Das neue MVV-Zonen-Modell

So wirkt sich die MVV-Tarifreform auf den Landkreis aus

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Stellten die Ergebnisse der neuen MVV-Tarifreform für den Landkreis vor (von links): Andreas Buchner (stellvertretender Pressesprecher), Landrat Thomas Karmasin, Hermann Seifert, (Leiter Stabsstelle ÖPNV), Monika Beirer (stellvertretende Leiterin Stabsstelle ÖPNV) und Jutta Remsing (Stabsstelle ÖPNV

Nach Jahren der Diskussion hat der Münchner Verkehrsund Tarifverband (MVV) am 6. Juli die neue Tarifreform beschlossen. Vertreter des Landratsamtes stellten die neuen Regelungen für die rund neun Millionen Fahrgäste im Landkreis vor. Während die Streifenkarte in vielen Fällen billiger kommt, müssen Fahrgäste bei der Tageskarte häufig draufzahlen. Außerdem verschwindet eine Karte und wird ersetzt.

Landkreis/Fürstenfeldbruck - Als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, bezeichnete Landrat Thomas Karmasin die Einigung im Tarifstreit. Mit dem Ergebnis sei man zufrieden, auch wenn er betont, dass es bei dieser Reform ebenso Verlierer gebe. „Das sind Einzelfälle, das lässt sich nicht vermeiden“, sagte er. 

Keine vier Ringe sondern Innenraumflatrate

Mit der geplanten Einführung am 9. Juni 2019 gilt ein einheitliches Tarifgebiet mit sieben Zonen, statt der bisherigen 16 Ringe im Zeitkartentarif und vier Zonen im Bartarif. Statt der vier Ringe im Münchner Innenraum gibt es nun die „Innenraumflatrate“ als Kernzone M. Die äußeren sechs entsprechen der Tarifzone Umland 1 bis 6. „Der Landkreis liegt künftig ausschließlich in den Tarifzonen 1 bis 4“, stellt Hermann Seifert, Leiter der Stabsstelle Öffentlicher Personennahverkehr, die neue Reform vor. 

Sozialticket wird eingeführt 

Neu eingeführt wurde die IsarCard S, ein Sozialticket, dass unter anderem Personen beantragen können, die das Arbeitslosengeld II bekommen. Auf Antrag und Nachweis der Berechtigung wird ein sogenannter „Landkreispass“ ausgestellt, mit dem an den Fahrkarten-Verkaufsständen ein vergünstigtes Monatsticket erworben werden kann. Aus dem Sortiment entfällt die IsarCard 60 und wird durch die IsarCard 65 ersetzt. Diese gilt für Personen ab 65 Jahren, besitzt allerdings, anders als die IsarCard 60, keine Sperrzeit und ist somit rund um die Uhr nutzbar. Für die bisherigen Nutzer der IsarCard60 gibt es eine Übergangslösung. „Fahrgäste, welche die IsarCard 60 bereits haben, können auch weiter mit ihr fahren“, beruhigte Seifert. Für Jugendliche von 15 bis 21 Jahren gibt es die U21 Streifenkarte mit einem Rabatt von 40 Prozent. „Die IsarCard 9 Uhr bleibt ebenfalls erhalten“, sagte Seifert. 

Die Wahl zum günstigeren Ticket 

Kommunen, die an der Grenze zweier Zone liegen, wie Fürstenfeldbruck, Olching und Mammendorf, profitieren von einer neuen Regelung: „Wenn sich ein Ort mit zwei Zonen überschneidet, kann der Fahrgast die für ihn günstigere Variante wählen“, erklärte Seifert. So ist das unter anderem bei einer Fahrt von Fürstenfeldbruck (Tarifzone 2/3) nach Aich (Tarifzone 3) und umgekehrt sowie von Fürstenfeldbruck (Tarifzone 2/3) nach Alling (Tarifzone (1/2). Neu ist auch, dass mehrfach durchfahrene Zonen nur noch einmal zu bezahlen sind.

Keine weiteren Kosten bei Fahrten zum Bahnhof

Da Zonen frei befahren werden können, fallen zusätzliche Kosten für den Bus weg. „Die Busfahrt zum jeweiligen Bahnhof ist inklusive“, sagte Seifert. Somit seien Fahrten mit den Auto zum Bahnhof nicht mehr nötig. So können Fahrgäste zum Beispiel von Moorenweis nach Althegnenberg fahren, ohne zusätzlich bezahlen zu müssen. „Man muss keinen Parkplatz suchen und im Winter kein Eis kratzen“, erläutert Seifert. 

Streifenkarte und Einzelfahrkarte

In so gut wie allen Fällen sparen die Bürger bei der Streifenkarten für Fahrten aus den Kommunen. „Die Streifenkarte ist teilweise um 50 Prozent günstiger geworden“, sagte Seifert. So kostete eine Fahrt mit Streifenkarte von Adelshofen nach Fürstenfeldbruck vorher 5,60 Euro, sind es nun 2,80 Euro. Und auch bei der IsarCard Monatskarte sinken die Preise teilweise. Nicht so gut weg, kommen Fahrgäste, die mit einer Tageskarte fahren. Hier stiegen die Preise. Für zum Beispiel Fahrten vom Bahnhof in Mammendorf in die Münchner Innenstadt um etwa 3,4 Prozent. Das entspricht 0,40 Euro. Vom Zughalt in der Buchenau sind es sogar 14,6 Prozent, also 1,30 Euro.

Keine Änderung in Sicht 

Die Spezialfälle Bahnhof Olching (Zone (1/2) und Esting (Zone 2) sowie Germering (Zone 1) und Harthaus (M/1) bleiben. Eine Möglichkeit wäre gewesen Germering komplett in den Innenraum M zu setzen, was aber nicht gelang, da Germering zu weit weg von München sei. In Olching sei die Amper schuld. „Es handelt sich um eine nicht geschlossene Siedlung, da die Amper durchfließt“, erklärte Seifert. 

Kreistag befasst sich am 26. Juli mit dem Beschluss 

Die Reform wird am 9. Juni 2019 umgesetzt, sofern die zehn Gesellschafter, zu denen auch der Landkreis gehört, zustimmen. In Fürstenfeldbruck wird sich der Kreistag am 26. Juli mit den Ergebnissen befassen. 

Mehr Informationen zu der Neuaufteilung der Zonen sowie eine Grafik gibt es im Internet unter www.mvv-muenchen.de/ueber-den-mvv/ der-verbund/mvv-tarifreform/ index.html 

Felix Hamann

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