In der Landsberger Straße soll ein Gebäude für den DigiClub und Co-Working-Space entstehen

Germering bekommt ein digitales Zentrum

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Das ehemalige Grollmus-Gelände (rechts) führt geradewegs zum S-Bahnhof Germering-Unterpfaffenhofen.

Germering – Nicht nur die Innenstädte entwickeln sich stetig weiter, auch die digitale Welt schreitet weiter voran – warum nicht beides miteinander verbinden, das dachten sich der ehemalige Docuware-Chef Jürgen Biffar und Geschäftsmann Benedict Padberg. 

Die Entscheidung, dass die Innenstadt rund um das Bahnhofsareal erneuert werden sollte, das beschloss der Germeringer Stadtrat bereits im November 2014 in Form eines städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerbs. Nachdem sich die Eigentümer des Hotel Huber zwischenzeitlich gegen eine Beteiligung am Konzept entschieden – das Gebäude wird derzeit zu Wohnungen umfunktioniert – kam das Projekt vorerst zum Stillstand. Im Frühjahr 2020 beschlossen Jürgen Biffar und Ehefrau Michaela Wienke, die gemeinsam die Stiftung Digitale Bildung gründeten, das ehemalige Grollmus-Areal an der Landsberger Straße zu erwerben und das neue Gebäude zum Sitz des von Biffar initiierten DigiClubs zu machen. Unabhängig davon suchte der Gilchinger Unternehmer Benedict Padberg, der zudem Mitglied im Germeringer Wirtschaftsverband ist, nach einem Ort, um sein Konzept vom Co-Working, welches er bereits erfolgreich seit 2016 in Wörthsee betreibt, auch in Germering zu realisieren. „Nachdem sich der ursprünglich geplante Standort im Gewerbegebiet aus Kostengründen zerschlagen hatte, kam Jürgen Biffar auf mich zu und erzählte mir von seiner Idee“, sagt Padberg, der sich beeindruckt von Biffars Lebensgeschichte zeigt. Biffar, so sagt es Padberg, stehe für das Thema Existenzgründung – aus einem kleinen Betrieb ein weltweit florierendes Unternehmen zu machen, das habe einen Vorbildcharakter“.

"Kreativität braucht den  Austausch"
Das rund 1.500 Quadratmeter große Areal, welches an der Landsberger Straße geplant sei, wäre für die reine Ansiedlung des DigiClubs zu groß, so könne jedoch ein regelrechtes Zentrum für digitale Bildung entstehen, das den Sitz des Vereins, Büro und Wohnräume sowie die Ansiedlung eines Co-Working Space verbindet. „Zielgruppe des Arbeitsplatzes auf Zeit seien neben Solo-Selbstständigen auch Berufspendler und Start-Ups. „Hier bietet sich vor allem die Anbindung zur S-Bahn an“, erklärt Padberg. Der Wandel in Bezug auf unterschiedliche Arbeitsformen, sei besonders durch Corona beschleunigt worden, das habe man an der hohen Nachfrage von Home-Office gemerkt. Co-Working-Räume sollen aber mehr bieten, wie Padberg berichtet. In seinen Augen werde immer mehr auf kreative Arbeiten und Wissensarbeiten wert gelegt und nicht nur auf die reine Produktivität einer Arbeitskraft. „Und Kreativität braucht den sozialen Austausch“, so der Unternehmer. Ein Mix aus festen und flexiblen Arbeitsplätzen, Stillarbeitszonen und Gemeinschaftsräumen soll dabei den Anreiz schaffen, sich auszutauschen und „gegenseitig zu befruchten“. Außerdem fehle vielen im Home-Office ein geregelter Tagesablauf, das sei im Co-Working durchaus gegeben. 

Becker

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