Für kulturelles Engagement:

Subkultur mit Grünen Wanninger ausgezeichnet

+
1.000 Euro und jede Menge Strahlkraft bringt der Grüne Wanninger der Subkultur, die den Kulturpreis von den Grünen im oberbayerischen Bezirkstag verliehen bekamen.

Der Brucker Verein Subkultur ist mit dem Grünen Wanninger ausgezeichnet worden. Die Grünen im oberbayerischen Bezirkstag ehren mit dem Kulturpreis seit 1998 jedes Jahr ehrenamtliches kulturelles Engagement.

Fürstenfeldbruck - Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert – doch das Geld ist für die Subkultur-Vorsitzende Aline Pronnet nicht entscheidend.

Die Biermsöl Blosn, die Klinik-Clowns, aber auch die Umweltinitiative Pfaffenwinkel – sie alle haben den Grünen Wanninger bereits erhalten. Ein illusterer Kreis, in dem sich die 1994 von Hermann Ludwig und einigen Gleichgesinnten gegründete Subkultur bewegt und der dem Verein zusätzliche Strahlkraft verleihen soll, wie Pronnet hofft. Vor allem bei der Diskussion um die Sanierung des Alten Schlachthofs, in dem die Subkultur residiert.

Mehr Rückendeckung bei Schlachthof-Gesprächen

Vor einigen Jahren drohte dem Verein mit seinen heute rund 400 Mitgliedern der Rauswurf aus dem denkmalgeschützten Gebäude. Eine Hochschule wollte damals dort einziehen. Mitspracherecht der Subkultur: gleich null. Die Pläne zerschlugen sich, nun steht die Sanierung und Neugestaltung des Areals an. „Diesmal sind wir bei den Gesprächen dabei und haben eine Stimme“, sagt Pronnet. Das sei großartig.

Durch den Gewinn von Kulturpreisen erhofft sich die Subkultur-Vorsitzende mehr Rückendeckung bei den Diskussionen. Neben dem Grünen Wanninger wurde die Subkultur bereits mit dem Kulturförderpreis der Kulturvereins Fürstenfeldbruck (2009) und dem Tassilopreis (2010) ausgezeichnet. Im Dezember soll der Verein auch noch den Bayerischen Popkulturpreis für Nachhaltigkeit erhalten.

"Kultur ist Lebenselixier, kein Luxus"

Dass die Subkultur einen unbedingten Platz in der Stadt Fürstenfeldbruck beansprucht, bestätigte Sigi Hagl, Landesvorsitzende der Grünen: „Kultur ist das Lebenselixier einer Stadt und kein Luxus.“ Deshalb müsse die Politik Kultur in ihrer ganzen Breite unterstützen – auch jenseits des Mainstream. Aus diesem Grund haben die Bezirks-Grünen auch ihren Kulturpreis ins Leben gerufen. Stadt- und Bezirksrat Jan Halbauer, der die Subkultur als Preisträger vorgeschlagen hatte, erklärte, dass man ehrenamtliches Engagement belohnen wolle, „das sonst nicht so sehr im Mittelpunkt steht“.

Jugendliche, die sich nicht nur bespaßen lassen

Kreiskulturreferentin Christina Claus, die ebenfalls den Grünen angehört, sieht in der Subkultur ein Vorurteil entkräftet, mit dem sie oft konfrontiert werde: Die Jugend würde sich heutzutage nur noch bespaßen lassen und nicht mehr selbst tätig werden. „Die Subkultur beweist das Gegenteil“, sagte Claus.

Brucks Kulturreferent Klaus Wollenberg bezeichnete das Wirken des Vereins in seiner Laudatio als „großartiges Tun“. Die Stadt sei stolz darauf, dass die Grünen im Bezirk Oberbayern den Verein, in dem insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene das Sagen haben, „auf einen Schild gehoben werden“. Durch den Preis würde das Ansehen, die Bedeutung und die Wirkung von Subkultur in der Stadt und darüber hinaus öffentlich gestärkt.

Andreas Daschner

Auch interessant

Meistgelesen

252 Soldaten sagen "Ich will"
252 Soldaten sagen "Ich will"
Erweiterungsbauten nehmen Formen an
Erweiterungsbauten nehmen Formen an
Olching bald mit neuer Polizeiinspektion?
Olching bald mit neuer Polizeiinspektion?
70-Jähriger durch umgeknickte Ampel verletzt
70-Jähriger durch umgeknickte Ampel verletzt

Kommentare