Michael Schrodi (SPD) vor Ort

Lärm-geplagte Anwohner des „Jagdparcours Oberbayern“ klagen über 2.200 Schuss pro Tag

Anwohner des Jagdparcours Oberbayern in Hattenhofen treffen sich mit Michael Schrodi SPD und Bürgermeister Franz Robeller vor ORt
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Michael Schrodi beim Ortstermin in Hattenhofen gemeinsam mit Anwohnern und Bürgermeister Franz Robeller.

Hattenhofen – Anwohner klagen seit geraumer Zeit über den Lärm des Schießstandes „Jagdparcours Oberbayern“ bei Hattenhofen. Michael Schrodi, Kreisrat und SPD-Bundestagsabgeordneter, machte sich mit Anwohnern aus Hattenhofen, Mammendorf und Peretshofen ein Bild von der Situation am Ort. Bürgermeister Franz Robeller kam ebenfalls vorbei.

„Die heutigen Eindrücke zeigen klar, dass im Sinne des Anwohnerlärmschutzes eine deutliche Reduktion der Schusszahlen notwendig ist. Zudem hat das Landratsamt Fragen zu einer möglichen Schadstoffbelastung des Bodens durch Munitionsaltlasten und zum Gewässerschutz erneut unzureichend beantwortet“, kritisierte Schrodi.

Warten auf die Bodenprüfung

„Seit nunmehr sieben Jahren stehen die Ergebnisse einer Bodenprüfung aus. Seit über sieben Jahren ist unklar, welche konkreten Altlasten sich im Boden befinden. Das ist unverantwortlich“, kritisiert Schrodi das Landratsamt. Dringenden Handlungsbedarf sieht er auch beim Thema Gewässerschutz: „Das Oberflächengewässer wird lediglich durch Planen vor einem Eintrag von Munition und Wurfscheibenresten geschützt. Die Einhaltung der Schutzmaßnahmen wird nur alle sieben Jahre durch den Sachbereich Immissionsschutz beziehungsweise alle vier Jahre bei der Regelüberprüfung durch den Schießstättensachverständigen überprüft.“ Das reiche nicht aus, zumal häufig Schrot und Wurfscheibenreste außerhalb des Jagdparcour-Geländes landen und so ungehindert in die Umwelt gelangen.

„Konstante Lärmbelästigung“

Michael Schrodi hat sich vor Ort einen Eindruck von der Lärmbelästigung verschafft. „Ich war sowohl bei Anwohnern in Hattenhofen, Peretshofen und Mammendorf zu Gast. Ich war erschrocken, in welcher Lautstärke und Intensität der Lärm zu hören war“, so Schrodi. Die konstante Lärmbelästigung schränke die Lebensqualität der Anwohner ein.

Unklarheit über Rechtssicherheit des Bescheides

Laut Landratsamt werde die Anlage derzeit mit maximal 2.200 Schuss pro Tag betrieben. Es scheint eine unverbindliche Vereinbarung auf diese Schusszahl zwischen Betreiber und Landratsamt über diese Zahl zu geben. Grundlage sei ein Gutachten des Betreibers aus letztem Jahr. Es gäbe laut Schrodi Anlass zur Annahme, dass die freiwillige Begrenzung durch den Betreiber aktuell nicht eingehalten wird. Einen rechtlich bindenden Bescheid mit einer Schusszahlbegrenzung habe das Landratsamt bisher nicht ausgestellt. Es gäbe zudem ein neues Gutachten des Betreibers, das eine weitaus höhere Schusszahl ausweist. Unklar ist, ob der Bescheid über 2.200 Schuss rechtssicher und wie diese Einhaltung kontrolliert und durchgesetzt werden kann. All dies seien laut Schrodi unhaltbare Zustände. Deshalb seien sofortige Maßnahmen erforderlich.
red

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