Tausend Schule für die Welt

Projektidee für kommunale Entwicklungshilfe in Afrika

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Der Donau-Rieser Landrat Stefan Rößle mit Landrat Thomas Karmasin und Margret Kopp von der PiT-Togohilfe bei der Besprechung im Landratsamt.

Bildung ist eine zentrale Schlüsselressource. Bildung zu fördern, heißt Armut zu verringern und Perspektiven vor Ort zu schaffen. Die Initiative ,,1000 Schulen für unsere Welt“ unter der Schirmherrschaft von Entwicklungsminister Gerd Müller, setzt sich mit den kommunalen Spitzenverbänden für dieses Ziel ein.

Fürstenfeldbruck - Der Landkreis Donau-Ries geht hier mit gutem Beispiel voran: Gemeinsam mit der Reiner Meutsch Stiftung Fly & Help plant der dortige Landrat Stefan Rößle (CSU) bis 2020 zwanzig Schulen in Afrika zu bauen. ,,Eine Schule kostet im Schnitt etwa 50.000 Euro“, erklärt er seinem Amtskollegen Thomas Karmasin bei einem Besuch im Brucker Landratsamt. So viel koste auch die Unterbringung eines unbegleiteten Flüchtlings in einer Jugendhilfeeinrichtung pro Jahr. Finanziert werden soll das Ganze aber nicht aus Steuergeldern, sondern ausschließlich aus Spenden. 

Armut verringern und Perspektiven vor Ort schaffen

Landrat Thomas Karmasin möchte das Projekt unterstützen, denn Bildung zu fördern, heiße Armut zu verringern und Perspektiven vor Ort zu schaffen. Zusammen mit der Vorsitzenden der PiT-Togohilfe Margret Kopp soll das von ihr bereits aufgebaute Netzwerk in Togo genutzt werden. Eine Umfrage in zehn Dörfern in Togo habe ganz klar zwei Prioritäten herausgestellt. Zum einen geht es um den Zugang zur medizinischen Versorgung, zum anderen sollen gute Schulausbildungen für die Kinder ermöglicht werden. ,,Deswegen finde ich diese Initiative die richtige Antwort auf die Bedürfnisse der Bevölkerung“, sagt Margret Kopp.

Donau-Rieser Landrat: Schule statt Porsche

Als Markus Rößle vor knapp drei Jahren an einer Veranstaltung in Donauwörth teilnahm, lernte er Reiner Meutsch von der Stiftung Fly & Help kennen, der inzwischen mehr als 200 Schulen in den ärmsten Ländern der Welt gebaut hat. ,,An diesem Abend habe ich mich entschlossen, meinen Porsche zu verkaufen und eine Schule in Malawi zu finanzieren“, sagt der Donau-Rieser Landrat. In Zeiten der akuten Flüchtlingskrise 2016 galt es, die Asylsuchenden unterzubringen: ,,Also habe ich mir gedacht, es muss gelingen, die Fluchtursachen in den Heimatländern zu bekämpfen.“ Mitarbeiter aus dem Landratsamt, Bürgermeister und Firmen folgten seinem Beispiel und spendeten. ,,Innerhalb eines Jahres hatten wir zehn Schulen beisammen“, freut sich Rößle. 

 Sechs Schulen stehen noch an

,,Alles, was gespendet wird, kommt eins zu eins an“, garantiert er. Auch Landrat Thomas Karmasin ist entschlossen, dem Beispiel Donau-Ries zu folgen: ,,Ich möchte zehn Schulen aus unserem Landkreis bis Ende 2019 beitragen“, sagt er. Dank der Togo-Hilfe befinden sich aktuell vier Grundschulen im Bau, sechs Schulen müssten also noch geschaffen werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 242.000 Euro. Thomas Karmasin versucht in den nächsten Sitzungen, Landkreis und Gemeinden für das Projekt zu gewinnen. ,,Dann sehe ich gute Chancen, weiterzukommen. Es ist ein ehrgeiziges Ziel, das wir erreichen können.“ 

Nicole Burk

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