Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel informiert sich

Besteckgarnituren für den Papst: Sorgen und Erfolge der Brucker Werkstatt

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Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (links) informiert sich bei Stefanie Oberhorner, Sebastian Schröder und Wolfgang Holmer über die Arbeit in der Versandabteilung der Behinderteneinrichtung (von rechts).

Die Brucker Caritas-Werkstatt erhielt neugierigen Besuch: Die Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (Grüne) informierte sich vor Ort über die Arbeit der Werkstatt. Sie wollte sich ein Bild von dieser Institution machen und von den Sorgen und Nö- ten der Verantwortlichen erfahren.

Fürstenfeldbruck - Wolfgang Holmer, Leiter der Werkstatt führte die Landtagsabgeordnete durch die Räumlichkeiten. Dabei zeigte er auf, wie breit die Palette der von der Einrichtung angebotenen Produktions- und Dienstleistungsangebote ist. Schwerpunkte bilden die Elektromontage und Konfektion, metallverarbeitende Tätigkeiten an CAD-Arbeitsplätzen, eine Schreinerei sowie die Garten- und Landschaftspflege. Ein differenziertes Angebot besteht auch in dem Hauswirtschaftsbereich unter der Leitung von Gabriele Freitag. 

Führer vor allem Produktion von langlebigem Holzspielzeug

Die Großküche der Werkstatt beliefert Kindergärten, Schulen und auch die Cafeteria des Brucker Landratsamtes. Früher war die Brucker Werkstatt vor allem für die Produktion von langlebigem Holzspielzeug bekannt. Was die wenigsten wissen: Heute werden dort auch präzise gefertigte Serienteile für die Feinmechanik von Windrädern oder auch Autoteile bearbeitet. Doch anscheinend nehmen die Wirtschaftsunternehmen noch zu wenig die Möglichkeiten in und mit der Werkstatt zu produzieren wahr – so Triebels Eindruck.

200 Arbeitsplätze für Menschen vorwiegend mit geistiger Behinderung

 Auch die Flexibilität der Werkstatt ist eine ihrer Stärken. Beim letzten Papstbesuch erledigte die Einrichtung aus dem Stand die Vorbereitung von Besteckgarnituren für die Großveranstaltungen. Alltäglicher ist die Arbeit der Versandabteilung. Firmen und Organisationen können Mailingaktionen, zum Beispiel für Einladungen komplett von der Gestaltung bis zum Versand über die Werkstatt abwickeln lassen. Insgesamt bietet die Werkstatt etwa 200 Arbeitsplätze für Menschen vorwiegend mit geistiger Behinderung. Stefanie Oberhorner, Leiterin der Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen, stellte die Konzepte für die lebenslange Beratung und Betreuung vor, die beispielsweise die Organisation von Wohngemeinschaften, Freizeit- und Ferienprogramme in Kooperation mit der Kinderhilfe oder weitere familienentlastenden Dienste einschließt. Mit Sebastian Schröder, dem stellvertretenden Geschäftsführer der Caritas München, und den Leitern der Werkstatt besprach Trieben Erfolge, Sorgen und Wünsche an die Politik. 

Strukturwandel bereitet Probleme

Probleme bereitet den Behinderten-Werkstätten der Strukturwandel. Wenn beispielsweise die langjährigen Aufträge von MAN wegbrechen sind gleich 19 Werkstätten betroffen. Die Kooperation mit Start-Ups bietet dafür nur eine eingeschränkte Kompensation, denn deren Aufträge halten sich zumeist in Umfang und Dauer in deutlich engeren Grenzen. Triebel nahm vor allem drei Wünsche an die Politik auf Bundes- und Landesebene mit: Die Verantwortlichen im Bereich der Behindertenarbeit befürworten, dass bei der Zuweisung von Finanzmitteln Kleininvestitionen möglich sein sollen. Die Förderung energetischer Gebäudesanierung sollte für soziale Einrichtungen einfacher abrufbar sein. Insgesamt beklagen die Verantwortlichen ein Anwachsen des bürokratischen Aufwands in ihrer Arbeit, der letztlich zu Lasten der eigentlichen Arbeit für Behinderte geht. 

red

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