SPD stellt Landratskandidaten vor

Christoph Maier (SPD) fordert Thomas Karmasin heraus

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Der Unterbezirksvorsitzende des SPD-Kreises Fürstenfeldbruck, MdB Michael Schrodi (links) mit dem SPD-Landratskandidaten Dr. Christoph Maier

Mit 96,4 Prozent der Stimmen schicken die Sozialdemokraten aus dem Kreis Fürstenfeldbruck Dr. Christoph Maier offiziell in das Rennen um das Amt des Landrates. Bereits im März hatte die KreisSPD den 49-jährigen Rechtsanwalt bei einem Pressegespräch als ihren Kandidaten für die Landratswahl 2020 vorgestellt. Mit 54 Ja-Stimmen, einem Nein und einer Enthaltung stellten sich nun auch die 57 Delegierten im Roßstall-Theater in Germering fast geschlossen hinter ihren Kandidaten aus Türkenfeld. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Damit ist Maier der erste Herausforderer des am 28. Juni von der Kreis-CSU zum fünften Mal ins Rennen geschickten Landrats Thomas Karmasin.

Fürstenfeldbruck - SPD-Mitglied und jahrelang Vorsitzender im SPD-Ortsverein sowie Gemeinderat in Puchheim, in seiner Antrittsrede auf die Themen einging, die ihm unter den Nägeln brennen, erhielt er Schützenhilfe vom parteilosen Oberammergauer Bürgermeister Arno Nunn. Der „unabhängige“ Bürgermeister, wie er sich selbst bezeichnet, demonstrierte den Delegierten, wie er in einem zunächst aussichtslosen Wahlkampf gegen Florian Streibl, den Sohn des Ex-Ministerprä- sidenten, zog und letztlich gewann. „Sie sind auf dem richtigen Weg, wenn sie einen Kandidaten haben, der unverbraucht ist, der anpacken will und anpacken kann. Christoph Maier ist absolut identisch, dafür hat die Wählerschaft ein Gespür.

Maier: "Ich bin kein Träumer, ich bin zu 100 Prozent Realist"

 „Ich will die Wahl gewinnen und Landrat von Fürstenfeldbruck werden. Ich bin kein Träumer, sondern zu 100 Prozent Realist“, zeigte sich Maier von Beginn an bei seiner Antrittsrede kämpferisch. „Gemeinwohl statt Gier – Projekt Zukunft FFB“, so lautet sein Wahlkampfmotto. Was der SPD-Landrat-Herausforderer darunter versteht, das teilte er den Delegierten bei seinem fast einstündigen Auftritt mit. Dabei ließ Maier kein Thema aus. 

Bezahlbarer Wohnraum, Klimaschutz, Energiewende und Fliegerhorst

So spannte der bisher einzige Herausforderer des amtierenden Landrats seinen Bogen von bezahlbarem Wohnraum, über den Klimaschutz und der Energiewende, die Sanierung und Digitalisierung der Schulen, den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft bis hin zur Nutzung des Fliegerhorstes, wo eine Stadt für die Zukunft entstehen könnte. „Ich will, dass es allen Menschen im Landkreis gut geht“, ging Maier auf Kinderarmut in diesem reichen Landkreis ein, und auch die älteren Menschen würden nicht den Respekt für ihre Lebensleistung erhalten. Die Zustände im Ankerzentrum im Fliegerhorst bezeichnete Maier als skandalös. Er schäme sich dafür. Die Notwendigkeit des Umsteuerns beim Klimawandel sei nicht politisch verhandelbar, so Maier. „Es ist eine naturwissenschaftliche Tatsache, mit der wir uns ernsthaft auseinandersetzen müssen.“ 

Landkreis zählt zu den Top 3 der teuersten Landkreise in Deutschland

Der Landrat habe bei der Energiewende im Landkreis versagt. Es fehle an substanziellen Maßnahmen. Fakt sei, dass der CO2-Gehalt im Landkreis gestiegen ist. „Wir brauchen eine Gesellschaft, in der die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht, wo man sich brüderlich und schwesterlich umeinander kümmert.“ Man müsse endlich die Erkenntnis zulassen, dass die neoliberale Story vom schlanken Staat und von der „schwarzen null“ komplett in die falsche Richtung führe, forderte Maier auf allen Ebenen mehr Investitionen. Die wesentliche Infrastruktur menschlicher Existenz dürfe kein Privileg der Reichen sein. Hier müsse endlich wieder auf allen Ebenen massig investiert werden. Der Landkreis zähle zu den Top drei der teuersten Landkreise in ganz Deutschland, deshalb könne bezahlbarer Wohnraum nur durch kommunalen Wohnungsbau organisiert werden. Beinahe ein Jahrzehnt lang habe der Landrat den sozialen Wohnungsbau verhindert. 

Gemeinwohl statt Gier - Zukunft FFB

Er werde in den nächsten Monaten unter der Überschrift „Zuhören, verstehen, diskutieren“ durch den Landkreis touren. „Wir alle können gemeinsam den Landkreis zu einem besseren, weil gemeinschaftlicheren, solidarischeren Ort machen. Ich bin zutiefst überzeugt, dass ich die Mehrheit der Stimmen mit dem Programm „Gemeinwohl statt Gier – Zukunft FFB“ erringen kann.“ Nach Maiers fulminanter Rede stellte der SPD-Kreischef, MdB Michael Schrodi, unter dem langanhaltenden Beifall der Delegierten fest: „Du bist bestens vorbereitet, nicht nur für den Wahlkampf, sondern auch für die Übernahme des Landratsamtes.“ 

Dieter Metzler

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