14. Landkreis-Kunstausstellung - Überraschung durch einen erstmals nicht vergebenen Förderpreis 2009

In Vertretung des im Urlaub weilenden Landrats übernahm Gisela Schneid die obligatorische Würdigung der noch ausstellungsbeteiligten Künstler - und die Übergabe der Gewinnerurkunde. Kunstpreisträger 2009 ist Stefan Wehmeier: Kunstschmied, Grafiker und als Maler sowie in diversen Drucktechniken auch unterrichtend in Bayern und Österreich zu Hause.

Wehmeier ist dem Landkreis durch sein Aufwachsen in Olching und Schulbesuch in Fürstenfeldbruck von Kindheit an verbandelt, wenn er auch heute das künstlerische Landkreisgeschehen etwas entfernt vom Ostallgäu aus betrachtet. Als Mitglied der Brucker Künstlervereinigung blieb er den handelnden Personen und Entwicklungen ebenso verbunden wie als mehrjähriger Vorsitzender von Haus 10 und Leiter der benachbarten Radierwerkstatt im Klosterareal. In den letzten Jahren nahm er an Symposien in Ungarn, Rumänien und Österreich teil; als freier Künstler ist er mit seinen Arbeiten in Galerien in Issing, Darmstadt und Berlin vertreten. Die alleine anwesend Jurorin Birgit Höppl M.A., stv. Museumsleiterin in Neu-Ulm, bekannte denn auch in ihrer Laudatio und Urteilsbegründung zum Schaffen von Stefan Wehmeier „Ich kenne kaum Künstler, die den Wehmeier nicht kennen. Er ist mir - ohne direkten Kontakt - schon seit 16 Jahren aus der Ferne von Ausstellungen und Jury-Sitzungen her ein Begriff. Der Mann ist mir, könnt’ ich sagen, ein bissel unheimlich: Der ist überall!“ Sein ureigenstes, beharrliches Thema sei die ‚Landschaft’. Frau Höppl hält den so vielseitig begabten und tätigen Stefan Wehmeier für einen Glücksfall, auch in der hiesigen Region, „gutvernetzt und offensichtlich kommunikationsfähig.“ Die dreiköpfige Jury - Birgit Höppl, Dr. Thomas Elsen, Augsburg, Prof. Albert Hien, München - entschied sich aufgrund seines Bildes „November“ für ihn als Kunstpreisträger 2009 im Landkreis FFB. Zur Würdigung der Person fügte Frau Höppl eine umfassende, detaillierte Bildbeschreibung an. Überraschend verlief die Jury-Aussage, dass man sich für keinen Bewerber um den Förderpreis des Landkreises - gestiftet von der Sparkasse Bruck - entscheiden konnte. Zumindest ein Novum in der langjährigen Tradition dieser Auszeichnung. Unter der Hand hieß es, dass ein formaler Fehler in der Endausscheidung unter vier Bewerbern die eindeutige Festlegung verhindert habe. Die stv. Landrätin Gisela Schneid trug es mit Fassung und bezeichnete Kunst „als einen der angenehmen Termine für Kommunalpolitiker.“ Jedoch: „Kunst ist einfach nötig!“ Insgesamt hatten sich am Landkreis-Wettbewerb 2009 180 Künstler mit 465 Arbeiten beteiligt; in die Endrunde schafften es davon 30 Künstler mit 50 Arbeiten. Frau Schneid äußerte ihre Zufriedenheit über den weiten Bogen in allen Techniken, nun repräsentativ ausgestellt in der ‚Tenne’ des Veranstaltungsforums. Der außer-gewöhnlich frühe Termin im August sei keine Absicht sondern der Notfall: Im üblichen Spätherbst wäre der Termin nicht unterzubringen gewesen. Sie dankte der musikalischen Begleitung der Ausstellungseröffnung durch Esther Balázs (Geige) und Jürgen Junggeburth (Bass). Frau Balázs hätte sie überrascht; sie kannte sie bisher nur aus ihren Bildern und Installationen. Detlev Schwarz, stv. Vorstand der Brucker Sparkasse, betrachtete hieran anschließend die Kunstszene aus seiner Sicht. An der 14. Kunstausstellung des Landkreises bis zum 16. August waren beteiligt: Ulrike Baier, Esther Balázs, Peter Boerboom und Carola Vogt, Caroline Bröckel, Veronika Dräxler, Sabine Effinger, Bettina Elsässer-Max und Kathrin Weber, Empfangshalle: Böhm + Gruber, Günter Frey, Gloria Gans, Nina Gschlößl, Nicola Hanke, Roland Helmer, Claudia Hippe-Krafczyk, Johannes Hock, Jutta Immenkötter, Martin Kett, Renate Klussmann, Petra Liebl-Osborne, Renate Martin, Celia Mendoza, Benjamin Planitzer, Friedrich Pröls, Monika Ried, Silvia Ried, Walburga Ruhl, Hilde Seyboth, Edith Toth und Stefan Wehmeier.

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