Nach 20 Jahren und vielen Diskussionen

Kreisstraße samt Radweg von Mauern nach Etterschlag eröffnet

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Endlich fertig: Bürger und Politiker freuen sich, dass die ausgebaute Kreisstraße samt neuem Radweg nach 20 Jahren der Diskussion und Planung nun endlich eröffnet werden konnte.

Grafrath - Es war eines der am langwierigsten geplanten Bauvorhaben des Landkreises: Der Ausbau der Kreisstraße vom Grafrather Ortsteil Mauern nach Etterschlag (Landkreis Starnberg) zog sich von der ersten Debatte bis zur Realisierung rund zwei Jahrzehnte. Nun wurde das Projekt nach knapp drei Monaten Bauzeit fertiggestellt und die Straße samt neuem Radweg eröffnet.

Planungen für den Ausbau liegen seit 2012 in den Schubladen. Die Diskussion reicht aber noch viel weiter zurück, wie sich Landrat Thomas Karmasin bei der Eröffnung erinnerte: „Ich bin schon bei meiner allerersten Bürgerversammlung in Schöngeising vor rund 20 Jahren, darauf angesprochen worden, wann die Straße denn ausgebaut wird.“ Auch Grafraths Bürgermeister Markus Kennerknecht spielte auf die lange Zeit an: „Ich habe meinem Sohn kürzlich erklären müssen, was das Sprichwort ,Gut Ding will Weile haben' bedeutet“, erzählte der Rathauischef. Dieses Sprichwort könne man auch gut auf den Straßenausbau übertragen. Als „Gut Ding“ sieht Kennerknecht es vor allem an, dass die Radfahrer auf einer wichtigen Rad-Route nun einen sicheren Weg haben. 

Landkreis Starnberg hat sich nicht am Radwegebau beteiligt

Der führt ab der Landkreisgrenze aber nicht mehr an der Kreisstraße entlang. Denn – und das ist der Wermutstropfen am fertiggestellten Projekt – der Landkreis Starnberg hat sich am Radwegebau nicht beteiligt. Radler müssen deshalb auf halber Strecke nach Etterschlag entweder auf oder auf anderen Wegen abseits der Kreisstraße weiterradeln. Sowohl Karmasin als auch Kennerknecht sind aber positiv gestimmt, dass der Nachbarlandkreis einmal den direkten Anschluss an den Radweg auf Brucker Seite realisieren wird. Zusammen mit dem Straßenausbau und dem Radweg wurde auch eine Querungshilfe vor dem Mauerner Ortseingang realisiert. Diese sei gut für Mauern, so Kennerknecht. Denn die in diesem Zuge eingebaute Verschwenkung der Fahrbahn würde den Verkehr ortseinwärts verlangsamen. Außerdem konnte die Gemeinde im Zuge der Bauarbeiten auch eine 100 Meter lange, alte Wasserleitung erneuern. 

Kritik im Vorfeld zum Radweg: zu breit und zu teuer

Im Vorfeld der Eröffnung wurde auch Kritik laut, dass der Radweg zu breit und deshalb zu teuer sei. Weil der Weg aber auch als Wirtschaftsweg für einen Landwirt dient – der hatte der Grundabtretung nur zugestimmt, wenn er den Weg mit benutzen darf –, musste so breit gebaut werden. Zu den Kosten merkte Karmasin an: „Es wurde ein marktgerechter Preis bezahlt.“ Insgesamt kostete der Ausbau 1,5 Millionen Euro, die sich aber auf mehrere Schultern verteilen. Die Regierung von Oberbayern bezuschusst das Projekt mit 40 Prozent. Die Gemeinde Grafrath beteiligt sich außerdem an den Kosten für den Grunderwerb des Radwegs und für die Querungshilfe. 

Andreas Daschner

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