Landfrauentag Fürstenfeldbruck am 13. 2. im Bürgerhaus Mammendorf

„Bäuerin sein, ist nicht mehr Schicksal, sondern eine bewusste Entscheidung“

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Kreisbäuerin Gabi Waldleitner (li.) und ihre Stellvertreterin Margit Schmölzl (re.) beschenkten Festrednerin, Bezirksbäuerin Christine Singer, mit einem Korb voller Brucker-Land-Produkte. 

Mammendorf – Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens der Landfrauen aus dem Landkreis Bruck mit BBV-Bezirksbäuerin Christine Singer (GAP) stand das Miteinander innerhalb der bäuerlichen Familie, im landwirtschaftlichen Betrieb, im Dorf und in der Gesellschaft.

Darüber machte sich Oberbayerns BBV-Bezirksbäuerin Christine Singer aus Garmisch-Partenkirchen bei ihrem Festvortrag „Miteinander auf dem Weg!“ am 13. Februar im Mammendorfer Bürgerhaus ihre Gedanken. Nach einem feierlichen Gottesdienst mit dem Landfrauenchor unter der Leitung von Paul Weigl, mit dem traditionell der alljährliche Landfrauentag eröffnet wird, freute sich Kreisbäuerin Gabi Waldleitner über den voll besetzten Saal sowie die zahlreichen Ehrengäste, darunter Landrat Thomas Karmasin, und etliche Bürgermeister aus den Städten und Gemeinden des Landkreises. 

Auch die Brucker Kreisbäuerin hielt sich bei ihrem Grußwort an das Motto des Landfrauentags. „In Zeiten des Strukturwandels, wo wir immer weniger werden, ist es besonders wichtig, dass wir zusammenhalten und nicht in einen gegenseitigen Konkurrenzkampf treten“, sagte sie. Gemeinsamkeit mache stark, so Waldleitner. „Wenn wir unsere Anliegen gemeinsam vertreten, dann werden wir auch von der Politik gehört.“

 Die Kommunikation untereinander und sich gegenseitig wertschätzen, sei der Schlüssel zu einem erfolgreichen Zusammenleben, sagte Singer bei ihrem knapp dreiviertelstündigen Vortrag. „Bäuerin sein, ist nicht mehr Schicksal, sondern eine bewusste Entscheidung“. Sie wünsche sich deshalb stolze und selbstbewusste Bäuerinnen. „Wir haben es nicht nötig ständig in der Kritik zu stehen, „schließlich sorgen wir auch für die Ernährung der Bevölkerung“. Es sei aber nicht Sinn des Lebens, sich kaputt zu arbeiten, meinte Singer, die selbst von einem Hof mit 40 Milchkühen kommt. Betriebsentwicklung dürfe nicht am Wachstum gemessen werden, gab Singer zu bedenken, sondern auch die menschliche Komponente sollte nicht zu kurz kommen. Das im Jahreskreis gelebte Brauchtum gehe immer mehr verloren, beklagte die Bezirksbäuerin. Es könne nicht sein, dass die Lebensqualität allein vom Euro abhängig gemacht werde. „Wir müssen unserer Jugend die Sinnhaftigkeit und auch unsere Werte vermitteln, sonst gehen die Traditionen verloren.“ 

Auch sei es sehr wichtig die jungen Bäuerinnen „mitzunehmen“. Vor einer Einheirat auf einen landwirtschaftlichen Betrieb gab Singer den Rat, dass sich die Partner im Vorfeld besprechen. Jeder von uns hat die Aufgabe, sich für den ländlichen Raum zu engagieren“, sagte die Bezirksbäuerin abschließend und appellierte, mehr Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen, sich bei Vereinen oder im Gemeinderat einzubringen und nicht nur Kritik zu üben. Auch in diesem Jahr fand anstelle der Grußworte eine kurze Diskussionsrunde statt, zu der sich die Landratskandidaten den kommunalpolitischen Fragen der Landfrauen stellten. Mit Landrat Thomas Karmasin (CSU) und dem Landratskandidaten Ulrich Bode (FDP) aus Eichenau standen aber nur zwei der fünf Bewerber zur Verfügung. 

Dieter Metzler

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