Kunst-Ausstellung Stiftung Derriks - Im Fürstenfelder Haus 10 wurden Künstler aus Bayern mit den ersten Kunstpreisen ausgezeichnet

Bei der Ausstellungseröffnung zum ersten Kunstpreis aus der Kulturstiftung Derriks: (v.li.) Die Preis-träger Ole Müller und Sabine Straub, die Stifter Gerhard und Annelies Derriks. Foto: Günter Schäftlein

Annelies und Gerhard Derriks machen Ernst mit ihrer bereits vor drei Jahren geplanten Kulturstiftung in der Großen Kreisstadt: Die ersten Kunstpreise wurden jetzt an die Nachwuchskünstler Sabine Straub für ihre Zeitkapseln im Raum und an Ole Müller für seine äußerst experimentellen Papierarbeiten vergeben. Die Ausstellung „Happy Accident“ in der Kulturwerkstatt Fürstenfeld Haus 10 ist bis zum 19. Dezember terminiert.

Die Würdigung beider Künstler am Eröffnungsabend erfolgte durch die Kunsthistorikerin Dr. Lida von Mengden. In seiner Begrüßung zahlreicher Gäste - insbesondere aus dem Kreis der Künstlervereinigung Fürstenfeldbruck - wies Gerhard Derriks auf die Stiftungsabsicht hin, diesen Kunstpreis alle zwei Jahre zu vergeben. Die Nachwuchs-Altersbegrenzung auf unter 40 Jahre habe man bereits aufgegeben, da die „nachhaltige Orientierung zur reduzierten oder Konkreten Kunst in der Regel nicht in der Frühphase der künstlerischen Entwicklung erfolge“. Dies habe auch die Jury-Profis Frau Lida von Mengden und Roland Helmer überrascht. Die durch die Jury einstimmig auf zwei Preisträger festgelegte Entscheidung umfasst ein Preisgeld und den durch die Stiftung finanzierten, getrennten Katalog. Gerhard Derriks lobte über die ausgestellten Arbeiten als Unikate hinaus, dass beide Preisträger in der Lehre und künstlerischen Ausbildung tätig sind. „Sie haben jeweils einen eigenen, spezifischen Beitrag zur Weiterentwicklung der Kunst im 21. Jahrhundert geleistet, neue innovative Impulse gesetzt.“ Dr. Lida von Mengden ergänzte durch ihre Würdigung den Werdegang beider Kunstpreisgewinner. Sabine Straub, Jahrgang 1963, geboren in Köln, lebt seit den 70er Jahren in Bayern und jetzt in München, ließ sich zunächst zur Restauratorin in Würzburg ausbilden. Danach Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, an der Art School St. John Cass in London, Studium des Schmuckdesign an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim. Es folgte eine Vielzahl von Auszeichnungen und Stipendien seit dem Diplom 1991. Sie gewann Wettbewerbe für „Kunst am Bau“. Die Metallbildhauerin Sabine Straub fiel in den letzten Jahren durch eine „Dynamisierung großformatiger Skulpturen“ auf. Viele Werke sind bereits im Museumsbesitz. Eine Großskulptur aus Cortén-Stahl befindet sich überraschender-weise in der JVA Würzburg. Ole Müller, Jahrgang 1970, geboren in Hamburg lebt und arbeitet seit vielen Jahren in München. Nach einer Lehre als Karosserie- und Fahrzeugbauer, dem Studium der Ozeanographie und Biologie, kam er schließlich zum Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 2004 wurde er dort Assistent am Lehrstuhl für Papier und recycelte Materialien (Prof. Andreas v. Weizsäcker). Seit Okt. 2010 leitet er die Studienwerkstätte dieses Lehrstuhls. Neben seiner intensiven Lehrtätigkeit blieb Raum für zahlreiche Ausstellungen. Ole Müller sieht sich mehr als „Forscherkünstler“, der das Verfahren in den Mittelpunkt seines künstlerischen Denkens stellt: „Ihm wird das Experiment zum entscheidenden Motivator, zum Motor der Inspiration“. Im künstlerischen Prozeß wandelt er bedrucktes Papier - also Zeitungen, Zeitschriften, Werbebroschüren/-prospekte, also Abfall - in einen neuen Rohstoff um. Altpapier wird in einem aufwändigen, zumeist zeitraubenden Vorgang zum formbaren Stoff mit einer eigenwilligen Malsubstanz, an der Oberfläche zuweilen stark gewellt/ gegliedert und verbunden durch eine schützende Auto-Klarlackschicht. Beide Künstler, Straub wie Müller, so die zusammenfassende Angleichung von Frau Dr. Lida von Mengden, sind Quereinsteiger. Sie haben beide nicht von vorneherein die freie, bildende Kunst als ihren Weg gewählt. „Happy Accident“, Kunstpreisausstellung der Kulturstiftung Derriks FFB, im Haus 10 Fürstenfeld, bis zum 19. Dezember. Öffnungszeiten: Fr 16-18 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr.

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