Michael Strauß, junger Züchter, 2. Vorst. im Maisacher Schäferstammtisch, mehrfach ausgezeichnet - Vor Ostern Zuwachs im Schafstall 

Das Weiße Bergschaf ist vom Aussterben bedroht

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Der erfolgreiche junge Züchter, Landwirtschaftsstudent Michael Strauß

Mittelstetten/Längenmoos – Während andere Kinder seines Alters mit Autos oder Puppen spielten, begeisterte sich der heutige Landwirtschaftsstudent und bekannte Züchter Michael Strauß (25) bereits seit früher Kindheit für Schafe in Form von Plastikfiguren. Doch künstliche Figuren waren dem jungen Tierfreund nicht genug: Ein echtes Schaf wünschte er sich, aber ein weißes Bergschaf sollte es sein.

Zum Schulbeginn war es dann soweit: Nach langem Warten wurde der Wunsch des Sechsjährigen endlich erfüllt. So zog das erste weiße Bergschaf in den Stall seines Onkels ein, worauf sich bald ein weiteres Tier dazu gesellte. Dafür hatte Michael sein ganzes Kommuniongeld gespart. Schon seit der Kindheit widmet er den wolligen Vierbeinern seine volle Aufmerksamkeit. Zu seinem Tierbestand zählen jetzt 20 weiße Mutterschafe mit Nachzucht und zwei Böcke. Aber auch Haflinger, Enten und Ponys haben im Stall der Familie Strauß ein glückliches Zuhause gefunden. Besonders liegt Michael die Aufzucht des weißen Bergschafs am Herzen, das vom Aussterben bedroht ist.

Bei der Bundesschau Landschafe in Berlin wurden die weißen Bergschafe von Strauß ( l. ) prämiert.

Das Coburger Fuchsschaf, das weiße, braune und schwarze Bergschaf, sowie alpine Steinschafe zählen zu den stark gefährdeten Rassen. Das weiße Bergschaf ist hauptsächlich in den Alpenregionen Bayerns heimisch. Michael Strauß: „Bei der Aufzucht dieser Gattung ist die Fütterung des trächtigen Schafs sehr wichtig. Nach ca. fünf Monaten lammt das Mutterschaf und ein Neugeborenes erblickt das Licht der Welt. Die Lebenserwartung hängt vom Zustand der Zähne, aber auch von der Belastung durch Geburten und der Aufzucht der Lämmer ab. Meist liegt die Lebenserwartung eines Schafes bei ca. sieben bis acht Jahren, wobei es bei vorbildlicher Haltung auch bis zu acht oder neun Jahre alt werden kann.“ Viele Preise und Ehrungen brachten ihm seine Schnucken schon ein.

Die Bundesschau Landschafe auf der Grünen Woche in Berlin, war der bisherige Höhepunkt seiner Züchterlaufbahn. Drei Schafe aus der Zucht, beförderte die Familie Strauß in einem Viehtransporter vom urigen Längenmoos in die Bundeshauptstadt. „Das war schon sehr nervenaufreibend”, bestätigte der junge Student. Doch seine Familie geht mit ihm durch Dick und Dünn, sodass Michael diese Arbeit gut mit dem Landwirtschaftsstudium vereinbaren kann. Schon Wochen zuvor hatte die Vorbereitung für den „großen Tag“ in Berlin begonnen: Das Veterinäramt besuchte den Hof. Dabei stand die Pflege und die Schafschur im Fokus. Michael: „Die Tiere sollten ja besonders gut aussehen.“ Der ganze Aufwand lohnte sich: Drei Schafe wurden unter den Augen der kritischen Bundesrichter vorgeführt und nach strengen Kriterien gemustert. Die Qualität der Wolle, das äußere Erscheinungsbild, sowie die Bemuskelung, wurden nach den Noten 1 – 9 bewertet. 

Eins sei schlecht und Neun gut, erklärt Michael. Seine Schafe setzten sich gegen die Konkurrenz von 400 Mitbewerbern durch und gewannen haushoch. Die Familie Strauß zeigt stolz die vielen zahlreichen Trophäen im Wohnzimmer: So schmücken Bundesiegerschärpen und -Schleifen, sowie Bundesmedaillen in Gold und Silber, die Bauernstube der Familie Strauß. Schon im Alter von 15 Jahren trat Michael der Bayerischen Herdbuchgemeinschaft für Schafzucht bei und gehört auch dem Maisacher Schäferstammtisch als 2. Vorstand an. 

Das wenige Tage alte Lamm mit dem Mutterschaf

Die Vorstandschaft setzt sich zusammen aus dem 1. und 2. Vorsitzenden, dem Schriftführer mit Stellvertreter und dem Kassier mit Stellvertreter. 65 sehr aktive Mitglieder gehören dem Verein derzeit an. Sie treffen sich jeden zweiten Mittwoch im Bräustüberl der Brauerei Maisach zum Schäferstammtisch. Auch in diesem Jahr findet am 30. August im Bauhof in Maisach, die in Bayern sehr populäre Schafschau mit großer Tierschau statt. 200 Schafe mit großer Rassenvielfalt sind dort vertreten. Die Schau beginnt um 9:00 und dauert bis 17:00. Sie wird seit 33 Jahren vom Maisacher Schäferstammtisch veranstaltet. Information: www.maisacher-schaeferstammtisch.de/

Julia Knabe

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