Kunstausstellung Chaos - harmonisch bis grell - Olchinger Künstler im Förderverein Kultur Olching e.V. stellten im KOM aus

Gedanken" von Simone Ari, Collage

Organisator Gerd Gruber fasste es beim Ausstellungsbesuch gleich konkret vorab zusammen: „Daß mit einer künstlerischen Chaos-Deutung ist gar nicht so einfach. Dabei kann auch was ganz schön Harmonisches herauskommen …“ Harmonie kann man auch mit der Schaffung eines gemeinschaftlichen Werkes zeigen, so von Simone Ari, Elisabeth Braumann, Giorgio Di Bernardo, Lydia Kafka, Liane Pansi und Michael Steinborn in ihrem Konstrukt „Chaos im Rahmen“, dass der Phantasie in Textilien und Zubehör freien Raum ließ. Zum interaktiven Teil gehörte hierbei, dass das Publikum diese großformatige, unorganische Schöpfung auch bewerfen durfte.

Insgesamt stellten 30 Mitglieder der o.k. im Förderverein Kultur Olching e.V. aus, davon in Objekten/Collagen Elisabeth Braumann („Das Bild fällt aus dem Rahmen“), Barbara Buchwald-Stummer („Ein Koffer namens Schweigen“), Brigitte Christner („Demenz“), Lydia Kafka („Material-Chaos in der Werkstatt“), Irene Nestler („Chaotische Dreiecksbeziehung I-III“), Hans Peter („Kaos 1-2“, Keramik), Michael Steinborn („Ich, das Chaos …“) und Veit-Peter Walther („Stuttgart 21“). Eine Häufung wortwitziger bis scharfzüngiger Einfälle, z.T. mit Tagesaktualität - wie V.P. Walther es wieder einmal mit einem total zugenagelten Gebilde politisch ausdrückte. In Fotografien berücksichtigten Brigitte Christner den „Urknall“ nach 10 sec, Werner Patzelt die Vorbereitung/Durchführung zu einem folkloristisch urtümlichen Ringkampf in der Schweiz. In aller (gekonnten) Tusche-Strich-Knappheit hielt Volker Kurz Katastrophen-Situationen sehr menschlich nachvollziehbar fest: „Es brennt!“). Anna Birwé ahnte das „Chaos aus der Flasche“ und Gerd Gruber malte in Acryl auf Karton sicherheitshalber für die Nachwelt und zum besseren Verständnis des ersten Buches Moses das „Chaos im Paradies“. Ganz nah am Thema in ihrer Brüchigkeit und Ordnungsauflösung die Arbeiten von Brigitte Altschäffl („Katastrophe“), Simone Ari („Gedanken“), Gerold Kaußler („Im Chaos“), Hanna Nagel („Wetter-Chaos“), Maria Knoll („Aschensonne“) und Heidi Schneller-Gutsel („Chaos Nr. 27“). In weiteren Bildern sind die gewünschten Gegensätzlichkeiten in Farben, Flächen und Motiven „fast zu geordnet und schön, um noch ein Chaos zu rechtfertigen …“: „Geordnetes Chaos“ (Konrad Bogner), „Geplantes Wirrwarr“ (Hans-Ulrich Brackmann), „Chaos I-II“ (Anna Caspari), „Buntes Chaos“ (Irmgard Ettl), „Irrungen/Wirrungen“ (Gisela Hertkorn), „Patchwork“ (Ruth Knaut), „Chaos-Definition“ (Karin Piede), „Vor dem Chaos“ (Annette Wilkes). In einer Sonderstellung Bente Walther: Ihr naturalistischer „Möwen-Pick“ verbirgt das Chaos. Wer aber am Meer schon einmal einen Möwen-Pulk um die Beute erlebt hat, weiß, was das für eine unerbittliche Chaos-Auseinandersetzung ist. Das Bild „Fanatismus“ (verkauft) von Ingrid Walter-Ammon erinnert an den Stummfilmklassiker „Intolerance“ des legendären amerikanischen Regisseurs David W. Griffith: Auch hier wächst offensichtlich die Unduldsamkeit der Gläubigen durch den Haß der Prediger. Die Ausstellung „Chaos“ der o.k.-Künstler im Olchinger KOM war auf drei Tage begrenzt.

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