Fürstenfelder Klaviersommer

Ausverkauft! Erstes Konzert nach Zwangspause im Veranstaltungsforum

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Das Publikum ließ sich von den strengen Hygienemaßnahmen nicht abschrecken.

Fürstenfeldbruck – Kulturbegeisterte und Musikliebhaber können endlich aufatmen: Nach über drei Monaten Zwangsschließung kehrt mit dem „Fürstenfelder Klaviersommer“ das kulturelle Leben in das Veranstaltungsforum zurück.

Den klassischen Auftakt bildete das Konzert des Pianisten Dinis Schemann am vergangenen Samstag. Doch ein Konzertbesuch in Zeiten von Corona sieht deutlich anders aus, als man es üblicherweise gewohnt ist:

Ein umfangreiches Hygienekonzept wurde zum Wohl der Fürstenfeld-Gäste umgesetzt – damit Besuche im Veranstaltungsforum gefahrloser verlaufen, als der tägliche Einkauf oder Urlaubsreisen, ist sich das Team um Geschäftsführer Norbert Leinweber einig.

Hohe Auflagen - 100 Plätze

Schon am Eingang kontrollierte Sicherheitspersonal den Mindestabstand und die Bewegungsrichtung durch ein spezielles Einlass- sowie Wegeleitsystem. So durften die Besucher nur einzeln oder paarweise das Gebäude betreten und mussten sich direkt in den Saal begeben. Barbetrieb gab es keinen und auch die Garderobe blieb geschlossen. Während der gesamten Aufenthaltsdauer im Gebäude und während der Veranstaltung musste eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. (Anmerkung: Seit dem 1. Juli gilt bei Kulturveranstaltungen eine Befreiung der Maskenpflicht, wenn man sich auf seinem Sitzplatz befindet.) Im Saal wird die Luft dank einer besonders leistungsfähigen Lüftungsanlage permanent erneuert. Statt wie gewohnt volle Publikumsreihen, verteilten sich die 100 Gäste auf ihren Plätzen mit jeweils drei freien Stühlen dazwischen. Obwohl man versucht habe, eine Sondergenehmigung für 150 Personen zu erwirken, musste man sich an die Auflage von maximal 100 Personen im Innenraum halten. „Dies berücksichtigt weder die Größe noch die Ausstattung des Saals“, sagt Pressesprecherin Marita Kuhn.

„Musik kann die Seele heilen“

Der Konzertflügel stand nicht auf der Bühne, sondern auf dem Parkett, was für eine sehr heimelige Atmosphäre im Saal sorgte. „Es ist ein ganz besonderer Tag heute“, begrüßte Dinis Schemann seine Zuhörer. Für ihn ist es seit März das erste Mal, dass er wieder vor Publikum auftritt und zum ersten Mal in seiner Karriere spielt er zwei Konzerte an einem Tag. „Noch nie hatten die Zuschauer so viel Beinfreiheit und das, obwohl der Saal ausverkauft ist“, scherzte er. Der gebürtige Portugiese gab bereits im Alter von zwölf Jahren seinen ersten Klavierabend. Seither hat er über tausend Konzerte als Solist und Kammermusiker gespielt, die ihn in große Säle und auf internationale Festivals führte. „Musik kann die Welt nicht heilen, aber Musik kann die Seele heilen“ – starke Worte von Dinis Schemann kurz vor Konzertbeginn. Zum Auftakt spielte er Mozarts Sonate in A-Dur (KV 331), die durch ein Rondo, das als „Türkischer Marsch“ bekannt wurde, Popularität erlangte. Es folgte Beethovens Sonate Nr. 15 in D-Dur, auch „Pastorale“ genannt. Dass der Komponist bei der „Pastorale“ in Bildern dachte, hört man an der instrumentalen Nachahmung von Vogelrufen, dem Plätschern eines Baches und einem Gewitter.

Das Publikum applaudierte lautstark und bekam noch eine Zugabe von Chopin und ein Stück eines brasilianischen Komponisten zu hören.

Zwei weitere Piano-Konzerte

Nach einer Stunde Klavierkonzert wurden die beseelten Besucher nach draußen geführt. Trotz der strengen Hygieneauflagen, war die Veranstaltung ein riesiger Erfolg. „Wir waren absolut begeistert“, freute sich das Ehepaar Schmid aus Fürstenfeldbruck. „Wir lieben Klaviermusik und lassen uns auch von den Hygienevorschriften nicht abschrecken. Es war gar kein Thema, dass wir nicht kommen.“ Die Schmids wollen auch die beiden nächsten Konzerte am 10. und 24. Juli besuchen. Beginn ist jeweils um 17 und 20 Uhr.

Nicole Burk

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