Bauernhöfe als Schätze, die es zu erhalten gilt

Landfrauentag in Mammendorf: Viel Politprominenz und Reden über die Wertigkeit von regionalen Produkten

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Beim Landfrauentag (von links): Tassilo Lengger (St. Ottilien), stellvertretende Kreisbäuerin Margit Schmölzl, Kreisbäuerin Karin Sepp und Prinz Luitpold von Bayern

Mammendorf – Die anstehenden Kommunalwahlen machen auch vor dem Landfrauentag nicht halt. Geballte kommunale Politprominenz, angeführt von Landrat Thomas Karmasin (CSU), der ein Grußwort sprach, sowie zehn Bürgermeistern, dem Landtagsabgeordneten Benjamin Miskowitsch (CSU) und der Bezirksrätin Gabriele Off-Nesselhauf (CSU), weilten im Bürgerhaus in Mammendorf, als Kreisbäuerin Karin Sepp den diesjährigen Landfrauentag eröffnete.

Auch die Vertreter der Bauernverbände aus den benachbarten Landkreisen Dachau und Landsberg nahmen an der Veranstaltung teil, die vom Landfrauenchor unter der Leitung von Gertrud Schöttl begleitet wurde.

"Kinder in der Landwirtschaft ausbilden"

„Wir in der Landwirtschaft sind die großen Gestalter in unserer Region“, sagte Sepp. „Nur, sind wir uns auch dessen bewusst? Wissen wir, welchen Schatz wir mit unseren Höfen besitzen und welch ein Potential uns der Betrieb bietet?“ Die Kreisbäuerin appellierte an ihre Landfrauen, ihre Kinder in der Landwirtschaft auszubilden und nicht zunächst etwas anderes lernen zu lassen. „Viele die ich kenne, sind nicht mehr zur Landwirtschaft zurückgekehrt.“

"Politik muss längerfristig großflächig denken"

Die bayerische Landwirtschaft habe dieses Land über Jahrhunderte geprägt, sagte Prinz Luitpold von Bayern bei seiner Festansprache. Diese gilt es zu erhalten, was immer schwieriger werde. Die Herausforderungen an die Bauern werden immer extremer. Das Problem sieht er darin, dass wertvolle Produkte unter Wert verschleudert werden. Auch werde vom verfügbaren Einkommen zu viel für andere Dinge ausgegeben, so dass fürs Essen nichts mehr übrig bleibt. „Da muss komplett umgedacht werden“, so Prinz Luitpold. Eine kleine Chance sieht er in der regionalen Vermarktung, aber das werde sehr schwer. Man dürfe nicht immer die Bauern angreifen, sondern man müsse von der Politik her mal längerfristig großflächiger denken, „wo wollen wir eigentlich hin, ohne dieses schöne Land zu zerstören, aus einem kurzfristigem Denken heraus.“

"Seit Rettet die Bienen Prügelknaben"

Mit „Rettet die Bienen“ wurden die Bauern an den Pranger gestellt, sagte der stellvertretende Bauernverbands Kreisobmann Josef Wörle. „Ab da waren wir für alles die Prügelknaben. Ob CO2 oder Artensterben, alles ist auf die Landwirtschaft hereingebrochen.“ An der Bio-Politik ließ Wörle kein gutes Haar, ebenso bemängelte er die fehlende Planungssicherheit in der Viehhaltung.

Dieter Metzler

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