Bundeswehr-Angehörige, Stadt FFB und Reservistenkameradschaft Gröbenzell sammelten für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. 

Ein sensationelles Spendenergebnis für die "Lernorte der Geschichte"

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v. li.: Oberst Lutz Mehrtens, 2. Bürgermeister Erich Raff, Oberbayerns VDK-Geschäftsführer Jörg Raab, Kadett Channarong Noratch (Thailand), Aspirant Boubou Davy Namoro (Burkina Faso), Kadett Chanyawat Sathidbhattarasombad (Thailand), Aspirant Thomas Montcouquiol (Frankreich) und OB Klaus Pleil.

Fürstenfeldbruck – Spenden in Höhe von 17.610 Euro wurden heuer von den Angehörigen der Bundeswehr, der Stadt Fürstenfeldbruck sowie der Reservistenkameradschaft Gröbenzell für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e. V. (VDK) gesammelt. Ein unglaubliches Sammelergebnis: Das Ergebnis aus dem Jahr zuvor wurde um sage und schreibe 5.060 Euro (40 Prozent) deutlich übertroffen.

 Das Geld wird vom Volksbund ausschließlich für das Schaffen, Erhalten und die Pflege von Soldatenfriedhöfen auf der ganzen Welt verwendet. Bei einem Empfang im Offizierheim im Brucker Fliegerhorst übergab der stellvertretende Standortälteste, Oberst Lutz Mehrtens, am 5. Dezember den symbolischen Scheck mit der diesjährigen Rekordsumme an den Geschäftsführer des Bezirksverbandes Oberbayern des VDK, Jörg Raab. Neben Oberbürgermeister Klaus Pleil, Brucks 2. Bürgermeister Erich Raff, dem Vertreter der Reservistenkameradschaft Gröbenzell, Oberstleutnant d. R. Dieter Rubenbauer, und dem Reservistenbeauftragten des Landesverbandes, Stabsfeldwebel a. D. Peter Heuer, nahmen auch die Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter, die das Gros der Sammler bei der Hausammlung stellten, sowie die Kommandeure, Dienststellenleiter und Inspektionschefs an dem Empfang teil. Es sei eine schöne Tradition, würdigte der Hausherr, Oberst Mehrtens, die Bereitschaft der vielen Sammler, und dankte ihnen dafür, dass sie ihre Freizeit geopfert haben. 

Bei der Übergabe der Spende an den VDK. Auch ausländische Soldaten der Offizierschule der Luftwaffe opferten ihre Freizeit für die Sammlung der Deutschen Kriegsgräberfürsorge.

Das Ergebnis erfülle ihn mit Freude und zugleich mit einem gewissen Stolz. VDK-Geschäftsführer Raab überbrachte die Grüße von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand und dankte allen Soldatinnen und Soldaten, zivilen Mitarbeitern der kommunalen wie der Wehrverwaltung, die freiwillig als Sammler für den VDK um Spenden gebeten haben. Gesammelt wurde in der Kreisstadt, in Eichenau, Emmering, Schöngeising und in Gröbenzell. „Unsere Kriegsgräberstätten und das völkerrechtlich garantierte, dauernde Ruherecht der Gefallenen zwingen uns immer wieder, der Vergangenheit ins Antlitz zu blicken“, sagte Raab. 

Als „Lernorte der Geschichte“ seien sie zugleich Maßstab individuellen wie auch politischen Handelns hinsichtlich einer friedvollen Gestaltung von Gegenwart und Zukunft. Das Europa von 1989 ähnle in vielerlei Hinsicht wieder dem Kontinent vor dem Jahr 1914, vor allem hinsichtlich seiner multipolaren Struktur mit einem dichten Nebeneinander, durchaus Miteinander, aber auch zunehmend Gegeneinander von Nationalitäten, Ethnien, Sprachen, Religionen, kulturellen Eigenheiten sowie mit eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen, so Raab. Die weltweite Liste der aktuellen Krisen- und Kriegsherde ist ellenlang. 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg brennt es überall. „Uns sollte bewusst werden, wie fragil und gefährdet der Frieden ist“, sagte Raab. Der „ewige Frieden“, von dem Immanuel Kant träumte, ist die ewige Suche nach Frieden geblieben. Zugleich werde uns begreiflicher, worum es bei „Europa“, ja, worum es bei der Europäischen Union gehe, die aus der Asche zweier Weltkriege geboren wurde. „Ein herzliches Vergelt`s Gott allen Sammlern und Spendern!“ rief der VDK-Geschäftsführer den anwesenden Sammlern zu und zeichnete anschließend gemeinsam mit Oberst Mehrtens die erfolgreichsten Sammler mit einer Urkunde und Buchpreisen aus. Der VDK steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und hat bundesweit 1,7 Millionen Mitglieder und Förderer. In seiner Obhut befinden sich 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit etwa 2,5 Millionen Kriegstoten. Mehrere tausend ehrenamtliche und 566 hauptamtliche Mitarbeiter/innen erfüllen die vielfältigen Aufgaben des Volksbundes. Die Bundeswehr und der Reservistenverband unterstützen den Volksbund durch Arbeitseinsätze auf in- und ausländischen Kriegsgräberstätten, in Workcamps, bei Gedenkveranstaltungen sowie der Haus- und Straßensammlung. Der VDK finanziert seine Arbeit zu mehr als 70 Prozent aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden, mit Einnahmen aus Erbschaften und Vermächtnissen sowie den Erträgen aus der jährlichen Haus- und Straßensammlung. Den Rest decken öffentliche Mittel des Bundes und der Länder. 

Dieter Metzler

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