Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft Fürstenfeldbruck beschäftigte sich mit der Lage in der Region 

Kreishandwerkerschaft: "Die Stimmung ist gut"

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Kreishandwerksmeister Harld Volkwein (2. v. r.) berichtete bei der Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft von einer guten Stimmung im Landkreis. Außerdem im Bild: Ehrenkreishandwerksmeister Franz Höfelsauer (l.), Volkweins Stellvertreter Josef Wieser (r.) und Geschäftsführerin Jutta Sellin

Fürstenfeldbruck – Über die Lage in der Region konnte Kreishandwerksmeister Harald Volkwein bei der Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft Fürstenfeldbruck in knappen Sätzen nur positives berichten: „Die Stimmung ist gut, die Geschäftslage bei den Handwerksbetrieben auch nicht schlecht.“ Und so hatte Volkwein auch etwas Zeit, einen Kommentar über die große Poitik abzugeben. Angesichts der Terroranschläge in Paris solle man dankbar sein, in einem Land zu leben, in dem man von solchen Akten bislang verschont blieb.

 Außerdem brach der Kreishandwerksmeister eine Lanze für die Politiker: „Nach solchen Anschlägen wird immer nach den Politikern geschrien und von ihnen verlangt, dass sie kompetent in der Terrorbekämpfung sind.“ Doch auch die Politiker kämen aus unseren Reihen und seien im normalen Leben vielleicht Landschaftsgärtner oder Schreiner. „Wir sollten sie eher unterstützen, als ihnen ständig ans Bein zu pinkeln“, sagte Volkwein deutlich. Nichts mit den Terroranschlägen hatte Volkweins zweiter Aufruf – diesmal direkt an die Politiker – zu tun: Er sei in der Zeit von Kanzler Ludwig Erhard aufgewachsen und erinnere sich manchmal an dessen Aussage, die seiner Ansicht nach auch heute wieder mehr beherzigt werden solle: „Wir sollten wieder lernen Maß zu halten bei den Ausgaben der öffentlichen Hand.“ 

Auch ein wenig mit der großen Politik hat der Fall eines Asylbewerbers aus dem Landkreis zu tun, den Volkwein ansprach. Der Senegalese hatte zweieinhalb Jahre bei einem hiesigen Betrieb gearbeitet, ehe ihm nun die Arbeitserlaubnis entzogen wurde. Rechtlich wollte Volkwein den Vorfall nicht bewerten. Es sei alles nach deutschem Recht und Gesetz verlaufen. „Trotzdem ist es schade. Es macht uns die Besetzung der Arbeits-, Ausbildungs- und Praktikumsplätze mit Asylbewerbern nicht leichter, wenn sie im Prinzip heimgeschickt werden, sobald sie angelernt sind.“ Erfreulicher bewertete der Kreishandwerksmeister die Lehrlingssituation im Landkreis. Die Zahl der Auszubildenden steigt derzeit von 48 im dritten über 54 im zweiten bis hin zu 76 im ersten Lehrjahr. „Eine gute Steigerung“, sagte Volkwein. 

Ein wenig hofft Ehrenkreishandwerksmeister Franz Höfelsauer bestimmt, aus den Absolventen künftig neue Innungsmitglieder rekrutieren zu können. Denn obwohl die Zahl der Mitglieder mit 184 seit geraumer Zeit einigermaßen konstant ist, sagt Höfelsauer: „Neue Mitglieder würden nicht schaden, wir sollten wieder zu neu gegründeten Betrieben gehen und sie aktiv akquirieren.“ Eine positive Nachricht gab es auch von Markus Figl zu vermelden. Der Kammersieger und Auszubildende der Firma Lignum Arts aus Fürstenfeldbruck hat sich auch im deutschlandweiten Wettbewerb so platzieren können, dass er nun 2017 an den World Skills in Abu Dhabi – quasi der Azubi-Weltmeisterschaft – teilnehmen darf. Dazu reichte ihm ein dritter Platz in Deutschland, denn, so Volkwein: „Der Erste und Zweite sind 2017 schon zu alt für eine Teilnahme an den World Skills.“ 

Andreas Daschner

 

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