Landtags- und Bezirkswahl

Die Gewinner und Verlierer der Wahl im Landkreis FFB

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Die CSU-Direktkandidaten Dorow und Miskotwitsch ziehen trotz Einbußen in den Landtag ein, SPD ist der Verlierer des Abends und Grünen die Gewinner – Hohe Wahlbeteiligung in ganz Bayern.

Landkreis – Wie schon vor zehn Jahren einmal, so verlor die CSU bei der Landtagswahl 2018 erneut die absolute Mehrheit. Nur diesmal stürzte die Partei noch tiefer ab als 2008. Betrug der Verlust der CSU damals 17,3 Prozent und fiel die Partei auf 43,4 Prozent zurück, so schenkten diesmal von den knapp 9,5 Millionen wahlberechtigten Bayern nur noch 37,3 Prozent den Christlich-Sozialen ihre Stimme (2013 waren es noch 47,7 Prozent). Trotz des schlechtesten Ergebnisses seit 1950 bleibt die CSU aber die stärkste politische Kraft im Freistaat.

SPD mit historisch schlechtem Ergebnis

Die SPD brach noch stärker ein und verlor mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis in Bayern (9,6 Prozent) ihre Position als zweitstärkste Kraft im Freistaat. Die großen Wahlgewinner sind dagegen die Grünen (17,7 Prozent), die zur zweitstärksten Partei im Freistaat aufstiegen. Selbst die Freien Wähler (11,5 Prozent) und die AfD (10,3 Prozent) verdrängten die SPD auf den fünften Platz. Gerade noch geschafft hat die FDP die fünf Prozenthürde (5 Prozent) und kehrt damit nach fünf Jahren wieder zurück in den Landtag. Die Linke (3 Prozent) hat den Einzug einmal mehr verfehlt. Die Wahlbeteiligung lag mit 71,8 Prozent, die gegenüber 2013 (63,6 Prozent) deutlich höher.

CSU-Kandidaten Benjamin Miskowitsch und Alex Dorow sichern sich Direktmandat

In den beiden Stimmkreisen Fürstenfeldbruck-Ost und Landsberg/Fürstenfeldbruck-West gewannen die jeweiligen CSU-Kandidaten, Benjamin Miskowitsch und Alex Dorow, das Direktmandat. Dass der Newcomer Miskowitsch nicht das Ergebnis seines langjährigen Vorgängers, Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, mit 44,5 Prozent aus dem Jahr 2013 erreichen würde, war zu vermuten.

Der Gröbenzeller Bocklet hatte zu große Fußstapfen hinterlassen. Dennoch entschieden sich 32,09 Prozent der Wähler für den 34-jährigen Kreis- und Gemeinderat aus Mammendorf. Obwohl der 54-jährige Alex Dorow sein Ergebnis von 2013 nicht wiederholen konnte, sondern gar 15 Prozent einbüßte, schaffte der ehemalige Nachrichtenmoderator des Bayerischen Fernsehens mit 35,4 Prozent zum dritten Mal den Sprung ins Maximilianeum.

Die Grünen als eigentliche Gewinner

Erststimmen des Wahlkreises FFB-Ost

Die eigentlichen Gewinner der Wahlen, Grünen-Landtagsabgeordneter Martin Runge, der mit 24,9 Prozent (2013: 12,6 Prozent) Platz zwei hinter Miskowitsch belegte und Hans Friedl von den Freien Wählern, der mit 12,3 Prozent (2013: 5,7 Prozent) den dritten Platz schaffte, zeigten sich mit ihrem Ergebnis zufrieden. Recht früh verließ SPD-Direktkandidat Peter Falk die Wahlparty im Brucker Landratsamt. Der Kreisrat erhielt mit 8,9 Prozent ein niederschmetterndes Ergebnis. Die bisherige SPD-Vertreterin Kathrin Sonnenholzner, die nicht mehr kandidierte, hatte vor fünf Jahren noch 21 Prozent eingefahren.

