Der Obermeister der Schreinerinnung, Harald Volkwein aus Gröbenzell, übernimmt den Vorsitz

Obermeister der Schreinerinnung beerbt Franz Höfelsauer als Kreishandwerksmeister

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Der neue Vorstand der Kreishandwerkerschaft Fürstenfeldbruck ()v. li.), Vorstandsmitglied Engelbert Jais, Beauftragter Franz Höfelsauer, Kreishandwerksmeister Harald Volkwein, Geschäftsführerin Jutta Sellin, stellvertretender Kreishandwerksmeister Josef Wieser, Vorstandsmitglieder Thomas Vilgertshofer und Werner Nau sowie Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dr. Lothar Semper.

Fürstenfeldbruck – Nachdem sein Stellvertreter schon eine Zeitlang als sein Nachfolger gehandelt wurde, ist es seit dem 19. November nun offiziell: Der Obermeister der Schreinerinnung, Harald Volkwein aus Gröbenzell, beerbt Franz Höfelsauer als Kreishandwerksmeister. Für Volkwein wurde der Obermeister der Friseure, Josef Wieser, zum neuen Stellvertreter gewählt, komplettiert wird die Vorstandschaft durch Werner Nau (Obermeister der Bäckerinnung), Engelbert Jais (Obermeister der Metzgerinnung) und Thomas Vilgertshofer (Obermeister der Bauinnung).

Vor zehn Jahren habe er als Nachfolger von Anton Hoch das „tolle Amt, das ich immer gern ausgeübt habe“ übernommen, sagte der scheidende Kreishandwerksmeister zu den Mitgliedern und Ehrengästen bei der Versammlung im Hotel Post. Es sei schön zu wissen, dass die Kreishandwerkerschaft in gute Hände komme. Er habe kein Problem mit seinem Rückzug ins zweite Glied, brachte Höfelsauer die Sprache auf seinen neuen „Job“ in der Organisation des fachunabhängigen Zusammenschlusses der Handwerksinnungen aus dem Landkreis. Nachdem Höfelsauer erst im Oktober sein Amt als Bäcker-Obermeister in jüngere Hände an Werner Nau aus Grunertshofen abgab, wird der 63-Jährige in Absprache mit den fünf Innungen das neugeschaffene Amt „Beauftragter der Kreishandwerkerschaft“ wahrnehmen. 

Schreinermeister Harald Volkwein, seit 45 Jahren verheiratet, Vater zweier erwachsener Söhne und Chef einer Schreinerei in Gröbenzell, sowie seit über zehn Jahren Obermeister der Schreinerinnung und genauso lange Vertreter des Kreishandwerksmeisters, hofft, dass er als neuer Kreishandwerksmeister nicht nur in die großen Fußstapfen seiner markanten Vorgänger, Höfelsauer und Hoch, treten kann, sondern auch eigene Spuren hinterlassen werde. So will er das Interesse am Berufsstand in der Öffentlichkeit verbessern und den Nachwuchsmangel bekämpfen, indem sich die Innungen vor allem stärker der jugendlichen Mitbürger mit Migrationshintergrund und der Integration von Flüchtlingen auf dem Weg ins Berufsleben annehmen. 

Auch die Brucker Berufsschule hat auf die Situation mit den berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen reagieren müssen, berichtete die Leiterin der Schule, Oberstudiendirektorin Andrea Reuß. Neben der Unterrichtung von 2.100 Berufsschülern in 97 Klassen in 15 Ausbildungsberufen gebe es erstmals eine bunt gemischte Flüchtlingsklasse mit 16 Jugendlichen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Die Jugendlichen seien hochmotiviert, berichtete Reuß, gleichwohl stellen die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten die Schule vor extreme Herausforderungen. So suche die Schule händeringend Lehrer für Deutsch als Zweitsprache und Sozialpädagogen. Jugendliche mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren sind aber unzureichende Deutschkenntnisse haben, können Schulungen über den Förderverein der Berufsschule erhalten. „Uns interessiert nicht, wo jemand herkommt, sondern wo jemand hin will“, ging Dr. Lothar Semper auf den Nachwuchsmangel im Handwerk ein, den der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern als das Megathema bezeichnete. 

Die Ursachen sehe er zum einen im demografischen Wandel und im veränderten Bildungswahlverhalten. 57 Prozent machen Abitur, davon würden 50 Prozent studieren, wobei mehr Studenten das Studium abbrechen als Lehrlinge ihre Ausbildung. So laufen Bestrebungen, die Studienabbrecher fürs Handwerk zu begeistern. Vielfach gehe auch einfach unter, dass die berufliche Bildung keine Sackgasse sei. Zusätzlich werde die Gewinnung von Auszubildenden im Handwerk erschwert durch die konkurrierenden Unternehmen aus Industrie, Handel und Gewerbe, die ebenfalls Nachwuchssorgen plagen. Für die in Oberbayern eingerichteten Flüchtlingsklassen in den Berufsschulen habe die Handwerkskammer einen zusätzlichen Mitarbeiter eingestellt, um den Schülern die Handwerksberufe näher zu bringen. Man sei aber auch auf die Betriebe angewiesen. Angebotene Praktika sorgen häufig für einen „Klebeeffekt“. Mit verschiedenen Kampagnen versuche das Handwerk die Jugendlichen ins Boot zu bringen, berichtete Dr. Semper von einer AppZubi 2.0 mit einem SOS-Button, die den Lehrlingen während der Ausbildung Hilfe anbietet. 

Dieter Metzler

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