"Wir wollen doch nichts Unmögliches"

Anwohner des Brucker Eisstadions über Methoden des EV Fürstenfeldbruck verärgert

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Inzwischen sind die Unterlagen zur Debatte Eisstadion/-halle so umfangreich geworden, dass sich Kurt Eder einen Ordner anlegen musste.

Fürstenfeldbruck - „Ein wenig Fairplay hätte ich vom EV Fürstenfeldbruck (EVF) schon erwartet. Aber wenn man überhaupt nicht bereit ist, sich andere Argumente anzuhören, dann nenne ich das Rambo-Methoden“, sagt Kurt Eder, Verwaltungsbeirat der Eigentümer-Wohnanlage Holzhofstraße gegenüber dem Brucker Eisstadion verärgert. „Wir wollen doch nichts Unmögliches, sondern einfach nur ein friedliches Miteinander.“ Und auch vom Stadtrat fühlen sich die Anwohner im Stich gelassen. „Das nennt sich Bürgernähe, da kann man nur mit dem Kopf schütteln“, so Eder weiter.

Seit vielen Jahren müssen die 75 Parteien der Wohnanlage den „Höllenlärm“ aus dem Eisstadion ertragen, insbesondere wenn Eishockey gespielt wird. „Gespräche mit dem EVF brachten zu keiner Zeit nicht wirklich Erleichterungen“, erinnert sich Eder an frühere Aussprachen zurück. Auch würde sich der EVF nicht an das jüngste Lärmgutachten der Stadt halten, wie die Vorfälle erst unlängst beim Spiel des EVF am 24. Januar zeigten. „Was können wir Anlieger von einer solchen Vereinsführung erwarten? Selbst das Einschreiten der Polizei brachte keine Änderung und Einsicht. Man lärmte einfach weiter“, hält Eder dem EVF vor, nicht einmal in der Lage zu sein, sein Hausrecht auszuüben.

Eder wirft EVF rücksichtsloses und egoistisches Verhalten vor

„Die Aussage des Vereins, man sei an einem Miteinander mit den Anwohnern interessiert, ist bei diesem Verhalten schlichtweg lächerlich“, meint Eder, der als ehemaliger Referatsleiter im Brucker Landratsamt für Kultur, Sport und Freizeit weiß, worum es geht. Rücksichtloses und egoistisches Verhalten wirft Eder dem EVF auch hinsichtlich der Festlegung des Standortes für eine Eishalle vor. Obwohl 2017 von einem Workshop vier Standort-Alternativen erarbeitet wurden, wurde 2019 eine weitere Machbarkeitsstudie für fünf Standorte in Auftrag gegeben. „Uns, die Anlieger, hat man dabei nicht in das Verfahren involviert“, berichtet Eder. „Wir erfuhren erst heuer im Januar, dass die Bewertung von der Stadt und dem EVF erstellt wurden. Und wie diese ausfiel, das kann man sich denken“, ärgert sich Eder auch darüber, dass er alle Fraktionen im Stadtrat angeschrieben habe, aber nur von Klaus Wollenberg (FDP) und Andreas Lohde (CSU) eine Antwort erhielt. 

Die Anwohner werden bereits durch den starken Verkehr in der Holzhofstraße und Schöngeisinger Straße extremem Lärm ausgesetzt. Aus verkehrs-, städtebaulichen- und Emissions- Gründen halten sie eine Eishalle für 1.000 Zuschauer auf dem Bolzplatz für untragbar, zumal die Halle auch noch nach 22 Uhr und den Sommer über für Events genutzt werden soll. „So eine Eishalle, besser Multifunktionshalle, gehört an einer Stelle errichtet, wo Anwohner nicht betroffen sind“, fordert Eder und schlägt als Standorte die Hasenheide und den Fliegerhorst vor. Enttäuscht sind die Anlieger aber auch über das fehlende politische Echo. „Es kann doch nicht sein, dass einige Stadträte im Einvernehmen mit dem EVF unvertretbare Forderungen stellen. Sind die Anwohner denn keine Brucker Bürger. Sind unsere Bedenken und die Vorgeschichte nichts wert?“ 

Dieter Metzler

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