14 Künstler begeistern Besucher bei den elften Germeringer Werktagen

Ein stetes Sägen und Meißeln

1 von 39
2 von 39
3 von 39
4 von 39
5 von 39
6 von 39
7 von 39
8 von 39

Germering – Mit ihren 78 Jahren ist Ute Richter die älteste Künstlerin bei den Germeringer Werktagen. Diese finden heuer – Corona zum Trotz – zum elften Mal auf dem ehemaligen Kasernengelände am Ende der Otto-Wagner-Straße statt. Zum neunten Mal schmeißt Richter ihre Kettensäge an und zaubert mitunter filigrane Figuren, wie eine Sonne, die immer scheint.

Neben Richter, deren Arbeitsbereich den Besuchern gleich beim Betreten des Geländes ins Auge springt, haben sich 13 weitere, sonst waren es insgesamt 17, Künstler – vom Holzverarbeiter bis hin zum Marmormeißler – auf dem Kasernengelände verteilt positioniert. Nicht nur das große Außengelände, auf dem jeder der Künstler genügend Platz zur kreativen Entfaltung hat, lädt die Besucher zum Staunen und Verweilen ein, auch der Innenbereich fördert neben außergewöhnlichen Kunststücken so einiges an Geschichte zu Tage. Die verwinkelten Gänge und beträchtliche Anzahl an Räumen der alten Pionierkaserne lässt den ein oder anderen Besucher beim Durchschreiten gar die Orientierung verlieren. Heuer liefe alles ein wenig anders, sagt Mitorganisator der Werktage Bernd Sedlmeier. Auch wenn er schon das fünfte Mal als Künstler dabei ist, ist er das erste Mal stärker in der Organisation involviert – und das ausgerechnet in Corona-Zeiten. Jeden Tag reist Sedlmeier extra aus dem 50 Kilometer entfernten Zorneding an.

Bernd Sedlmeier zeigt seine Werke aus Holz.

„So eine besondere Atmosphäre gibt es sonst weit und breit nicht. Es ist ein Treffen auf Augenhöhe, das gibt es so nicht oft“, sagt Sedlmeier und nimmt deshalb auch den langen Fahrtweg in Kauf. Jedes Jahr wird wieder bei Null angefangen. Dann werden provisorische Zelte und Planen errichtet oder die Elektrik für die Geräte verlegt. „Heuer mussten wir zusätzlich ein Parkplatzkonzept vorlegen und auch sonst auf die Hygieneregeln achten“, erzählt Sedlmeier. Immerhin sei es nach den vielen Jahren ein eingespieltes Team, da wisse jeder mittlerweile Bescheid was zu tun sei und welche Aufgabe übernommen wird. „Irgendwie hat das auch etwas Gutes“, sagt der Künstler, „die Corona-Regeln geben den Werktagen eine Struktur, die kann für die nächsten Jahre angewandt werden.“ Und etwas mehr Platz habe auch sein Positives, so haben die Künstler in diesem Jahr eine regelrechte Tafel mit pompösem Kerzenleuchter inmitten des Geländes installiert, um dort die gemeinsam Abende zu verbringen. „So wird ein herrschaftliches Gefühl verströmt“, meint Sedlmeier. Traurig, so sagen es die Künstler seien sie jedoch, dass keine offizielle Eröffnungsfeier oder weitere Events auf dem Gelände stattfinden dürfen, aber die Hoffnung auf Normalität im nächsten Jahr sei vorhanden. Maximal 28 Besucher dürfen sich im Innenbereich der Kaserne aufhalten, hier sind neben Bildern und Skulpturen aus Holz und Stein auch einige Bilder der Germeringer Malschule zu finden. Die Kinder haben sich in den Gängen unter anderem an alten Schallplatten künstlerisch ausgetobt. Die begrenzte Anzahl verhindere aber nicht den Besucheransturm am ersten Wochenende, wie Mitorganisator Brian Whitehead sagt. Da seien es 180 Menschen gewesen. Kein Wunder, so sind die Künstler doch jederzeit zu einem Gespräch bereit und auskunftfreudig, was ihre Werke betreffe. Bis einschließlich Sonntag, 26. Juli, sind die Werktage noch zu besuchen, bis die Zelte wieder abgebaut und die Stromkabel wieder eingerollt und wieder ein wenig Ruhe auf dem Gelände einkehrt. Zeiten der Werktage: Dienstag bis Samstag 10 bis 18 Uhr, Sonntag 14 bis 18 Uhr Ausstellung: Dienstag bis Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr. 

Claudia Becker

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Fachgespräch über "Alltagskompetenzen in der Schule" - wenn Landwirte Lehrer werden
Fachgespräch über "Alltagskompetenzen in der Schule" - wenn Landwirte Lehrer werden
Erneute Kehrtwende am Sulzbogen - Stadt wird Sozialwohnungen doch nicht selbst bauen
Erneute Kehrtwende am Sulzbogen - Stadt wird Sozialwohnungen doch nicht selbst bauen
Sommerferien-Rätselspaß
Sommerferien-Rätselspaß

Kommentare