Psychosoziale Notfallversorgung Das Kriseninterventionsteam (KIT) Gröbenzell betreut Menschen nach psychisch traumatisierenden Ereignissen

Erste Hilfe für die Seele

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Heide Tartler, Leiterin des KIT und Carmen Sturz, stv. Leiterin des KIT in Gröbenzell

Gröbenzell - Sie leisten ,,Erste Hilfe für die Seele" und betreuen Menschen nach psychisch traumatisierenden Ereignissen: Das KIT der Malteser kümmert sich nach schweren Unfällen, bei plötzlichem Tod eines geliebten Menschen oder Suizid um die Hinterbliebenen. ,,Wir sind zur Stelle, wenn nach einem unfassbaren Unglück für die Betroffenen nichts mehr so ist, wie es war", sagt Heide Tartler, Leiterin des KIT der Malteser Gröbenzell. Meist sind die Einsätze des Kriseninterventionsteams mit dem Tod verbunden, wenn die Betroffenen, Angehörigen, Freunde oder Zeugen den psychischen Folgen dieser schrecklichen Erlebnisse völlig ausgeliefert sind. ,,Wir kommen in der Akut-Phase, entweder direkt vor Ort oder wir begleiten die Polizei bei der Überbringung von Todesnachrichten" erzählt Heide Tartler.

 Das KIT ist Bestandteil des Rettungsdienstes. Während sich Notarzt und Rettungsassistent bei ihren Einsätzen um die körperlich verletzten Menschen kümmern, hilft  das KIT den unverletzten Beteiligten. Diese werden mit ihren seelischen Belastungen oft alleine gelassen, obwohl sie ebenfalls Beistand bräuchten. Um diese ,,seelisch verletzten Menschen" kümmert sich das KIT. Die ehrenamtlichen Helfer haben umfangreiche Schulungen in psychosozialer Notfallversorgung absolviert und besuchen regelmäßige Fortbildungen. Das KIT Gröbenzell ist für den gesamten Landkreis Fürstenfeldbruck zuständig, wird aber auch zu Einsätzen in den Nachbarlandkreisen gerufen.

"Unser Team bringt zu den Einsätzen viel Zeit mit"

Ziel des KIT ist es, Struktur in die ersten kritischen Stunden zu bringen und für Betroffene erste Brücken zu bauen: ,,Es geht uns darum, deren soziales Umfeld zu stabilisieren und sie handlungsfähig zu machen", erklärt Heide Tartler, die schon seit über sechs Jahren das KIT der Malteser in Gröbenzell leitet. ,,Wir sorgen dafür, dass die Betroffenen etwas trinken. Wir geben Hilfestellungen und zeigen Wege auf, wie es weitergehen kann. Trauer und Schmerz können wir ihnen aber leider nicht nehmen". Eine der größten Schwierigkeiten liege darin, wenn der Betroffene schweigt: ,,Dann müssen wir das aushalten können. Unser Team bringt zu den Einsätzen viel Zeit mit, so dass wir uns ganz auf den Angehörigen einlassen können", so die KIT- Leiterin. Empathie und Fingerspitzengefühl seien dabei die wichtigsten Eigenschaften. Auf die Frage, was nach einem Einsatz der Dank sei, antwortet Heide Tartler: ,,Wenn man am Ende des Tages hört, ,Se waren in dem Moment die wichtigste Person für mich' oder die Leute einen aus Dankbarkeit umarmen. Dann haben wir alles richtig gemacht".

Weitere Infos unter: www.kit-groebenzell.de

Nicole Burk

 

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