Künstler Gerhard Unger, 70, verzaubert seit 1993 mit Metallplastiken seinen Althegnenberger Garten – Tag des Offenen Gartens

„Lebensbaum - im Garten Eden“, Eichenblock/Eisen, von Gerhard Unger, 2003. Alle Fotos: Günter Schäftlein

Eigentlich eiferte der in der Industriewelt des westfälischen Hagen-Haspe geborene Gerhard Unger dem vielseitig tätigen, künstlerisch begabten Vater Victor (1906-92) nach: Rostendes Eisen verband er in seinem einladenden Althegnenberger Hausgarten in phantasievollen Figuren und Geschichten mit einer natürlichen Umgebung.

Bei einer Haus- und Gartenführung erzählt Gerhard Unger über seinen Vater so anschaulich, als stünde der noch neben ihm: Er, der Ingenieur, Patentinhaber und Gießereileiter Victor Unger in Hagen-Haspe. Von ihm hängen oder stehen im Haus die hinterlassenen, heimischen Industrie-, aber auch Landschaftsbilder aus gemeinsamen Urlaubstagen in der bayerischen Bergwelt der 50er Jahren: „Er zog mit seiner Staffelei einfach los und hockte sich irgendwo nieder. Und wenn wir, meine Mutter und ich, nach Stunden zurückkamen, dann hatte sich das halbe Dorf um ihn herum versammelt …“ Gerhard Unger sah schon seine Hüttenwerk-Lehrzeit 1959-61 als „Meine erste Verbindung zum Rost und Schrott…“, probierte aber bereits in der vorhergegangenen Gymnasialzeit sein geerbtes Talent zur Malerei aus: „Auch mit Ausstellungen!“ Das nachfolgende Studium an der TH Karlsruhe mit dem Abschluß zur Technischen Betriebswirtschaft 1961-69 brachte ihn nicht ab von einer ergänzenden künstlerischen Ausbildung und Entwicklung: In Kunstakademien und Seminaren im In- und Ausland (u.a. in Salzburg). Das galt auch weiterhin für seine nachfolgenden beruflichen Stationen, von der Daimler AG bis zur Münchner MTU. Bis heute ist Unger dieser Linie einer freien, künstlerischen Entfaltung treu geblieben, sowohl malend wie auch in seinen vielen dreidimensionalen Gestaltungen: Mit komplexen Metallkompositionen und Themen aus Tierreich, Mythen und liebevoller Alltagsoptik. Ein besonderes Spezialgebiet sowohl für den Hausgebrauch wie auch für sakrale Orte sind seine immer wieder anders geformten Kerzenträger. Im bildlichen Bereich fasste er nach den anfänglichen Öl- und Aquarellbildern aus Landschafts- und Industriemotiven und einer gewissen Übergangsphase inzwischen Fuß in einer modernen, abstrakt-expressiven Malerei eigenen Ausdrucks und Stils: Gestaltet in Öl, Acryl und Mischtechnik auf Holzfaser und Leinwand. Schon seit langem bereitet Gerhard Unger die Zusammenarbeit mit dem Althegnenberger Dorfschmied „Lu“ Ostermeir große Freude: Der nimmt ihm die vielfältigen Metallbearbeitungen im Formen und Schweißen ab. Den Garten und das Keller-Atelier von Gerhard Unger zu betreten ist ein Erlebnis. Am 15. und 16. Oktober 2011, 11-18 Uhr, sind an zwei Tagen der Offenen Tür Einblicke in die Unger-Kunstwelt ganz locker möglich. Info: Gerhard Unger, Althegnenberg, Helgenau 25, Tel. 08202-2353.

Meistgelesen

Menschenkette gegen Fremdenhass
Menschenkette gegen Fremdenhass
Naturjuwele fusionieren
Naturjuwele fusionieren
Drei Jahre Baustelle
Drei Jahre Baustelle
80-Jähriger stirbt an Unfallstelle
80-Jähriger stirbt an Unfallstelle

Kommentare