Neues Sicherheitskonzept für Behörde

Nach Morddrohungen: Landratsamt geht auf Nummer sicher

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Der Zugang zum Landratsamt wird nur noch über den Haupt- eingang möglich sein.

Das Landratsamt verstärkt die Sicherheitsvorkehrungen. Deshalb erarbeitet die Verwaltung derzeit ein Sicherheitskonzept für ihre Dienststellen. Inbegriffen ist auch ein privater Sicherheitsdienst am Eingang.

Fürstenfeldbruck – Im Fokus stehen zunächst die Einrichtungen mit vielen Besuchern und dem höchsten Konfliktpotential. Wie bereits in der Außenstelle für Personenstands- und Ausländerwesen soll auch im Haupthaus des Landratsamtes an der Münchner Straße ein Sicherheitsdienst anwesend sein. Allein im Haupthaus haben rund 400 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. „Wir hatten in letzter Zeit eine starke Bedrohungslage für Mitarbeiter“, erklärt die stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamtes und Abteilungsleiterin vom Jugendamt Franziska Hohenadl.

Todesdrohungen an Mitarbeiter

Ursächlich für das Konzept seien jedoch nicht nur Terroranschläge und Amokläufe in öffentlichen Gebäuden. Vielmehr gelte es, auf aggressive Verhaltensweisen und Bedrohungslagen von einzelnen zu reagieren und den Mitarbeitern, aber auch den Besuchern und ein sicheres Gefühl zu geben. „Wo auch immer es zu Gewalt und Angst kommen könnte, muss reagiert und Bestmögliches geleistet werden, um die Mitarbeiter zu schützen“, sagt Landrat Thomas Karmasin. „Dies gilt um so mehr, wenn es bereits zu aggressiven Bedrohungslagen kam.“ Auslöser waren konkrete Drohungen an Mitarbeiter, die sogar den Tod forderten, im Bereich des Jugendamtes. In einem Fall musste sogar die Polizei hinzugezogen werden. Da die Täter ein Wiederkommen ankündigten, was sich bis jetzt in einem Fall bewahrheitete.

Zugang nur noch durch Haupteingang

Als eine Maßnahme wird zukünftig im Landratsamt nur noch der Haupteingang mit seitlichem Behindertenzugang geöffnet sein und nicht mehr wie bisher auf allen Seiten offene Türen geben. Dies gilt für Bürger und Mitarbeiter gleichermaßen. „Das offene Haus steht ja ganz im Zeichen der Bürgerfreundlichkeit, die auch zukünftig nicht unter unserem Konzept leiden wird. Niemandem ist daran gelegen, aus einem öffentlichen Gebäude einen Hochsicherheitstrakt zu machen. Dennoch muss die Sicherheit im Vordergrund stehen“, sagte der Landrat. An generelle Einlasskontrollen wird derzeit nicht gedacht. Zukünftig wird ein Sicherheitsdienst bestehend aus zwei Personen am Eingang anwesend sein und bei Verdachtsfällen, wie sie in der Vergangenheit bereits vorkamen, unter anderem Hausverbote erteilen. „Es ist wichtig, dass sich die Mitarbeiter und Personen sicher fühlen“, sagt Hohenadl. Der Sicherheitsdienst wird aus Landkreismitteln finanziert.

Alarmknöpfe für Notfälle

Andere Bestandteile eines modernen Sicherheitskonzeptes, wie beispielsweise eine elektronische Schließanlage, zählen im Landratsamt weitgehend bereits zum Standard. Außerdem wurden bereits im Vorfeld Arbeitsplätze in besonders kritischen Bereichen der Kreisbehörde mit Alarmknöpfen ausgestattet. Kommt es zu gefährlichen Situationen, könne jederzeit Hilfe herbeigerufen werden. 

red

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