Kreishandwerkerschaft tagte - Mittelstand befürchtet Kreditklemme

In den Vorstandswahlen der Kreishandwerkerschaft wurde Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer, Obermeister der Bäckerinnung sowie Stadt- und Kreisrat, wieder einstimmig als Vorsitzender gewählt, zumal er das Krisenjahr 2009 für die Innungen im Landkreis hervorragend gemanagt hatte. Ebenso wurde der Obermeister der Schreinerinnung Harald Volkwein in seinem Amt als Stellvertreter bestätigt. In den Reihen der Beisitzer fand eine Verjüngung statt, weil einige der ehemaligen Vorstandsmitglieder nicht mehr zur Wahl angetreten waren. Einstimmig wurden per Akklamation gewählt: Herbert Leierer für die Malerinnung, Engelbert Jais für die Metzger, Rainer Bayreuther und Thomas Vilgertshofer für das Bauhaupt- und nebengewerbe sowie Sepp Wieser für das Friseurhandwerk.

Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage und der von vielen befürchteten Kreditklemme für den Mittelstand im kommenden Jahr sowie der noch nicht genau überblickbaren Entwicklung, beziehungsweise Auswirkungen der Finanzkrise auf den Arbeitsmarkt im kommenden Jahr hatte die dem Handwerk zur Seite stehende Öffentlichkeit die diesjährige Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft im Hotel „Zur Post“ mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt. Unter den Zuhörern befanden sich Kreisrat Johann Stürzer, Referent für Wirtschaft und Arbeit, Michael Rosenheimer, im Vorstand des IHK-Gremiums Fürstenfeldbruck/Dachau., als Vertreter des heimischen Bankgewerbes die Chefs der Brucker Sparkasse und der Volksbank, Klaus Knörr und Walter Müller, sowie die Leiterin der Brucker Berufsschule Oberstudiendirektorin Andrea Reuß, zuständig für die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses des Handwerks, die mit etwa 2000 Berufsschülern seit kurzem die größte Schule im Landkreis leitet. In seinem Rechenschaftsbericht summierte Höfelsauer die Aktivitäten des vergangenen Geschäftsjahres auf. Gleichzeitig kündigte er an, dass die kommende Freisprechungsfeier am 15. September 2009 nicht mehr im Festsaal der Sparkasse stattfindet, sondern aus Platzgründen in die Aula des Graf-Rasso-Gymnasiums am Tulpenfeld verlegt werden muss. Organisatorische Änderungen werde es auch beim nächsten Berufsinfomarkt geben müssen, wo wegen des Runs der jungen Leute auf mögliche Ausbildungsplätze die Ausstellungsflächen der Handwerksbetriebe kaum mehr die notwendige Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Zur Schließung der FFB-Schau fand Höfelsauer nur die abschließenden Worte, dass der Besucherrückgang gezeigt habe, dass die „Messe nicht mehr so gelaufen ist, wie man es gerne gehabt hätte“. Zum Auftritt von Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg meinte der Kreishandwerksmeister wörtlich: „Er ist ein Hoffnungsträger für uns alle. Er zeigt Rückgrat.“ Für das vergangene Geschäftsjahr 2008 /2009 stelle Höfelsauer leichte Zuwächse bei den Beschäftigtenzahlen und in den Umsätzen fest. Das sei „im Speckgürtel von München so weit in Ordnung“. Die eigene Zukunft sieht die Kreishandwerkerschaft aber eher düster, obwohl gerade das „Handwerk der einzig sichere Garant für Arbeit und Ausbildungsplätze“ darstelle. Zwar fehle es nicht an politischer Unterstützung in den Gemeinden und im Landkreis, jedoch befürchtet Höfelsauer, dass das Konjunkturprogramm der Bundesregierung nicht ausreicht, um die Zukunftsaussichten wirklich zu verbessern. Abschließend fasste er zusammen: „Den Kommunen brechen mittlerweile aufgrund der konjunkturellen Lage die Gewerbesteuern weg. Ich sehe schwarz für die Zukunft.“ Zu denselben Einschätzungen wie Kreishandwerksmeister Höfelsauer kam im Ergebnis auch Dr. Lothar Semper, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer München und Oberbayern in seinem Referat zum Thema „Aktuelle wirtschaftliche und politische Perspektiven“. Semper sprach angesichts der Lage auf dem Kreditmarkt für Investitionen des Handwerks von „Heulen und Zähneknirschen, das ab dem Jahr 2010 losbrechen wird, weil dann die schlechten Bilanzen aus dem Jahr 2009 zu Buche schlagen.“

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