Politik in Berlin habe beeinflusst

Vor allem der Absturz der SPD hat durch die Bank weg alle Kommunalpolitiker bei der Wahlparty im Landratsamt erschüttert. „Dass die Partei so abstürzt, das hat sie nicht verdient“, sagte selbst der frisch in den Landtag einziehende Miskowitsch, um sich dann zum Ergebnis seiner Partei zu äußern. „Wir als CSU können sicher nicht mit dem Ergebnis zufrieden sein. In den nächsten fünf Jahren müssen wir das wieder hinkriegen.“ Schon an den Info-Ständen habe er gemerkt, dass viele mit der Politik in Berlin nicht einverstanden seien. „Das Hickhack zwischen Berlin und München, zwischen Seehofer und Merkel hat die Wahl beeinflusst“, so Miskowitsch. Es ging selten um bayerische Probleme, sondern bei den Diskussionen mit den Bürgern nur um Köpfe.

"Koalition mit Freie Wähler wohl das beste für Bayern"

Erststimmen des Wahlkreises FFB-West

Als Kreisvorsitzender nehme er das Ergebnis der Freien Wähler sehr gerne zur Kenntnis, meinte Hans Friedl aus Alling. „Im Frühjahr als ich zehn Prozent nannte, wurde ich noch belächelt. Ich persönlich bin kein Befürworter für eine Koalition mit der CSU. Aber für Bayern wäre es wohl die beste Lösung. „Wir müssen aber auf der Hut sein, dass es uns nicht so ergeht, wie der FDP.“

Zum Desaster der SPD meinte Stadtrat Mirko Pötzsch: „Dass es so schlecht wurde, hat mich überrascht. Ich hatte immer die Hoffnung, dass wir uns bei den Prognosen irgendwo einpendeln. Das ist ein Einbruch von mehr als der Hälfte gegenüber den letzten Landtagswahlen.“ Schuld daran gab Pötzsch nicht zuletzt auch der Bundespolitik seiner Partei.

Umwelt müsse für CSU wieder mehr in den Fokus

Trotz der erfolgreichen Verteidigung der Direktmandate sei das Ergebnis alles andere als zufriedenstellend, meinte der CSU-Ortsvorsitzende, Stadtrat Andreas Lohde. Hier nun die Verantwortung bei zwei, drei Köpfen zu suchen, würde der Lage nicht gerecht. Das gute Abschneiden der Grünen beispielsweise zeige, dass die CSU in den Augen der Wähler an Kompetenz in Umwelt- und Naturschutzfragen verloren hat. Auch das Flankieren der Flüchtlingspolitik mit teilweise scharfer Rhetorik war nach Auffassung vieler Mitglieder aus dem Ortsverband nicht förderlich. Das Ende der Volkspartei sieht der Ortsvorsitzende Lohde nicht. Die CSU hat einen klaren Auftrag aus dem bürgerlichen Lager. Die Umweltpolitik muss neben anderen Themenschwerpunkten aber wieder mehr in den Fokus der Arbeit.

Dieter Metzler



FFB-West

Kandidat (Partei)

Prozent

1. Alex Dorow (CSU)

35,44 %

2. G. Triebel (Grüne)

24,46 %

3. Georg Stockinger (FW)

9,63 %

4. Edeltraud Schwarz (AfD)

8,34 %

5. C. Winklmeier (SPD)

7,99 %

6. Ulla Schäfer (FDP)

5,74 %

7. H. Sprinz (Linke)

3 %

8. M. Hofmann (BP)

2,75 %

9. R. Sedlmayr (ÖDP)

2,31 %

10. Mirella Heidegger (mut)

0,66 %



FFB-OST

Kandidat (Partei)

Prozent

1.

B. Miskowitsch (CSU)

32,09 %

2.

Dr. M. Runge (Grüne)

24,89 %

3.

Hans Friedl (FW)

12,33 %

4.

Peter Falk (SPD)

8,86 %

5.

Dr. Ingo Hahn (AfD)

8,33 %

6.

Ulrich Bode (FDP)

6,01 %

7.

E. Martin-Köppl (Linke)

2,44 %

8.

Sebastian Kellerer (BP)

1,58 %

9.

Christian Holdt (ÖDP)

1,23 %

10.

A. Wied (Tierschutzpartei)

1,01 %

11.

Roger Rösch (Piraten)

0,64 %

12.

Manfred Maier (mut)

0,36 %

13.

C. B.-Benchieb (V-Partei³)

0,24 %



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