Konzeptstudie "Strategie zur Sicherung von AVA-Standorten in Bayern zur Gestaltung der Energiewende" im Kreistag vorgestellt 

Wie die GfA eine noch größere Rolle bei der Energiewende spielen könnte

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Die Müllverbrennungsanlage im Olchinger Ortsteil Geiselbullach

Fürstenfeldbruck – Das gemeinsame Kommunalunternehmen zur Abfallwirtschaft der Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau (GfA) im Olchinger Stadtteil Geiselbullach stellt schon längst nicht mehr allein nur die klimaschonende Entsorgung der Restabfälle der beiden benachbarten Landkreise sicher. Durch Verstromung mit integrierter Wärmekoppelung leistet das Unternehmen darüber hinaus auch einen wertvollen Beitrag zur Schonung von Primärenergieressourcen zum Klimaschutz.

Wie das Kommunalunternehmen eine noch größere Rolle bei der Energiewende einnehmen könnte, das erläuterte der Geschäftsführer des Clausthaler Umwelttechnik-Instituts Cutec, Professor Dr.- Ing. Martin Faulstich, dem Kreistag bei seiner Sitzung am 12. Februar. Prof. Faulstich, der auch Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen, dem wissenschaftlichen Beratungsgremium der Bundesregierung ist, stellte dem Kreistag die am 28.11.2013 in Auftrag gegebene Konzeptstudie „Strategie zur Sicherung von AVA-Standorten in Bayern zur Gestaltung der Energiewende“ vor. 

In Bayern werden derzeit an 16 Standorten Abfall-Verbrennungsanlagen (AVA) betrieben, deutschlandweit sind es 70 Anlagen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Anlagen bestens zu der angestrebten Energiewende beitragen könnten. „Diese Anlagen können eine zentrale Funktion in der Energiebewirtschaftung einnehmen. Der Standort Geiselbullach bietet für die Energiewende vielfältige Möglichkeiten, deshalb lautet unsere Empfehlung, die Anlage beizubehalten“, teilte Prof. Faulstich dem Kreistag mit. Die Müllverbrennungsanlage versorgt bereits jetzt schon das nahegelegene Bergkirchener Gewerbegebiet Gada sowie das Olchinger Wohngebiet Schwaigfeld mit Fernwärme. Innerhalb von elf Jahren steigerte die Anlage laut der Untersuchung seine Energielieferungen um 260 Prozent. So könnte nach Meinung von Prof. Faulstich die Effizienz der von den beiden Landkreisen seit 1975 betriebenen Anlage zum einen durch Verbesserung des Wirkungsgrads und zum anderen durch eine Bioabfall-Vergärungsanlage oder ein Gaskraftwerk noch weiter gesteigert werden. 

Als Vorteil sieht Prof. Faulstich die verkehrsgünstige Lage der Geiselbullacher Anlage, sowie die Möglichkeit, sich dort ggf. noch ausdehnen zu können. Außerdem bestehe für vorhandene Anlagen die Akzeptanz in der Bevölkerung, während bei Windrädern häufig die nötige Akzeptanz bei den Menschen fehlen würde. „Die Erkenntnisgewinnung muss sich bei mir erst noch ergeben“, sagte Olchings Bürgermeister Andreas Magg, nach Vorstellung der Studie, die aus zeitlichen Gründen im Hauruckverfahren über die Bühne lief. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass trotz jahrelanger Bemühungen die Müllverbrennungsanlage immer noch keinen eigenen Anschluss an die Bundesstraße 471 habe. „Der Blumenstrauß, den Sie uns hier präsentiert haben, ist ein großer“, meinte auch CSU-Kreisrat und Abfallreferent Dieter Rubenbauer aus Gröbenzell zu den Ergebnissen der Studie und schlug vor, das Gutachten zunächst in den Fraktionen und anschließend in den Ausschüssen eingehend zu diskutieren. UBV-Kreisrat Jakob Drexler aus Althegnenberg bezeichnete das Gutachten als nicht zielführend und auch die Kreisrätin der Grünen, Dr. Ingrid Jaschke aus Olching, zeigte sich wenig überzeugt vom Ergebnis der Studie. 

Dieter Metzler

 

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