Immer noch keine Informationen

Kulturhäuser blicken wegen Corona-Pandemie in eine ungewisse Zukunft

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Leere Stuhlreihen und keine Gäste wie hier im Kleinen Saal des Veranstaltungsforums Fürstenfeld sind in der heutigen Zeit keine Seltenheit.

Landkreis Fürstenfeldbruck - Die Kultur erlebt dieser Tage wie unter anderem auch die Gastronomie eine schwere Zeit. Leere Stuhlreihen, keine Tickets, verschobene Veranstaltungen und kaum Informationen darüber wie es weiter gehen könnte. Während Bibliotheken und Museen bereits am 11. Mai wieder Kundschaft empfangen durften, bleiben die Veranstaltungshäuser im Landkreis aufgrund der geltenden Kontaktbeschränkungen weiterhin in der Schwebe.

„Wir verfolgen alle Pressekonferenzen, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben“, sagt Marita Kuhn von der Öffentlichkeitsarbeit im Veranstaltungsforum Fürstenfeld. Wie auch in den anderen Häusern im Landkreis stehen die Stühle zwar bereit, aber Gäste dürfen trotzdem nicht kommen. Die veranstaltungsfreie Zeit wird daher ganz individuell genutzt: „Wir sind gerade viel am Ausmisten“, sagt Kuhn. 

Kunden können sich auf der Homepage informieren

Kunden können über die Homepage erfahren, ob ihr Termin verschoben, nachgeholt oder sogar abgesagt werden musste. Dafür können sie sozusagen in der Zeit zurückreisen und den Monat besuchen, an dem ihre Veranstaltung stattgefunden hätte. Die Hoffnung bald zumindest wieder kleine Veranstaltungen unter Auflagen stattfinden zulassen, ist groß. „Wir müssen sehen, was möglich ist, damit die Kultur in den Köpfen bleibt“, sagt Kuhn. Seit 30. März ging im Stockwerk bei Thomas Breitenfellner kein Ticket mehr über den Tresen. Zwar wünsche auch er sich einen Wiedereinstieg in die Kultur, allerdings nicht um jeden Preis. „Lieber mit einem ordentlichen Konzept starten, als irgendein Firlefanz“, sagt er. So kann er beispielsweise einer Vorstellung mit 60 Gästen statt 320, wie vor der Corona-Pandemie, nur wenig abgewinnen. „In dieser Größenordnung wäre das so nicht zu stellen“, sagt er offen.

Stockwerk kann die Kosten kurzfristig überbrücken

Ebenfalls keine Veranstaltungen im Stockwerk in Gröbenzell.

Das liegt unter anderem daran, dass anders als das kommunal getragene Veranstaltungsforum in Fürstenfeldbruck, das Stockwerk in privater Hand ist. Den Mut verloren hat man dort aber nicht. „Wir haben uns um eine schlanke Struktur bemüht und können die Kosten für eine Weile überbrücken“, ist sich Breitenfellner sicher. Das ändere jedoch nichts daran, dass sich derzeit einiges anders anfühlt. „Es ist komisch, man befindet sich in einer Schwerelosigkeit“, sagt Büroleitung Stefanie Schmerber. Besonders dankbar ist sie den Kunden darüber, dass viele ihre Tickets erst einmal behalten. „Die meisten sind sehr verständnisvoll“, sagt sie. Das ginge sogar so weit, dass mancher Kunde sein Ticket sogar spenden würde. 

Puchheimer Kulturzentrum erhält viele Anfragen für Veranstaltungen

Um unter anderem ihren Kunden eine größere Planungssicherheit liefern zu können, hat sich das Puchheimer Kulturzentrum (PUC) dazu entschieden, alle Veranstaltungen bis 31. August abzusagen, dabei wäre das Interesse groß. „Die Anfragen sind enorm“, sagt Michael Kaller, Leiter des PUC. In der veranstaltungsfreien Zeit entwickele man hier ein mögliches Hygienekonzept, auch wenn nicht klar ist, was dann letztendlich eintreffen wird. Einen Hoffnungsschimmer gibt es bereits, so erklärte Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, am 19. Mai bei einem Besuch in der Stadtbibliothek Aumühle in Fürstenfeldbruck, dass in der nächsten Woche Corona-Maßnahmen in der Kultur bekannt gegeben werden sollen.

Felix Hamann

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