Weniger Einsätze 2020

Kreisfeuerwehrverband blickt zurück und sorgt sich um Jugendfeuerwehr

Kreisbrandrat Hubert Stefan.
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Kreisbrandrat Hubert Stefan.

Landkreis Fürstenfeldbruck – Jedes Jahr veranstaltet der Kreisfeuerwehrverband Fürstenfeldbruck Anfang des Jahres einen Empfang zu dem im Landratsamt die Vertreter der Hilfsorganisationen eingeladen sind. In diesem Rahmen findet auch ein Rückblick auf das vergangene Jahr statt. Nachdem die Veranstaltung heuer erst für den Sommer geplant ist, stellt der Kreisfeuerwehrverband trotzdem schon jetzt die wichtigsten Entwicklungen und Ereignisse des letzten Jahres kurz vor.

Noch am 3. März wurden die Feuerwehrfrauen und -männer von Landrat Thomas Karmasin und Kreisbrandrat Hubert Stefan in einer Feierstunde für 25- und 40-jährige Dienstzeiten geehrt. Ab dem 12. März betrifft die Pandemie dann auch die Feuerwehren im Landkreis, die First-Responder Dienste in Puchheim und Maisach müssen aus Mangel an Schutzkleidung eingestellt werden. „Mit dem Katastrophenalarm, der von Ministerpräsident Markus Söder am 16. März ausgerufen wurde, war sehr schnell klar, dass die nächsten Wochen und dann später auch Monate die Agenda vom Virus bestimmt werden wird“, erinnert sich Ric Unteutsch, Kreisbrandmeister und Sprecher.

Ab März konnten keine Schulungen mehr durchgeführt werden. Zwar gelang es im Sommer mit strengen Hygienekonzepten kleine Gruppen an Grundlehrgängen für die gemeindlichen Feuerwehren anzubieten, mit Ende der Sommerferien und dem erneuten Anstieg der Infektionszahlen, musste auch dieses Angebot eingestellt werden. „Der Kreisfeuerwehrverband und die Kreisbrandinspektion lernten wie alle anderen Organisationen sehr schnell den Umgang mit Videokonferenzen“, bilanziert Unteutsch. Während der Kreisfeuerwehrtag ausfallen musste, konnte in Germering die Ausbildung im holzbefeuerten Brandcontainer für die Atemschutzgeräteträger des Landkreises unter strengen Hygieneregeln durchgeführt werden.

Oberstes Ziel ist die Einsatzfähigkeit aufrecht zu erhalten

Regelmäßige Treffen des Katastrophenschutz Krisenstabs im Landratsamt, ebenfalls online, ermöglichen auch aktuell einen regelmäßigen Überblick aller Problemfelder und Herausforderungen im Zusammenhang mit der Pandemie. Das oberste Ziel sei es im abgelaufenen Jahr gewesen, die Einsatzfähigkeiten der Feuerwehren aufrecht zu erhalten und Quarantänemaßnahmen durch höchste Vorsicht zu vermeiden. „Dies gelang durch alle drei Corona-Wellen sehr gut, keine der 52 Feuerwehren musste zwischenzeitlich ihren Einsatzdienst einschränken“, erzählt Unteutsch.

Die Einsatzzahlen der Feuerwehren gingen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück. Allerdings gab es 2020, anders als beim Hagelunwetter 2019, keine Starkwetter-Ereignisse. Während der Lockdown-Zeiten kam es auch zu weniger Einsätzen im Straßenverkehr. „Ein besonderer Einsatz war das Busunglück am 29. Juni auf der BAB8, als auf Höhe der A99 Eschenrieder-Spange ein voll besetzter Reisebus von der Fahrbahn abkam, einen Zaun durchbrach und in einem Wald mit mehreren Bäumen kollidierte“, erinnert sich Unteutsch. Nachdem die Integrierte Leitstelle einen Großalarm für die Hilfsdienste und Feuerwehren ausgelöst hatte, stellte sich zum Glück heraus, dass es nur wenige leicht verletzte Personen gab und entgegen ersten Meldungen auch niemand im Bus eingeklemmt war.

Aktuell sind bei den Feuerwehren im Landkreis 2.384 (2.374) aktive Einsatzkräfte verfügbar. Davon sind 206 (192) Frauen im aktiven Feuerwehrdienst ehrenamtlich tätig. Die Jugendfeuerwehren verfügen über 313 (343) Mitglieder. Das zeigt einen geringen Schwund bei den Jugendlichen, oft durch Übernahme in den aktiven Dienst. Kreisbrandrat Hubert Stefan: „Aktuell ist die Mitgliederstärke der Feuerwehren in unserem Landkreis als sehr gut zu bezeichnen. Wir sehen aber die Gefahr, dass durch ein Jahr Corona bedingten Verzug in der Ausbildung viele Jugendliche erst später in den Einsatzdienst übernommen werden können und sich in der Zeit anderweitig orientieren.“

red

Einsatzzahlen 2020

Brandeinsätze 700 (846)

Technische Hilfeleistungen 1.604 (2.273)

Sicherheitswachen 57 (207)

Fehlalarme 224 (230)

First Responder 139 (298)

Gesamteinsätze 2.724 (3.362)

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