da Mingara“, „A Buidl“ … In seinen Geschichten „Grüße zum Muttertag aus China“ oder „Spuren im Sand“ lässt er etwas offen, was man als Leser auch noch wissen möchte. Ähnlich mit „dem Ende nach Phantasie“ verfährt der Neuzugang aus Mittelstetten, Christel Stepper: Intelligente Beobachtungen, Psychogramme („Schachmatt“), Alltagsanmerkungen als Storys und Gedichte. Das Vergnügen wächst, wenn Gerhard Lüddecke liest: „Hörnchen“, „Freunde“, „Erdbeertorte“. Aber er kann es auch prosaischer: „Frühstück am Sonntag“ ist ungewöhnlich lang für ihn, aber inhaltlich kennzeichnend für die Schwierigkeit, zu Wort zu kommen - zwischen Mann und Frau. Prosa und Gedichte und manchmal darin eine gehörige Portion Selbstironie, verpackt von Brigitte Walter in ihrem „Zausen der Banausen“. Etwas anders fasst sie ihr „Schreiben“ zusammen: „Schreiben ist Leben … Weil es ein Stück von mir ist, ein Spiegel vor Dir, ein Teil von allem.“ Hildegard Louis verknappt es ebenfalls in „Begegnung“: Wie war doch der Name? „Ich kenne Sie auch nicht“, lächelt die Frau, „aber schön, dass wir uns getroffen haben!“ Wendelin Rasenberger erinnert in seinem „Friedlichen Fuchs“ - der dem Hühnervolk vormacht, auf Friedensmarsch zu sein - an die Tierfabeln des Äsop. Aber, der lebte schon im 6. Jh. vor Christus. Da ist Peter Weinhold zeitlich viel nähe mit seiner Betrachtung zur Finanzkrise und zum Thema Schwarzgeld in „Zu spät!“ Der ehemalige Münchner Trambahnfahrer Josef Lohner, natürlich dort geboren und auch aufgewachsen, sieht die kleinen Freuden und Anlässe des Lebens und schreibt am Liebsten übers Münchnerische Gemüt: „Katzenjammer“ oder „Pfingsten mit Bruder Sixtus“. Olga J. Merthan, der zu jeder Jahreszeit oder Seelenregung etwas Atmosphärisches einfällt, bringt auch mit einem „zünftigen Tag“ jeden Biergarten zum Glänzen. Hans Brückner: Seine Nachkriegserinnerungen aus den Jahren 1947/1948, aus ersten DM-Tagen um eine Pfand-Brille ist liebenswürdig und erheiternd, obwohl die Zeiten damals im deutschen Restreich alles andere als rosig waren. Ulrike Brennich lässt zu ihrem Nordfahrt-Reisebericht mit glücklichem Ausgang - bevor die Reise überhaupt losgeht - alle wissen: „So was gibt’s!“ Die Buchpräsentation mit identischem Programm wird am 18. Nov. um 15 Uhr im Gröbenzeller Don-Bosco-Haus, Kirchenstraße 16b, wiederholt.

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