Landtagspräsidentin Barbara Stamm beim Kreis-Landfrauentag - Unser Rohstoff ist der Geist

Gabi Waldleitner und Annemarie Schlammerl überreichen einen „Brucker Land“-Korb an die Gastrednerin Barbara Stamm. Foto: Günter Schäftlein

„Bildung - der Zukunft den Boden bereiten“ war ein im besten Sinne ‚landwirtschaftliches’ Leitthema der ungebrochen sozial couragierten Unterfränkin Barbara Stamm, die nach eigener Aussage als ehemalige Erzieherin von ihrem Ehemann zur Politik überredet wurde. Das Mitglied des Bayerischen Landtags seit 1976 und dessen jetzige Präsidentin wird als das „soziale Gewissen“ in der CSU gesehen.

Unter den Gästen waren: Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt neben den Landtagsabgeordneten Vizepräsident Reinhold Bocklet, Kathrin Sonnenholzner und Dr. Thomas Goppel, Landrat Thomas Karmasin, Forstdirektor Hans-Jürgen Gulder, die Landkreis-Bürgermeister Marianne Hofmuth, Johann Thurner, Dr. Michael Schanderl, Josef Drexler, Joseph Schäffler, Mathias Ettenberger, Roland Müller und Walter Strauch. Vom Kreis-Bauernverbandes kamen: Gf. Petra Düring, Kreisobmann Johann Drexl, stv. Kreisbäuerin Annemarie Schlammerl, Rosmarie Niedermeir und die geehrten Ehemaligen Therese Schwarzmann, Theolinde Kreuzmair und Reinhardt Kaufmann. Ebenfalls vertreten die Finanzinstitute im Landkreis mit ihren Vorständen. Die amtierende Kreisbäuerin Gabi Waldleitner hatte nach dem feierlichen Gottesdienst mit dem Landfrauenchor und Paul Weigl im Bürgerhaus den Landfrauentag eröffnet. Sie freue sich über die Teilnahme der vielen Ehrengäste, „Ausdruck der Wertschätzung, die wir Landfrauen und der Bauernstand in Politik und Wirtschaft im Landkreis haben …“ Frau Waldleitner appellierte an alle Landtagsabgeordnete, „Hauswirtschaft und Ernährung“ als Pflichtfach in allen Schularten zu etablieren. Die Kosten für ernährungsbedingte Krankheiten stiegen laufend an; hauswirtschaftliches Lernen wäre ein guter Ansatz, gesellschaftliche Kosten langfristig zu senken. Die Kreisbäuerin mahnte allgemein „Respekt, Umwelt, Verantwortungsbewusstsein und Dankbarkeit“ im Umgang miteinander an: „Man kann nicht immer nur erwarten, dass die anderen sich schon für mich einsetzen werden. Ich muß auch selbst Verantwortung übernehmen.“ Statt Grußworte gaben in einer Gesprächsrunde Gerda Hasselfeldt, Reinhold Bocklet, Kathrin Sonnenholzner, Thomas Karmasin, Johann Thurner und Johann Drexl Erklärungen zu den von Gabi Waldleitner und Annemarie Schlammerl vorbereiteten, hauptsächlich die Landwirtschaft betreffenden Fragen ab: Dies betraf eine künftige Grundsteuer ebenso wie den Baufortschritt beim „Grünen Zentrum“ in Puch, sogenannte „Durchleitungsgebühren“ bei landwirtschaftlichen Flächen, die landwirtschaftliche Sozialversicherung, vorgesehene EU-Mittelkürzungen in der einzellandwirtschaftlichen Förderung, EU-Agrarreform und Subventionen, „Dorfhelferinnen“ und ein nicht vorhandenes Leistungspotential in der Landkreis-Jugendhilfe - und, erfreulich: „Das Freibad Mammendorf ist für die nächsten Jahre gesichert. Es bleibt aber nach wie vor ein Defizit.“ In ihrer Festansprache warb Frau Stamm leidenschaftlich für eine Bildungserneuerung aus „Wissensvermittlung und Herzensbildung“ - und auch für den ländlichen Raum: „Er muß leben. Hier ist unsere Zukunft, auch in einer globalisierten Welt“. Etwas näher sieht sie die Zukunft eines Landes in der Familie, was auch in einer neueren Shell-Studie mit 76% von Jugendlichen bestätigt würde. Allerdings wisse man auch - und das war an den leidgeprüften Landkreis-Politiker Thomas Karmasin gerichtet - um die heutigen, öffentlich getragenen „Reparaturkosten“ hierzu: Gewachsen aus Vernachlässigungen in diversen Bereichen des familiären Zusammenlebens. Frühe Verbesserungsmöglichkeiten für das Bildungswesen sieht Frau Stamm im Vorschulzeitraum und höhere Wertschätzungen von ‚Oma und Opa’ für ihren Einsatz von „Zeit“. Unerträglich für sie in der so wichtigen sozialen Komponente des Bildungswesens, wenn eine Lehrerin nach ihren vier Jahren für eine Grundschulklasse nur nach der gymnasialen Abgangsquote beurteilt würde. Sie selbst wäre von Lehrern für ihrer Forderung, neben der schulischen Wissensvermittlung auch innere Werte zu berücksichtigen, ausgepfiffen worden. Für Bildung gelte, „niemand darf fallengelassen werden. Begabte fördern und Schwache mitnehmen. Jeder Mensch will gebraucht werden.“ Frau Stamm misst der individuellen Förderung und den Ganztagsschulen - auch im ländlichen Raum - eine maßgebende Rolle zu. Die Ganztagsschule wäre eine große Chance für die Allgemeinbildung, für das Zusammenleben miteinander, „auch um einen Tisch zu decken.“ Eingeschlossen darin ein musischer Anteil: Musik, Singen. Nicht nur einen Computer benutzen, auch ein Instrument erlernen. Der ländliche Raum biete hierfür beste Voraussetzungen, mit seinem noch vorhandenen Reichtum an Brauchtum, Kultur und Festtage. Und in seinen Ehrenämtern, Ideen und Initiativen. Dank auch seiner fähigen Landfrauen. Die dankten in Mammendorf mit reichlich Beifall und der FFB-Kreisbauernverband mit einem Geschenkkorb aus dem „Brucker Land“.

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